Bernard von Clairvaux

Nachweise in SysLex

Allversöhnung/ Allerlösung(Autor*in )
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Veröffentlicht25. Juni 2026
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Die Lehre von der Allversöhnung (griech. Apokatastasis panton), seltener Allerlösung oder Wiederbringung aller Dinge, besagt, dass dank der Versöhnungstat Christi alles Geschaffene in Gottes Reich eingehen wird. Die Allversöhnungslehre reagiert auf die biblischen Aussagen, dass die Liebe Gottes der gesamten Schöpfung gilt. Bereits in der Alten Kirche formuliert, wurde die Lehre im 6. Jahrhundert verurteilt. Mehrheitlich wurde von da an durch Mittelalter, Reformation und Neuzeit ein doppelter endzeitlicher Ausgang mit der Rettung der Glaubenden und der Verwerfung der Ungläubigen gelehrt. Die von der Lehre von der Apokatastasis panton formulierten theologischen Probleme sind aber bis in die Gegenwart virulent geblieben. Dies gilt umso mehr in einer global gewordenen Welt, in welcher die religiöse und weltanschauliche Pluralität zur allgemeinen Erfahrung geworden ist.

Artikelsammlung
SachschlagwortAllerlösung, Apokatastasis panton, Eschatologie, Freiheit Gottes, Freiheit des Menschen, Freiheit, Hoffnung, Jüngstes Gericht, Reich Gottes, Sünde
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Anerkennung(Autor*in )
Veröffentlicht19. August 2026
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Die Kategorie der Anerkennung gehört zu den Grundbegriffen modernen Sozialdenkens. Mit ihr wird die fundamentale Bedeutung sozialer Beziehungen für die Entwicklung menschlichen Selbstseins thematisiert, das in der Moderne zum Gegenstand von Aushandlung und Kampf wird. Im philosophischen Diskurs wird Anerkennung einerseits als Bedingung eines gerechten Zusammenlebens verstanden. Andererseits wird gerade die Unmöglichkeit vollständig gelingender Anerkennung hervorgehoben. Im theologischen Kontext werden die unter Menschen stets brüchigen Anerkennungsverhältnisse häufig mit einer unbedingten Anerkennung durch Gott kontrastiert, die als Inhalt einer modernisierten Rechtfertigungslehre verstanden werden kann. Zugleich lässt sich bereits in biblischen Texten ein Ethos der Anerkennung nachweisen, das die bedingungslose („göttliche“) Anerkennung des Menschen in sozialen Beziehungen verwirklicht sieht. Dass sich solche Verhältnisse jedoch nie ohne die unerzwingbare Beteiligung des Subjekts verwirklichen lassen, ist die kritische Einsicht einer die Freiheit des Glaubens anerkennenden Theologie.

SachschlagwortGlauben, Identität, Person, Rechtfertigung, Relation, Selbstsein
Version1.0
Demut (ethisch)(Autor*in )
Veröffentlicht2. September 2026
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Während Demut in der griechischen Antike negativ belegt war, wurde sie im Christentum zu einer zentralen Tugend, verbunden mit Selbstbescheidung, Gehorsam und der Einsicht in die eigene Begrenztheit gegenüber Gott. Der Begriff der Demut ist allerdings ambivalent: Demut kann einerseits zu Selbstreflexion und Verantwortungsbewusstsein führen, andererseits aber auch zur Unterwerfung unter Autoritäten missbraucht werden. Heute wird Demut vor allem als Bewusstsein für die eigenen Grenzen, die Abhängigkeit von anderen und die Unsicherheit menschlichen Wissens verstanden, als Einsicht in die Kontingenz alles Denkens, Glaubens und Handelns.

SachschlagwortAbhängigkeit, Anthropologie, Beziehung, Buße, Demut, Dienst, Emotion, Erlösung, Freiheit, Gefühl, Handlung, Macht, Person, Sünde, Unterdrückung, Verantwortung
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Gottesliebe(Autor*in )
Veröffentlicht2. Juni 2026
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In dem Artikel werden Grundlinien eines christlich-theologischen Verständnisses der Gottesliebe skizziert. Dazu wird zunächst auf den Sprachgebrauch und die Bedeutungen der Liebe von Gott und der Liebe zu Gott eingegangen und es werden biblische Überlieferungen und exegetische Diskussionen dargestellt. Sodann werden historische Traditionslinien aufgezeigt, die für das Verständnis der Gottesliebe im Kontext des westlichen Christentums und für entsprechende Glaubenspraktiken und Wertorientierungen zentral sind. Zudem wird auf unterschiedliche Perspektiven und Fragestellungen im ökumenischen und interreligiösen Dialog eingegangen. Abschließend werden Kriterien traumasensibler Deutungen von Gottesliebe diskutiert.

Artikelsammlung
SachschlagwortBarmherzigkeit, Gnade, Gott, Liebe, Nächstenliebe, Selbstliebe
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