Nachweise in SysLex
Anerkennung(Autor*in )
| Veröffentlicht | 19.08.2026 |
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| Exzerpt | Die Kategorie der Anerkennung gehört zu den Grundbegriffen modernen Sozialdenkens. Mit ihr wird die fundamentale Bedeutung sozialer Beziehungen für die Entwicklung menschlichen Selbstseins thematisiert, das in der Moderne zum Gegenstand von Aushandlung und Kampf wird. Im philosophischen Diskurs wird Anerkennung einerseits als Bedingung eines gerechten Zusammenlebens verstanden. Andererseits wird gerade die Unmöglichkeit vollständig gelingender Anerkennung hervorgehoben. Im theologischen Kontext werden die unter Menschen stets brüchigen Anerkennungsverhältnisse häufig mit einer unbedingten Anerkennung durch Gott kontrastiert, die als Inhalt einer modernisierten Rechtfertigungslehre verstanden werden kann. Zugleich lässt sich bereits in biblischen Texten ein Ethos der Anerkennung nachweisen, das die bedingungslose („göttliche“) Anerkennung des Menschen in sozialen Beziehungen verwirklicht sieht. Dass sich solche Verhältnisse jedoch nie ohne die unerzwingbare Beteiligung des Subjekts verwirklichen lassen, ist die kritische Einsicht einer die Freiheit des Glaubens anerkennenden Theologie. |
| Sachschlagwort | Glauben, Identität, Person, Rechtfertigung, Relation, Selbstsein |
| Version | 1.0 |
Berufung(Autor*in )
| Veröffentlicht | 19.03.2026 |
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| Exzerpt | Die Rede von Berufung gehört zum festen Bestandteil christlicher Existenz und kirchlichen Lebens. Mit dem Wort Berufung werden personale Glaubenserfahrungen, kirchliche Anerkennungsprozesse und die Gestaltung individueller Lebenswege beschrieben. Der Begriff wird in einem weiten Sinn verwendet, um das Wirken Gottes, das allen Menschen gilt und in der Geschichte konkret wird, zu explizieren. Im engeren Sinn wird er auf besondere Formen christlichen Lebens, auf Profession und Dienstämter angewendet. Im Kontext soziologischer und spiritueller Individualisierung des Christentums und der Pluralisierung christlicher Gemeinschaften und Lebensformen ist der Berufungsbegriff attraktiv und perspektivenreich, aber auch erklärungsbedürftig und kritikwürdig. |
| Sachschlagwort | Amt, Arbeit, Aufgabe, Beruf, Berufung, Ekklesiologie, Gemeinschaft, Gewissheit, Gott, Identität, Macht, Offenbarung, Relation, Subjekt, Verantwortung |
| Version | 1.0 |
Dienstgemeinschaft(Autor*in )
| Veröffentlicht | 29.10.2026 |
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| Exzerpt | Der Begriff beschreibt das Miteinander von Dienstnehmenden und Dienstgebenden in Einrichtungen und Dienstellen der Kirchen (ev. u. kath.) und den ihnen rechtlich zugeordneten Wohlfahrtsverbänden. Das Grundgesetz formuliert das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen und Religionsgemeinschaften (Art. 4, 140 GG i. V. m. Art. 137 WRV) und im Anschluss daran gewährt es ihnen im Rahmen der Verfassungsnormen ein selbstgestaltetes Arbeitsrecht, das seine Besonderheit im Begriff der Dienstgemeinschaft formuliert. Der Begriff ist weder theologisch noch kirchenrechtlich eindeutig definiert. Historisch diente er auch der Beschreibung staatlicher Dienstverhältnisse u. a., die spezielle Loyalitätsanforderungen enthielten. |
| Sachschlagwort | Arbeit, Arbeitskampf, Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR), Caritas, Diakonie, Dienstgeberin, Dritter Weg, Grundordnung des kirchlichen Dienstes, Identität, Individualarbeitsrecht, Kapitalismus, Kirchenaustritt, Kirchenmitgliedschaft, Kollektivarbeitsrecht, Loyalität, Mirtarbeitendenvertretungsgesetz (MVG), Mitarbeitsrichtlinie, Profilbildung, Streikrecht, Wertewiderspruch, Wirtschaft, Wohlfahrtsverbände |
| Version | 1.0 |
Gleichheit(Autor*in )
| Veröffentlicht | 01.05.2025 |
