Offenbarung (katholisch)

Der Artikel untersucht den Begriff der Offenbarung in seiner sprachlichen, theologischen und philosophiegeschichtlichen Entwicklung. Ausgehend von einer normalsprachlichen Bedeutungsanalyse wird gezeigt, wie das religiöse Verständnis von Offenbarung als grundlegende Veränderung des Gottes- und Weltbezugs zu deuten ist. Dabei werden Spannungen zwischen Vernunft und Offenbarung, insbesondere seit der neuzeitlichen Religionskritik, adressiert. Historische Linien von der biblischen Apokalypsis bis zur modernen Theologie verdeutlichen die Entwicklungen instruktions- und kommunikationshermeneutischer Offenbarungsbegriffe. Auf der Grundlage wird ein systematischer selbstmitteilungshermeneutischer Offenbarungsbegriff skizziert und mit aktuellen Diskursbrennpunkten (interreligiöse Verständigung, Kritik an Anthropozentrismus u. a.) herausgefordert.

Inhaltsverzeichnis

    1. Normalsprachliche Orientierung

    Auch wenn das Wort „Offenbarung“ im normalsprachlichen Gebrauch keine ständige Verwendung findet, ist sein Bedeutungsspektrum recht eindeutig zu erfassen. „Offenbarung“ bezeichnet in der Regel die Sichtbarkeit oder Erkennbarkeit von etwas vorher Verborgenem. Oft kommt dem Geoffenbarten daher ein Moment des Überraschenden, Unerwarteten, Innovativen zu. So spricht man etwa davon, dass sich uns jemand offenbart, wenn er etwas Persönliches enthüllt, das ihn beschäftigt oder bedrückt. Bestimmte Erfahrungen können uns ungeahnte Möglichkeiten offenbaren und wir sprechen davon, dass jemand sein eigentliches Wesen offenbart, wenn er unerwartet böse agiert. Eine tiefere Erfahrung unserer selbst, die etwa eine Infragestellung eingeübter Gewohnheiten bedeutet, kann als Offenbarung bezeichnet werden. Metaphorisch verwenden wir das Wort schließlich, wenn es um gutes Essen, Kunst oder Musik geht, das bzw. die als „echte Offenbarung“ bezeichnet wird. In all diesen Dingen wird ersichtlich, dass unser Sprechen von Offenbarung oft eine Änderung der Wahrnehmung, einen Einschnitt in die Sicht der Dinge bedeutet. Ein gängiger Vergleich in Theologie und Philosophie sind sog. Kippbilder, d. h. Bilder, die je nach Perspektive einen anderen Gegenstand zeigen. Ein berühmtes Beispiel für diese Analogie ist etwa Ludwig Wittgensteins oes-gnd-iconwaiting... Zeichnung des HE-Kopfes, der entsprechend der verschiedenen Betrachtung einen Hasen oder eine Ente zeigt:1Vgl. Wittgenstein, Ludwig, Philosophische Untersuchungen, in: Wittgenstein, Ludwig, Werkausgabe (Bd. 1), Frankfurt a. M. 2006, 225–580, 520.

    Ludwig Wittgensteins Zeichnung des Hase-Enten-Kopfes
    Zu sehen ist eine optische Täuschung, die Darstellung eines Enten- und Hasenkopfs. Je nach Betrachtung handelt es sich bei den Hasenohren um den Entenschnabel und umgekehrt.
    Zu sehen ist eine optische Täuschung, die Darstellung eines Enten- und Hasenkopfs. Je nach Betrachtung handelt es sich bei den Hasenohren um den Entenschnabel und umgekehrt.
    Alternativer TitelZu sehen ist eine optische Täuschung, die Darstellung eines Enten- und Hasenkopfs. Je nach Betrachtung handelt es sich bei den Hasenohren um den Entenschnabel und umgekehrt.
    TitelHase-Enten-Kopf
    Author AttributionWittgenstein, Ludwig, Philosophische Untersuchungen, in: Wittgenstein, Ludwig, Werkausgabe (Bd. 1), Frankfurt a. M. 2006, 225–580, 520.
    Publikationsdatum9. Dezember 2025
    ÜberschriftLudwig Wittgensteins Zeichnung des Hase-Enten-Kopfes
    Ludwig Wittgensteins Zeichnung des Hase-Enten-Kopfes

    Der Begriff der Offenbarung beschreibt den plötzlichen Wechsel der Perspektive vom Hasen auf die Ente (oder umgekehrt), der die Wahrnehmung desselben Gegenstandes grundsätzlich verändert und ihn von nun an als neues, verändertes, u. U. sogar als sein eigentliches Wesen zeigt. Entscheidend ist dabei, dass der Perspektivwechsel einerseits etwas ganz Persönliches ist, also etwas mit meiner Wahrnehmung zu tun hat, zugleich die Sicht auf die Dinge aber so ändert, dass auch die Objektivität der Dinge verändert ist. Ian T. Ramsey oes-gnd-iconwaiting... spricht in diesem Sinne von Offenbarung als „Erschließungserfahrung“. Offenbarung kann entsprechend als tiefgreifende und weltbildverändernde, als die Fundamente meiner Überzeugungen betreffende Erfahrung und in diesem fundamentalen Sinne als „religiös“ verstanden werden.2Vgl. zu dieser Argumentation auch Stosch, Klaus von, Offenbarung (Grundwissen Theologie), Paderborn et al. 2010, 37–45. Zur Diskussion um den Erfahrungsbegriff im Horizont der Theologie der Offenbarung vgl. Lerch, Magnus/Stoll, Christian (Hrsg.), Religiöse Erfahrung. Bestandsaufnahmen und Perspektiven zu einer strittigen Kategorie (QD 333), Freiburg i. Br. 2023.

