Dienst

Nachweise in SysLex

Demut (ethisch)(Autor*in )
Veröffentlicht02.09.2026
Exzerpt

Während Demut in der griechischen Antike negativ belegt war, wurde sie im Christentum zu einer zentralen Tugend, verbunden mit Selbstbescheidung, Gehorsam und der Einsicht in die eigene Begrenztheit gegenüber Gott. Der Begriff der Demut ist allerdings ambivalent: Demut kann einerseits zu Selbstreflexion und Verantwortungsbewusstsein führen, andererseits aber auch zur Unterwerfung unter Autoritäten missbraucht werden. Heute wird Demut vor allem als Bewusstsein für die eigenen Grenzen, die Abhängigkeit von anderen und die Unsicherheit menschlichen Wissens verstanden, als Einsicht in die Kontingenz alles Denkens, Glaubens und Handelns.

SachschlagwortAbhängigkeit, Anthropologie, Beziehung, Buße, Demut, Dienst, Emotion, Erlösung, Freiheit, Gefühl, Handlung, Macht, Person, Sünde, Unterdrückung, Verantwortung
Version1.0
Ehrenamt(Autor*in )
Veröffentlicht29.10.2026
Exzerpt

Das Ehrenamt, eine Entwicklung der bürgerlicher werdenden Gesellschaft im 19. Jahrhundert, unterliegt parallel zu den Veränderungen in der Gesellschaft einem Strukturwandel. Empirische Untersuchungen liefern seit den späten 1990er Jahren dazu eine Fülle von Einsichten: Innerhalb Deutschlands sind fast 40 % der Bürger*innen ehrenamtlich tätig, wobei das Engagement im Sport oder für Menschen mit Unterstützungsbedarf überwiegt. Dieses freiwillige Engagement wird in einer wachsenden Zahl jenseits der Vereine, Verbände und Institutionen inmitten der Zivilgesellschaft wahrgenommen. Zugleich verändert sich die Motivlage ehrenamtlicher Tätigkeit – weg von der „Aufopferung“ und der moralischen Verpflichtung hin zur Bereicherung und Zufriedenheit des Lebens. Auch innerhalb der Kirchen lässt sich dieser Prozess anhand von Untersuchungen, die vornehmlich in den 2010er Jahren stattfanden, beobachten. Die sechste Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (2024) zeigt zugleich, wie bedeutsam die Rolle der Kirche als Ort der Würdigung vorhandener Kompetenzen für den Zusammenhalt der Zivilgesellschaft ist. Auf dieser Grundlage wird es sinnvoll sein, auch in Zukunft zu einer Theologie des Ehrenamtes zu finden, die sich an der paulinischen Charismenlehre orientiert und von dort aus zur Stärkung des Ehrenamtes im kirchlichen Umfeld fähig wird.

SachschlagwortBarmherzigkeit, Bürger*in, Dienst, Dienstgemeinschaft, Familie, Gemeinwohl, Kirche, Kirchenmitgliedschaft, Partizipation, Sport, Zivilgesellschaft
Version1.0
Gottesdienst(Autor*in )
Veröffentlicht24.10.2025
Exzerpt

In diesem Beitrag wird der evangelische Gottesdienst als rituelle, symbolisch verdichtete und kommunikative Praxis aus ethischer Perspektive analysiert. Im Zentrum steht das Wechselspiel von göttlichem Handeln und menschlicher Antwort als konstitutives Merkmal gottesdienstlicher Praktiken, die vom Sonntagsgottesdienst bis in den Alltag hineinreichen. Neben historischen Entwicklungslinien werden auch aktuelle Diskussionen um neue Formen von Gottesdiensten berücksichtigt. Besonderes Augenmerk gilt der Bedeutung gottesdienstlicher Praktiken für die Ausbildung christlicher Ethik und Lebensformen sowie der Problematik der Moralisierung des Gottesdienstes.

SachschlagwortAbendmahl, Bekenntnis, Bibel, Dienst, Ekklesiologie, Erfahrung, Ethik, Evangelium, Frömmigkeit, Gebet, Geist Gottes, Gemeinschaft, Geschöpf, Glauben, Gott, Gottesdienst, KI-Gottesdienst, Kirche, Kirchenkampf, Kommunikation, Mensch, Reformation, Religion, Schrift, Schöpfer, Spiritualität, Wort Gottes, Öffentliche Theologie
Version1.0
Krankenhaus(Autor*in )
Veröffentlicht29.10.2026
Exzerpt

Krankenhäuser sind ein wesentlicher Teil des Gesundheitssystems und bieten die Möglichkeit zur stationären medizinischen Behandlung von (schweren) Erkrankungen mit medizinisch-technischen Geräten. Historisch aus Hospitälern entstanden, bieten sie heute Spitzenmedizin und stehen zugleich unter Kostendruck. Die spirituelle Dimension von Krankheiten wird durch Krankenhausseelsorge aufgegriffen.

SachschlagwortBarmherzigkeit, Dienst, Dienstleistung, Fallpauschale, Gesundheit, Gesundheitsmarkt, Gesundheitswesen, Innovation, Klinik, Krankheit, Medizin, Nächstenliebe, Seelsorge, Sorge, Wettbewerb, christlich, diakonisch, ehrenamtlich, seelische Not
Version1.0
Mission(Autor*in )
Veröffentlicht27.05.2025
Exzerpt

Im Zusammenhang mit Religion beschreibt der Begriff Mission (lat.: missio = Senden) meist die Vermittlung der eigenen Glaubensüberzeugung und -praxis gegenüber Personen und Gruppen, anderer religiöser Tradition oder Weltanschauung. Dies geschieht durch verschiedene Praktiken und Medien. Neben der Religionsvermittlung zielt Mission nach vielen Verständnissen auch auf ein altruistisch-fürsorgliches Handeln an Mitmenschen und der Umwelt. Während Mission umgangssprachlich und auch vereinzelt in der Forschung exklusiv für den christlichen Glauben genutzt wird,[i] findet er in der religionsbezogenen Forschung auch Anwendung auf andere religiöse Traditionen. Religionsgeschichtlich lässt sich Mission nicht für alle religiöse Traditionen belegen.[ii]

[i] Vgl. Bürkle, Horst, Art. Mission. I. Religionsgeschichtlich, in: LThK 7 ([Sonderdruck] ³2009), 288–289, 288.

[ii] Vgl. Sundermeier, Theo, Art. Mission. I. Religionsgeschichtlich, in: RGG4 5 (2002), 1272–1273.

SachschlagwortDienst, Evangelium, Globalisierung, Heil, Jüngerschaft, Kolonialismus, Kultur, Macht, Religionsfreiheit, Taufe, Zeugnis, interreligiöser Dialog, Ökumene
Version1.0