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| Exzerpt | Wachsende Ungleichheit ist zu einem nicht mehr zu verdrängenden sozialen, gesellschaftlichen wie politischen Phänomen geworden, deren ökonomische und soziologische Hintergründe in den globalisierten Zusammenhängen spätmoderner Gesellschaften zunehmend ins Bewusstsein treten. Dabei werden diese Debatten um Gleichheit und Gerechtigkeit durch Diversity- und Identitätsdebatten noch angeschärft, wie sie in den Kulturwissenschaften sowie in den Gender-, Migrations- und Inklusionsdiskursen vorangetrieben werden. Kann es sein, dass gerade im Bestreben Gleichheit herzustellen, Identitäten verletzt oder missachtet werden? Offensichtlich muss Gleichheit nicht allein gerechtigkeitstheoretisch, sie muss auch identitäts- und differenztheoretisch reflektiert werden.[i] Doch welche Denkkategorien bieten sich dafür an? [i] Grümme, Bernhard, Öffentliche Politische Theologie. Ein Plädoyer, Freiburg i. Br. 2023, 122–185. |
| Artikelsammlung | |
| Sachschlagwort | Gerechtigkeit, Gesellschaft, Gottebenbildlichkeit, Identität, Menschenrechte, Menschenwürde |
| Version | 1.0 |
Mensch (dogmatisch)(Autor*in )
| Veröffentlicht | 13.10.2026 |
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| Exzerpt | Die theologische Anthropologie reflektiert im interdisziplinären Austausch das Menschsein vor Gott. Sie lässt sich in Anlehnung an den menschlichen Lebenslauf gliedern: vom Ursprung des menschlichen Lebens, in dem zugleich seine Zielbestimmung liegt, über das Leben in Beziehungen bis hin zur Hoffnung über den Tod hinaus. Dabei sind gegenwärtig verschiedene kritische Anfragen an die theologische Anthropologie zu bedenken (vor allem Kritik am Essentialismus, Kritik am Anthropozentrismus, Kritik am Gottesbezug). Die Beziehung zu Gott als Grund und Ziel menschlichen Lebens lässt zugleich die Vielfalt des Menschseins, seine Eingebundenheit in die Mitwelt und das Ineinander von Endlichkeit und Zukunftsoffenheit zutage treten. |
| Artikelsammlung | |
| Sachschlagwort | Anthropologie, Anthropomorphismus, Anthropozän, Auferstehung, Beziehung, Eschatologie, Ewiges Leben, Fleisch, Frau, Freiheit, Geschöpf, Glück, Gottebenbildlichkeit, Humanität, Identität, Individuum, Körper, Leben, Leib-Seele-Problem, Leib, Leibphänomenologie, Mann, Menschenwürde, Mitwelt, Passivität, Person, Posthumanismus, Postkoloniale Studien, Queere Theologie, Religionskritik, Schöpfung, Selbstbewusstsein, Sexualität, Sprache, Sterben, Subjekt, Sünde, Technologie, Tier, Tod, Transhumanismus, Transzendenz, Vernunft, Vertrauen, Vielfalt, Vulnerabilität, Willensfreiheit |
| Version | 1.0 |
Postkoloniale Theologien(Autor*in )
| Veröffentlicht | 06.06.2025 |
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| Exzerpt | Postkoloniale Theologien untersuchen kritisch die Prägungen der Theologie durch die Kolonialzeit und erarbeiten Lösungsstrategien für problematische Auswirkungen in der Gegenwart. Sie entstanden aus einer globalen akademischen Bewegung zur Aufarbeitung der Erblasten des Kolonialismus. Inzwischen erfassen sie praktisch alle Bereiche und Themen der Theologie. |
| Artikelsammlung | |
| Sachschlagwort | Dekolonialismus, Erkenntnistheorie, Gender, Identität, Kolonialismus, Macht, Orientalismus, Othering, Rassismus |
| Version | 1.0 |
Sexualität(Autor*in )
| Veröffentlicht | 01.05.2025 |
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| Exzerpt | Sexualität ist dem Menschen nicht einfach gegeben, sondern zur Gestaltung aufgegeben. Diese Überzeugung bildet den übergreifenden Horizont der theologischen Reflexion über Sexualität, in der Vorstellungen darüber, was Sexualität ist, mit Vorstellungen darüber einhergehen, wie Sexualität zu sein hat. In der traditionellen Sexualethik entstanden daraus Normengefüge, die detailliert regelten, wem was wann wie und mit wem erlaubt oder verboten war. Dagegen ist in den letzten Jahrzehnten eine stärkere Beziehungsorientierung der Sexualethik zu beobachten: Nicht mehr einzelne sexuelle Handlungen stehen im Mittelpunkt, sondern die Umstände und Bedingungen ihres Zustandekommens und Vollzugs. |
| Artikelsammlung | |
| Sachschlagwort | Beziehung, Fortpflanzung, Freiheit, Fruchtbarkeit, Gewalt, Humanität, Identität, Interaktionsmoral, Konsensmoral, Lust, Machtmissbrauch, Menschenwürde, Selbstbestimmung, Sexualethik, Sexualität |
| Version | 1.0 |