    2. Warum ist Offenbarung im religiösen Sprachgebrauch wichtig?

    In Judentum, Christentum und Islam3Ich beschränke mich in diesem Artikel auf die großen religiösen Traditionen, in denen Offenbarung begrifflich oder sachlich eine Rolle spielt. ist der Gebrauch des Offenbarungsbegriffs mehrdeutig und vieldimensional.4Vgl. instruktiv etwa Ward, Keith, Religion and Revelation. A Theology of Revelation in the World’s Religions, Oxford 1994. Daher ist es unmöglich, eine Definition zu geben, die alle Bedeutungsebenen umspannt. Aber es lassen sich verschiedene Motive benennen, die regelmäßig (über Religionsgrenzen hinweg) auftauchen:

    1. Offenbarung tritt auf als Geschehen zwischen Gott und Welt, in dem etwas vorher Verborgenes sichtbar bzw. erkennbar wird.
    2. Dieses Geschehen verändert die Gottesbeziehung der Menschen grundlegend.
    3. Es verändert das Welt- und Menschenverhältnis der Menschen grundlegend.
    4. Offenbarung geschieht durch die Mitteilung von Gottes Namen, Wesen und Willen.
    5. Sie weist dem Menschen einen Weg zur Befreiung oder tritt selbst als Geschehen der Befreiung auf.
    6. Sie zeigt dem Menschen Sinn und Richtung seines Lebens und wozu er selbst von Gott her eigentlich fähig ist.
    7. Das Sichtbarwerden des Verborgenen enthüllt so auch, dass die Wirklichkeit je größer ist als mein Verständnis von ihr.
    8. Offenbarung behauptet dementsprechend, dass auch der Tod noch einmal in der größeren Wirklichkeit des Lebens und damit in Gottes Schöpfermacht verstanden werden muss. In diesem Sinne zeigt sie das Leben unter der Perspektive der Hoffnung auf ein ewiges Leben.

    3. Neuzeitliche Religionskritik und zunehmende Bedeutung eines Begriffs von Offenbarung im Christentum

    Aus diesen sehr rudimentären und modularen Begriffsbestimmungen wird ein bis heute grundsätzlich gegebenes Problem des Offenbarungsbegriffs deutlich: Der enthüllende Charakter der Offenbarung ist nicht durch vernünftige Überlegung des Menschen einzuholen und steht deswegen immer im Verdacht, den Menschen ohne seine eigene Einsicht zum Gehorsam, zum Glauben zu zwingen. Umgekehrt gesagt: Wenn die Inhalte der Offenbarung nicht durch eigene Vernunftanstrengung erreicht werden können, steht sie dann nicht unter dem Verdacht, unvernünftig zu sein?

    Dieser religionskritische Verdacht der Unvereinbarkeit von Offenbarung und Vernunft erhöht auf eigentümliche Weise dynamisch den Stellenwert des Offenbarungsbegriffs im philosophischen und theologischen Denken der Neuzeit.5Vgl. zu diesen Überlegungen die noch immer richtungsweisende Arbeit Eicher, Peter, Offenbarung. Prinzip neuzeitlicher Theologie, München 1977.

