Nachweise in SysLex
Ehrenamt(Autor*in )
| Veröffentlicht | 29.10.2026 |
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| Exzerpt | Das Ehrenamt, eine Entwicklung der bürgerlicher werdenden Gesellschaft im 19. Jahrhundert, unterliegt parallel zu den Veränderungen in der Gesellschaft einem Strukturwandel. Empirische Untersuchungen liefern seit den späten 1990er Jahren dazu eine Fülle von Einsichten: Innerhalb Deutschlands sind fast 40 % der Bürger*innen ehrenamtlich tätig, wobei das Engagement im Sport oder für Menschen mit Unterstützungsbedarf überwiegt. Dieses freiwillige Engagement wird in einer wachsenden Zahl jenseits der Vereine, Verbände und Institutionen inmitten der Zivilgesellschaft wahrgenommen. Zugleich verändert sich die Motivlage ehrenamtlicher Tätigkeit – weg von der „Aufopferung“ und der moralischen Verpflichtung hin zur Bereicherung und Zufriedenheit des Lebens. Auch innerhalb der Kirchen lässt sich dieser Prozess anhand von Untersuchungen, die vornehmlich in den 2010er Jahren stattfanden, beobachten. Die sechste Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung (2024) zeigt zugleich, wie bedeutsam die Rolle der Kirche als Ort der Würdigung vorhandener Kompetenzen für den Zusammenhalt der Zivilgesellschaft ist. Auf dieser Grundlage wird es sinnvoll sein, auch in Zukunft zu einer Theologie des Ehrenamtes zu finden, die sich an der paulinischen Charismenlehre orientiert und von dort aus zur Stärkung des Ehrenamtes im kirchlichen Umfeld fähig wird. |
| Sachschlagwort | Barmherzigkeit, Bürger*in, Dienst, Dienstgemeinschaft, Familie, Gemeinwohl, Kirche, Kirchenmitgliedschaft, Partizipation, Sport, Zivilgesellschaft |
| Version | 1.0 |
Tourismus(Autor*in )
| Veröffentlicht | 29.10.2026 |
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| Exzerpt | Der Tourismus ist ein gerade in den letzten beiden Jahrzehnten enorm bedeutsamer Wirtschaftsfaktor geworden: 10 Prozent der Wirtschaftsleistung eines jeden Staates werden in diesem Dienstleistungssektor erzielt. Dabei wirft der moderne Massentourismus eine Menge an ökologischen, sozialen und kulturellen Fragen auf, die einer sozialethischen Durchdringung bedürften. Die internationale Tourismuswirtschaft hat dies mit der Etablierung eines „Global Code for Ethics in Tourism“ erkannt, jedoch ist dieser Kodex nur eingeschränkt wirksam. Die gewaltigen Herausforderungen eines Overtourism oder die sozialen Folgen eines Tourismus in den Ländern des globalen Südens lassen sich damit nicht steuern. Hier bedarf es weitergehender Konzepte durch individuelle Verzichtsleistungen, durch ökonomische Anreize oder durch alternative Narrative eines „sanften“ Reisens. Kirchliche Akteure haben auf diesen Umstand seit den 1970er Jahren aufmerksam gemacht, wobei die Auseinandersetzung mit einer Ethik des Tourismus in der theologischen Sozialethik wie auch in den Kirchen nur ein Nischendasein pflegt– ganz im Gegensatz zur wirtschaftlichen Bedeutung dieses Zweigs der Dienstleistungswirtschaft mit globalen Folgen. Dazu passt, dass im gesamtgesellschaftlichen Diskurs es durchaus Anzeichen dafür gibt, dass die Auseinandersetzung mit den ökologischen und sozialen Folgen des globalen Tourismus zunimmt, jedoch kommt es bisher noch zu keiner durchgehenden Veränderung des Verhaltens der Reisenden. Auch nach mehr als 50 Jahren des Diskurses über den Tourismus ist es bisher nur in Ansätzen zu einer nachhaltigen Steuerung der Tourismuswirtschaft gekommen. |
| Sachschlagwort | Bildung, Energie, Gerechtigkeit, Klimawandel, Kultur, Menschenrechte, Mobilität, Nachhaltigkeit, Sport |
| Version | 1.0 |