    • Die Ursprünge der neuzeitlichen Religionskritik können in dem beschriebenen Sinne in der historischen Kritik der Bibel verortet werden. Weil durch diese Kritik Widersprüche zwischen den biblischen Texten oder sachliche Ungenauigkeiten aufgedeckt wurden, geriet ihre weithin akzeptierte Autorität ins Wanken. Insgesamt gewinnt im Zuge der Aufklärung die freie Vernunft (etwa bei Immanuel Kant oes-gnd-iconwaiting... und Johann Gottlieb Fichte oes-gnd-iconwaiting...) eine erkenntnistheoretische Zentralstellung, die zur Prüfinstanz insbesondere auch religiöser Überzeugungen wird. In der Folge etabliert sich die bis heute oft vorfindliche Alternative entweder Offenbarung oder Vernunft, oder zugespitzt: Autorität hat entweder Gott oder der Mensch.
      Diese Alternative prägt die dominanten Strömungen der modernen Religionskritik, etwa bei Ludwig Feuerbach oes-gnd-iconwaiting..., Karl Marx oes-gnd-iconwaiting... oder auch Friedrich Nietzsche oes-gnd-iconwaiting.... Die Zentralstellung des Menschen in der Philosophie der Aufklärung dreht hier die Logik der Offenbarung um: Nicht Gott zeige sich in der Offenbarung dem Menschen, sondern der Mensch offenbare in der Religion seine innersten Wünsche, Unzulänglichkeiten oder Machtansprüche.
      Auf der anderen Seite versuchen Denker wie Friedrich Wilhelm Josef Schelling oes-gnd-iconwaiting... und Georg Wilhelm Friedrich Hegel oes-gnd-iconwaiting... auf je unterschiedliche Weise eine Vermittlung von Göttlichem und Menschlichem zu denken. Weil nämlich die Alternative von Gott und Mensch eine Grenze zwischen beiden setzt, verhindert sie, dass der Begriff des Absoluten (der per definitionem den Ausschluss von Grenzen impliziert) adäquat gebildet wird – unabhängig davon, ob man ihn religiös oder rein philosophisch denkt. Der Begriff des Absoluten muss folglich auch dessen Verhältnis zum Endlichen umfassen. Diese begriffliche Einheit fordert eine reale Vermittlung, ein Werden des Absoluten in endlicher Geschichte und umgekehrt. Genau das – also die Selbstvermittlung des Absoluten in der Geschichte – meint dieser Denklinie nach Offenbarung. Insbesondere Schelling betont dabei den erkenntnistheoretischen Innovationscharakter der Offenbarung, d. h. die Selbstvermittlung des Absoluten ist nicht gleichzusetzen mit der Selbsterkenntnis des Endlichen im Absoluten, sondern die Selbstgabe Gottes in die Freiheit der Geschichte ist je größer als ihr Begriff. Konkret: Die reale Gestalt Jesu Christi ist gerade deshalb Selbstmitteilung Gottes, weil sie jeden philosophischen Begriff derselben durch ihre Konkretheit noch einmal grundlegend verändert.6Zur religionsphilosophischen Einführung in die genannten Akteure vgl. die jeweiligen Beiträge in Breul, Martin/Langenfeld, Aaron (Hrsg.), Der Glaube im Denken. Eine Philosophiegeschichte, Freiburg i. Br. 2023.
    • Ausgehend von den neuzeitlichen Konflikten um den Offenbarungsbegriff und den damit verbundenen Angriffen auf die Vernünftigkeit des Glaubens bezog das Erste Vatikanische Konzil (1869/70) in der dogmatischen Konstitution Dei filius nach katholischer Ansicht verbindlich Stellung zum theologischen Verständnis des Offenbarungsbegriffs. Folgende Elemente werden dabei festgehalten:
      • Offenbarung ist zu verstehen als Einheit von Wesens- und Willensmitteilung Gottes;
      • natürliche Gotteserkenntnis ist zwar möglich, allerdings unter den Bedingungen der Sünde nur aufgrund der Offenbarung;
      • die übernatürliche Offenbarung übersteigt das menschlich-natürliche Erkenntnisvermögen völlig.
      Insgesamt bezieht sich das Vaticanum stark auf den Erkenntnisaspekt und – nach heutigen Maßstäben – weniger auf den soteriologischen Gehalt des Offenbarungsbegriffs. Historisch ist das freilich vor dem Hintergrund der auf Gotteserkenntnis gerichteten Religionskritik verständlich. Insofern legt das Konzil auch großen Wert auf die Autoritätsfrage sowohl in allgemeiner Hinsicht als auch besonders im Hinblick auf Schrift und Tradition.
    • Während die Theologie katholischerseits zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit diesem Autoritätsanspruch und dem Verhältnis von natürlicher und übernatürlicher Offenbarung ringt, setzt sich evangelischerseits nach dem Einschnitt des Ersten Weltkriegs mit der dialektischen Theologie eine starke Betonung der Offenbarung gegenüber der menschlichen Vernunft durch. Insbesondere Karl Barth oes-gnd-iconwaiting... ist mit dieser neuen Fokussierung göttlicher Selbstmitteilung verbunden, die jeden menschlichen (natürlichen) Erkenntnisanspruch als mangelhaft und vorläufig entlarvt.7Vgl. Barth, Karl, Kirchliche Dogmatik, Zürich 1932–1976, Bde. I/1 und 2.
    • Diese Neubesinnung auf die Initiative Gottes im Offenbarungsgeschehen orientiert in differenzierter Weise auch die katholische Theologie (so etwa bei Hans Urs von Balthasar oes-gnd-iconwaiting..., Karl Rahner oes-gnd-iconwaiting... und Joseph Ratzinger oes-gnd-iconwaiting...).8Vgl. von Balthasar, Hans Urs, Herrlichkeit. Eine theologische Ästhetik (Band 1), Schau der Gestalt, Einsiedeln 2019; Rahner, Karl, Grundkurs des Glaubens. Einführung in den Begriff des Christentums (SW 26), Freiburg i. Br. 1999, 1–445, Gänge 4, 5 u. 6; Ratzinger, Joseph, Offenbarungsverständnis und Geschichtstheologie Bonaventuras (GS 2), Freiburg i. Br. 2009. In Fortführung des Ersten Vatikanischen Konzils erfolgt durch die dogmatische Konstitution Dei verbum des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) die verbindliche Umsetzung, indem das Konzil dem Begriff der Offenbarung eine eigene Konstitution widmet und die erkenntnistheoretischen Bestimmungen des Ersten Vaticanums neu soteriologisch akzentuiert:9Anders als im Falle des Ersten Vatikanischen Konzils sind die Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils in Deutscher Sprache online zu finden: https://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19651118_dei-verbum_ge.html, abgerufen am 09.12.2025).
      • Anlass der Offenbarung ist Gottes bedingungsloser Wille, den Menschen an seinem Wesen Anteil zu geben;
      • Inhalt der Offenbarung ist dementsprechend sein trinitarisches Wesen selbst, das die Liebe ist;
      • Schrift, Tradition und Lehramt sind aus dem Geschehen der Selbstmitteilung Gottes in der Geschichte zu verstehen;
      • die Schrift besitzt dabei als göttliches inspiriertes Menschenwort eine emporgehobene Stellung gegenüber Tradition und Lehramt und soll auch im Leben der Kirche eine herausgehobene, normierende, aber selbst nicht normierte Rolle spielen.
    • Der starken Betonung eines selbstmitteilungstheoretischen Offenbarungsbegriffs stehen eine Reihe kritischer Ansätze gegenüber. Diese markieren in unterschiedlicher Weise die Gefahr der falschen Suggestion einer epistemischen Vollständigkeit der Offenbarung im Begriff der Selbstmitteilung. So gerate der biblisch-eschatologische Grundimpuls der Idee von Offenbarung aus dem Blick. Evangelischerseits kritisiert etwa Wolfhart Pannenberg oes-gnd-iconwaiting... an der Tradition Karl Barths oes-gnd-iconwaiting... einen gewissen Subjektivismus, da nur die Erfahrung Jesu im Glauben des Einzelnen eine Rolle spiele, nicht aber die öffentliche, auf das eschatologische Reich Gottes vorgreifende Geschichte.10Vgl. Pannenberg, Wolfhart, Offenbarung als Geschichte, Göttingen 51982. Auf katholischer Seite betont beispielsweise Johann Baptist Metz oes-gnd-iconwaiting... gegenüber der Rahnerschen Linie die noch ausständige eschatologische Gerechtigkeit und warnt vor einer Überbetonung des „schon jetzt“ der Offenbarung gegenüber ihrem „noch nicht“. Die so angezeigte Bedeutung der Geschichte für einen Begriff der Offenbarung – auch in seiner selbstmitteilungstheoretischen Fassung – bleibt bis in die Gegenwart virulent.11Vgl. Metz, Johann Baptist, Glaube in Geschichte und Gesellschaft. Studien zu einer praktischen Fundamentaltheologie, Mainz 31980.

    4. Bibeltheologische und theologiegeschichtliche Deutungslinien

    Die vorherigen Überlegungen haben gezeigt, inwiefern die heutige Auseinandersetzung um den Offenbarungsbegriff mit der grundlegenden Frage nach der Vernünftigkeit und Erkennbarkeit von religiösen Überzeugungen zu tun hat. In historischen oder lokalen Kontexten, in denen der Glaube an einen Gott mehr oder weniger selbstverständlich ist, wird auch die Möglichkeit seiner Offenbarung selbstverständlich gedacht. Entsprechend wird dort weniger über das Dass der Offenbarung und mehr über das Was, den Inhalt der Offenbarung und seine Deutung gestritten. Fragt man nach dem biblischen Horizont des Offenbarungsbegriffs, verwundert es also kaum, dass der Begriff „Offenbarung“ nicht im Sinne seiner heutigen erkenntnistheoretischen Verwendung begegnet.

    • Dem Gebrauch nach am engsten verwandt ist das aus dem Althochdeutschen stammende deutsche Wort „Offenbarung“ mit dem neutestamentlichen apokalypsis. Entsprechend wird apokalypsis in der Regel auch übersetzt mit „Offenbarung“ oder „Enthüllung“. Das deutsche Wort „Apokalypse“ wird heute nun meist eher mit „Weltuntergang“ in Verbindung gebracht. Obwohl dieser Zusammenhang nicht berührungslos neben dem neutestamentlichen apokalypsis steht, meint letzteres primär eine neue Sicht der Gegenwart, die aus der Enthüllung der Gestalt des Endes der Geschichte resultiert. Weil sich in Christus Gottes Endgültigkeit enthüllt hat, ist diese Endgültigkeit, das Reich Gottes, schon jetzt angebrochen (Lk 17,20f.[20] Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußeren Zeichen; [21] man wird auch nicht sagen: Siehe, hier!, oder: Da! Denn sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch.Zur Bibelstelle).
    • Für die neutestamentlichen Texte bleibt es die grundlegende „Enthüllung“ schlechthin, dass mit Leben, Tod und Auferstehung Jesu das Verhältnis des Menschen zu Gott, zur Welt und zu sich selbst grundlegend neu erscheint (2Kor 5,17–19[17] Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. [18] Aber das alles ist von Gott, der uns mit sich selber versöhnt hat durch Christus und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt. [19] Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.Zur Bibelstelle). Gott hat sich um des Menschen willen selbst menschlich enthüllt (Joh 1,14Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.Zur Bibelstelle; Offb 21,3Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein;Zur Bibelstelle). Der Mensch muss nicht (mehr) um Gottes Zuwendung bangen, weil sie ein für allemal erfolgt ist (Lk 2,10Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;Zur Bibelstelle;Mt 6,19–34[19] Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo Motten und Rost sie fressen und wo Diebe einbrechen und stehlen. [20] Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. [21] Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.[22] Das Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein. [23] Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein![24] Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.[25] Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? [26] Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie? [27] Wer ist aber unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?[28] Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. [29] Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. [30] Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: Sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? [31] Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? [32] Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft.[33] Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. [34] Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.Zur Bibelstelle; Röm 8,31–34[31] Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? [32] Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?[33] Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. [34] Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und für uns eintritt.Zur Bibelstelle.35–39[35] Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? [36] Wie geschrieben steht : »Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe.«[37] Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. [38] Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, [39] weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.Zur Bibelstelle): Weil Gott einen Ort bei den Menschen einnimmt, erkennt der Mensch seinen ursprünglichen Ort bei Gott (Phil 2,6–11[6] Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, [7] sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. [8] Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. [9] Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, [10] dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, [11] und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.Zur Bibelstelle; Kol 1,15Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes,der Erstgeborene vor aller Schöpfung.Zur Bibelstelle). Diese bedingungslose Entschiedenheit Gottes für seine Schöpfung wird nicht nur in Jesu Worten (Joh 13,34Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt.Zur Bibelstelle), sondern auch in seinem Handeln sichtbar: Er verkörpert in einem unmittelbaren Leben aus der Liebe in unüberbietbarer Weise Gottes Verhältnis zum Menschen – und damit das dem Menschen von Gott her Mögliche (Joh 15,13Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.Zur Bibelstelle;1Joh 4,15f.[15] Wer nun bekennt, dass Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er in Gott. [16] Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat: Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.Zur Bibelstelle).
    Weiterführende Infos WiBiLex und WiReLex

    Für bibelkundliche und religionspädagogische Vertiefungen siehe folgende Artikel:
    Dormeyer, Detlev, Art. Jesus Christus, in: WiBiLex, 2012 (https://bibelwissenschaft.de/stichwort/51866/), abgerufen am 12.12.2025.
    Dormeyer, Detlev, Art. Tod Jesu, in: WiBiLex, 2012 (https://bibelwissenschaft.de/stichwort/54040/), abgerufen am 12.12.2025.
    Pemsel-Maier, Sabine, Art. Auferstehung Jesu, in: WiReLex, 2025 (https://bibelwissenschaft.de/stichwort/100283/), abgerufen am 12.12.2025.
    Pemsel-Maier, Sabine, Art. Offenbarung, in: WiReLex, 2025 (https://bibelwissenschaft.de/stichwort/100066/), abgerufen am 12.12.2025.

    • Wenn die dogmatische Tradition der Spätantike in der Folge auf den christologischen und pneumatologischen Konzilien12Im Blick sind die Konzilien von Nicäa bis zum Dritten Konstantinopolitanum. die Gottheit von Christus und des Geistes festhält, so ist dies dem Bemühen geschuldet, der erfahrenen Offenbarung der radikalen Menschlichkeit Gottes und der Endgültigkeit seiner Zuwendung begrifflich Rechnung zu tragen. Die trinitarischen Formeln, die vom Neuen Testament bis in die Dogmatik hinein die Struktur des christlichen Offenbarungsbegriffs prägen, geben Zeugnis von dem Bemühen um ein Verstehen des Glaubens, dass Gott wirklich Mensch geworden ist (Sohn), dem Menschen Anteil an seinem Menschsein gibt (Heiliger Geist) und gerade in dieser Zuwendung ganz und gar souveräner Gott ist (Vater).
    • Die Frage nach dem passiven und aktiven Einbezug des Menschen in das Geschehen der Offenbarung wird die Theologie- und Kirchengeschichte über die Jahrhunderte hinweg prägen: von den christologisch-pneumatologischen Dogmen, über die Augustinus oes-gnd-iconwaiting...Pelagius oes-gnd-iconwaiting...-Kontroverse bis zum Gnadenstreit zwischen Jesuiten und Dominikanern, von Anselm von Canterburys oes-gnd-iconwaiting... Satisfaktionslehre über die Debatte zwischen Luther oes-gnd-iconwaiting... und Erasmus oes-gnd-iconwaiting... bis hin zu den spätmodernen Auseinandersetzungen um Natur und Gnade.

    Zusammenfassend ist der Begriff von Offenbarung in Schrift und Tradition durch Gottes Bewegung auf den Menschen zu – und die mögliche Teilhabe des Menschen an dieser Bewegung auf Gott zu – geprägt. Diese Deutungslinie ist immerhin so dominant, dass die dialektische Bewegung von Gott und Mensch selbst als Inhalt der Offenbarung, d. h. als ursprüngliches Beziehungsgeschehen verstanden und in den freilich älteren trinitarischen Formulierungen verortet wird: Gott selbst ist die Beziehung,13Vgl. 1Joh 4,16Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat: Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.Zur Bibelstelle. Maßgeblich für diese Interpretationslinie sind sodann die Kappadokischen Väter. in der der Mensch wesentlich neu auf die Welt und ihre Zukunft ausgerichtet wird. Die diesen Einsichten zugrundeliegenden Erfahrungen haben sich historisch in zwei großen Verstehenszugängen zum Offenbarungsbegriff manifestiert, einem instruktionshermeneutischen und einem kommunikationshermeneutischen:

    • Das neutestamentlich greifbare Bewusstsein um die endzeitliche Transformation der Gegenwart geht einher mit einer Naherwartung des wirklichen Endes der Welt und der Wiederkunft Jesu. Als diese ausbleibt, beginnt sich auch das Verständnis von Offenbarung zu ändern. Die eschatologische Entschiedenheit Gottes für den Menschen, die sich in Christus geoffenbart hat, ist nun durch die Zeiten hindurch bis zum faktischen Endgericht zu bewahren und möglichst unverfälscht zu überliefern. In dem Maße, in dem die Erfahrung der Gegenwart Gottes zu schwinden droht, wächst also die Bedeutung der Bewahrung und der Nachfolge, um die alles verändernde Grunderfahrung des Glaubens nicht zu verlieren. Das Zeugnis der Schrift und die Überlieferung gewinnen den Status einer Instruktion, die den Weg bis zur Wiederkunft Christi weist.
    • Dieses instruktionshermeneutische Offenbarungsverständnis hat die Kirchen- und Theologiegeschichte über weite Strecken geprägt, weist allerdings verschiedene theologische Schwierigkeiten auf. Besonders schwer wiegt die Gefahr, die Gegenwart Gottes in der Kirche und somit seine transhistorisch bedingungslose Zuwendung zum Menschen zu verkürzen und stattdessen ausschließlich die vergangene Gegenwart zu betonen. Das kann wiederum bedeuten, dass die Gegenwart Gottes an Relevanz verliert und die sie bezeugende Instanz, nämlich die Kirche, überproportional an Bedeutung gewinnt. Aus theologischer Sicht ist dieser Aspekt für Martin Luthers oes-gnd-iconwaiting... Kritik der römischen Kirche seiner Zeit und die folgende Spaltung der Kirchen sicher nicht zu unterschätzen.
    • Auch die oben bereits skizzierte neuzeitliche Religionskritik nimmt Anstoß an einem instruktionstheoretischen Verständnis, insofern sie hinter der engen Bindung an die Vergangenheit des (angeblich) historischen Lebens Jesu und der propagierten Hoffnung auf eine Wiederkunft Jesu einen Verrat an der Gegenwart und eine Teilhabe an den Unrechtsstrukturen wähnt.14Neben dem bereits erwähnten Friedrich Nietzsche oes-gnd-iconwaiting... findet sich diese Kritik besonders bei Camus, Albert, Der Mensch in der Revolte, Reinbek 282011.
    • Sowohl aus theologischen als auch aus philosophischen Gründen gewinnt im 19. und 20. Jahrhundert ein kommunikationshermeneutisches Offenbarungsverständnis an Gewicht, das die Kommunikation, die je gegenwärtige Gemeinschaft Gottes mit den Menschen in den Fokus rückt. An die Stelle der Annahme, Gott habe bloß etwas für den Menschen Gültiges mitgeteilt, tritt das Verständnis, dass Gott sich selbst mitteilt, um in Beziehung zum Menschen zu treten.

    5. Konturen einer selbstmitteilungshermeneutischen Theologie der Offenbarung

    Das Verständnis von Offenbarung als Selbstmitteilung Gottes ist heute im nordatlantischen Wissenschaftsraum das weithin akzeptierte Paradigma. Folgende Gründe werden dabei vor allem geltend gemacht:

    • Es ist die Grundannahme des Christentums schlechthin, dass Gott sich selbst in der historischen Gestalt Jesu mitgeteilt hat. Im Fokus steht also nicht die Annahme, dass Jesus wahre Sätze über die Wirklichkeit vom Standpunkt Gottes aus verkünden konnte. Vielmehr geht es darum, dass Leben, Sterben und Auferstehung Jesu die praktische Form seiner Verkündigung darstellen. Nur in dieser Einheit lässt sich das radikal Innovative und Befreiende des christlichen Offenbarungsglaubens explizieren.
    • Philosophisch erscheint die Annahme problematisch, Gott könne ausschließlich seinen Willen kundtun, ohne auch sein Wesen bzw. sich selbst zu offenbaren. Geht man von der Annahme aus, dass Gott in seinen Willensäußerungen authentisch spricht (und nicht etwa lügt oder in die Irre führt), dann hat das Gesagte auch etwas mit ihm selbst zu tun. Umgekehrt heißt das nicht, dass es keine Willensäußerung Gottes geben könnte, sondern lediglich, dass Wesen und Wille Gottes nicht voneinander zu trennen sind.15Zur ausführlichen Begründung vgl. Langenfeld, Aaron, „I am who I am“ (Ex 3,14). A Christian Examination of Divine Freedom, in: Sanders, John/Stosch, Klaus von (Hrsg.), Divine Action. Challenges for Muslim and Christian Theology (Beiträge zur Komparativen Theologie 35), Paderborn et al. 2021, 95–112.
    • Daraus ergibt sich auch, dass zur Ergründung des Willens Gottes nicht einfach isolierte Schriftzitate oder Bruchstücke der Tradition in Anspruch genommen werden können, sondern die normativen Handlungsaufforderungen immer mit der Wesensmitteilung Gottes in Beziehung zu setzen sind.

    Sind in diesem Sinne gute Gründe gegeben, Offenbarung (mindestens auch) als Selbstmitteilung zu denken, führt nur eine konkrete Reflexion über den Inhalt der Offenbarung zur Möglichkeit einer Präzisierung ihrer Form. Im Folgenden will ich entsprechend einen Vorschlag zum Verständnis eines konkreten Begriffs der Selbstmitteilung skizzieren:16Zur ausführlichen Darstellung meiner Position vgl. Langenfeld, Aaron, Offenbarung als Grund theologischer Erkenntnis. Versuch einer Verteidigung der Einheit von Offenbarung und Glaube im Rahmen einer trinitarischen Logik der Selbstmitteilung, in: Nitsche, Bernhard/Reményi, Matthias (Hrsg.), Problemfall Offenbarung. Grund – Konzepte – Erkennbarkeit, Freiburg i. Br. 2022, 181–221.

    • Die christliche Theologie der Offenbarung gewinnt ihren Inhalt von Jesus Christus her. Er wird verstanden als Gottes gesprochenes Wort, als wirkliche Selbstmitteilung Gottes in der Geschichte.
    • Als dieses Wort Gottes ist er untrennbar mit dem Sprecher, Gott selbst, verbunden. Zugleich weist die Unterscheidung des sprechenden Gottes und des gesprochenen Wortes eine Differenzstruktur in Gottes Wesen selbst auf. In der Sprache Jesu äußert sie sich in dessen Unterscheidung vom „Vater“, die ihn in der Theologie des Neuen Testaments und der frühen Kirche als „Sohn“ identifiziert.
    • Der sprechende Gott und sein gesprochenes Wort sind zugleich untrennbar mit dem „Hörenkönnen“ des Wortes verbunden. Dass Jesus als Wort Gottes für die Menschen vernehmbar ist, wird in der christlichen Tradition mit dem Heiligen Geist identifiziert und damit selbst noch einmal Gott zugeschrieben. Ein klassisches Bild zur Verdeutlichung ist die Beschreibung des Geistes als Atem, der das Wort intoniert. Etwas moderner lässt sich auch von einem Resonanzraum sprechen, der zugleich mit dem Wort gesetzt ist, insofern sich der Mensch bereits in ihm vorfindet, und in dem er entsprechend zur Kommunikation mit Gott befähigt ist. Auch das passive Moment des Resonanzraumes differenziert die Struktur des göttlichen Sprechaktes weiter aus: Sprecher, gesprochenes Wort und Resonanzraum bilden eine untrennbare Einheit.

    Die trinitarische Struktur der Selbstmitteilung Gottes ist wesentlich für das christliche Offenbarungsverständnis, da durch sie die Gegenwart Gottes in der Geschichte verständlich gemacht werden kann.

    • Die Fähigkeit des Menschen, das Wort Gottes hören zu können, wird Gott als dem Heiligen Geist zugeschrieben. Vermeidet man das Missverständnis einer Unterjochung der menschlichen Freiheit durch den Geist und begreift man umgekehrt die Freiheit als pneumatische Offenheit des Menschen für Christus, lässt sich ein direkter Subjekt- und damit Gegenwartsbezug der Offenbarung plausibilisieren. In der von Gott eröffneten Freiheit zu Christus ist es dem Menschen möglich, den historisch einmaligen Anruf des Lebens Jesu in seiner Gegenwart zu vernehmen – vermittelt durch die Zeugnisinstanzen der Schrift und der Kirche, aber auch insbesondere auf dem Angesicht der von Christus ins Zentrum gerückten Marginalisierten.
    • Weil Gott als trinitarisches Wesen in sich als Beziehung verstanden wird und diese Beziehung in der Lebenspraxis und der Verkündigung Jesu als Nächstenliebe bestimmt wird, wird Gott bereits früh in der Christentumsgeschichte mit der Liebe selbst identifiziert. Gott selbst ist also, was in seiner Offenbarung für den Menschen befreiende Wirklichkeit wird.
    • Dass der Mensch in seiner Freiheit zur Teilhabe an der Liebe befähigt ist, dass er sie erfahren und weitergeben kann, bildet christlich-theologisch das Zentrum der Einheit von Wesens- und Willensoffenbarung. Gott bleibt auch in der Gegenwart dem Menschen nicht fern, sondern ist real präsent in der communio der Menschen. In der liebevollen Gemeinschaft mit anderen wird der Zuspruch Gottes immer wieder neu (als wirkliche Selbstmitteilung) vernehmbar und impliziert zugleich den Anspruch (als wirkliche Selbstmitteilung), aus der Liebe heraus zu leben und anderen das Wort hörbar zu machen.

    6. Brennpunkte und lose Enden

    Die Debatte um den Begriff der Offenbarung dauert freilich an und fokussiert gegenwärtig diverse Herausforderungen. Im Folgenden seien nur einige wenige, wenngleich auch zukünftig weiterhin zentrale Aspekte genannt:

    1. Entscheidend für eine rationale Verantwortung des Offenbarungsbegriffs – auch in ökumenischer Hinsicht – ist eine plausible Verhältnisbestimmung von Offenbarung und Geschichte. Während Katholizismus und Orthodoxie tendenziell das gegenwärtig Innovative des trinitarischen Selbstmitteilungsgeschehens zugunsten des Überlieferten vernachlässigen, tut sich der Protestantismus schwerer, Gnade als geschichtliches und tradiertes Geschehen zu begreifen. Vor dem Problem, einen geschichtsbewussten Offenbarungsbegriff zu reflektieren, stehen die Konfessionen gleichwohl gemeinsam.17Vgl. exemplarisch die Diskussionsbeiträge Petzoldt, Matthias, Christusvertrauen. Eine Glaubenslehre in fundamentaltheologischer Perspektive, in: Beyer, Martin et al. (Hrsg.), Resonanzen des Vertrauens. Impulse für eine Glaubenslehre (Theologie – Kultur – Hermeneutik 38), Leipzig 2025, 13–88 und Langenfeld, Aaron, Offenbarung und Tradition. Katholische Anmerkungen zu einem komplexen Verhältnis, in: Beyer, Martin et al. (Hrsg.), Resonanzen des Vertrauens. Impulse für eine Glaubenslehre (Theologie – Kultur – Hermeneutik 38), Leipzig 2025, 89–121.
    2. In der interreligiösen Verständigung über den Begriff der Offenbarung stellt sich nämlich allen christlichen Konfessionen die Frage, wie das Judesein Jesu und damit auch sein Bezug zum stark geschichtlich orientierten Offenbarungsverständnis der Tora nicht nur nicht abgewertet wird, sondern gerade als Bedingung und Lernort der Christologie und entsprechend des Kernelements christlicher Theologie der Offenbarung begriffen werden kann.18Vgl. exemplarisch Stosch, Klaus von, Die Einzigkeit Jesu Christi als Implikat der Einzigkeit Israels. Plädoyer für eine mutual-inklusive Lesart der Christologie in der Israeltheologie, in: Danz, Christian et al. (Hrsg.), Christologie zwischen Judentum und Christentum. Jesus, der Jude aus Galiläa, und der christliche Erlöser (Dogmatik in der Moderne 30), Tübingen 2020, 291–309. Mit Blick auf den islamischen Offenbarungsanspruch und seinen Bezug auf Tora und Jesus stellt sich die Frage, ob und wie der Koran und die Überlieferung christologischer und pneumatologischer Lernort sein können. Neuere Forschung legt nahe, dass hier rezeptionsgeschichtliches Potenzial für die Verständigung und gegenseitige Würdigung von Muslim*innen und Christ*innen gegeben ist.19Vgl. Dockter, Cornelia, Geist im Wort. Aktuelle christologische Debatten im Horizont koranischer Perspektiven (Beiträge zur Komparativen Theologie 32), Paderborn 2020.
    3. Der Begriff der Offenbarung sieht sich zahlreichen inner- und außertheologischen Kritikpunkten ausgesetzt, die in seiner theologischen Reflexion produktiv zu bedenken sind: 20Innerkatholisch sind diese Fragen insbesondere von Saskia Wendel oes-gnd-iconwaiting... neu entfacht worden. Zur Darstellung vgl. ihren Beitrag „Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!“ (Mk 15,39). Offenbarung – eine Deutungskategorie des Glaubens, in: Nitsche, Bernhard/Reményi, Matthias (Hrsg.), Problemfall Offenbarung. Grund – Konzepte – Erkennbarkeit, Freiburg i. Br. 2022, 89–119. Zur kritischen Auseinandersetzung mit ihrer Position im selben Band vgl. vor allem Lerch, Magnus, Vernunft und Offenbarung in geschichtlicher Kontingenz. Eine Erwiderung an Saskia Wendels Kritik an der Offenbarungstheologie, in: Nitsche, Bernhard/Reményi, Matthias (Hrsg.), Problemfall Offenbarung. Grund – Konzepte – Erkennbarkeit, Freiburg i. Br. 2022, 120–145. Zur neueren innerkatholischen Diskussion des Offenbarungsbegriffs vgl. außerdem Hoff, Gregor Maria/Knop, Julia (Hrsg.), Widerständige Offenbarung. Ein theologisches Motiv in der Diskussion (QD 341), Freiburg i. Br. 2025, besonders Reményi, Matthias, Lob des Zirkels. Über die ontologische Struktur von Offenbarungsereignissen und deren Erkennbarkeit, in: Hoff, Gregor Maria/Knop, Julia (Hrsg.), Widerständige Offenbarung. Ein theologisches Motiv in der Diskussion (QD 341), Freiburg i. Br. 2025, 196–214.
      • Ein wiederkehrendes Motiv ist der Vorwurf der Heteronomie bzw. des Extrinsezismus. Demnach könne Offenbarung nie den Anspruch auf Gehorsam im Glauben erheben, wenn der Begriff der Offenbarung nicht auch aus reiner Vernunft erreicht werden könne. Zum Umgang mit diesem Vorwurf ist eine partizipative Verhältnisbestimmung von Offenbarung und Freiheit entscheidend.
      • Immer wieder begegnet auch der Vorwurf einer epistemischen Unaufrichtigkeit des Offenbarungsbegriffs. Gemeint ist damit, dass der Offenbarungsbegriff einen scheinbaren Objektivitätsstandpunkt einnimmt, den Menschen aufgrund der subjektiven Prägung aller Erkenntnis gar nicht haben können. Demgegenüber sei Offenbarung eher als Deutung aus dem Glauben denn als Begründung für den Glauben zu verstehen. Auch wenn zuzugeben ist, dass der subjektive Aspekt der Annahme der Offenbarung im eigenen Leben nicht außerhalb des Begriffs von Offenbarung selbst liegen darf, so ist doch gegen eine einseitige Beschränkung auf das subjektive Moment auch die Unableitbarkeit und der Wert des dem Subjekt in der Geschichte Begegnenden zu würdigen. Eine Vermittlung ermöglicht ggf. der Begriff der „Erfahrung“. In der Erfahrung wird die „objektive“ Wirklichkeit „subjektiv“ reflektiert. Deutung und Begründung des Glaubens aus der Erfahrung widersprechen sich daher gar nicht, sondern greifen dialektisch ineinander.
      • Der Vorwurf der politischen Manipulativität schließt an den zuvor genannten Aspekt an und kritisiert die offenbarungstheologisch begründete Möglichkeit einer Teilung menschlicher Überzeugungen in richtig und falsch. Diese Unterscheidung lebe aus der Annahme eines epistemischen Privilegs und legitimiere Gewalt gegen Andersgläubige und -denkende in besonderem Maße. Dieser Vorwurf richtet sich insbesondere gegen starke instruktionstheoretische Offenbarungsbegriffe und ist vor dem Hintergrund deren eigentlicher Bindung an kommunikationstheoretische Implikate durchaus ernstzunehmen. Zugleich ist der Vorwurf dann irreführend, wenn er die Möglichkeit von Wahrheitsansprüchen grundsätzlich bestreitet.
      • Oft wird gegenwärtig eine Anthropozentrismuskritik geäußert, d. h. der tradierte Begriff der Offenbarung beschränke sich auf den Menschen und schließe die übrige Schöpfung nicht mit ein.21Zur Auseinandersetzung vgl. Spies, Franca, Das Materielle in Schöpfung und Inkarnation. Theologische Erkundungen im Dialog mit Karen Barads Agentiellem Realismus, Bielefeld 2025. In der Tat ist zu bedenken, wie ein naturintegratives Verständnis des Wortes Gottes theologisch bestimmt werden kann. Ein Weg kann hier die Betonung der untrennbaren Einheit von Schöpfung und Erlösung sein, die auch die Naturgeschichte der Freiheit umfasst und damit das Wachstum der Fähigkeit des Hörenkönnens des Wortes als Werden der trinitarischen Selbstmitteilung in der Natur nahelegt.22Vgl. Langenfeld, Aaron, Möglichkeit der Freiheit. Überlegungen zu einem freiheitsemphatischen Begriff des Geistes Gottes, in: Langenfeld, Aaron et al. (Hrsg.), Menschlicher Geist – Göttlicher Geist? Beiträge zur Philosophie und Theologie des Geistes (STEP 22), Münster 2020, 331–371. Zur Relevanz naturgeschichtlicher Forschung für die Theologie vgl. Breul, Martin/Helmus, Caroline (Hrsg.), The Philosophical and Theological Relevance of Evolutionary Anthropology. Engagements with Michael Tomasello, Abdingdon 2023.
      • Zuletzt stellen säkularistische Revisionen des Offenbarungsbegriffs eine aktuelle Herausforderung dar. Die These etwa, die Selbstmitteilung Gottes in der Gestalt eines Menschen und der Tod Gottes am Kreuz offenbare zuletzt Gottes Endlichkeit und – entsprechend der Projektionshypothese – sein eigentliches Menschsein, nimmt Kerngedanken der Theologie des 20. Jahrhunderts auf und interpretiert sie atheistisch neu.23Vgl. Žižek, Slavoj/Milbank, John, The Monstrosity of Christ. Paradox or Dialect? Cambridge, MA 2009. Zwar steht die Theologie der Offenbarung diesen Kritiken keineswegs sprachlos gegenüber, aber es bedarf einer gründlichen Auseinandersetzung, die Nähe und Distanz des christlichen Offenbarungsbegriff zu neueren Positionen des Atheismus klärt.

    Weiterführende Literatur

    Hoff, Gregor Maria/Knop, Julia (Hrsg.), Widerständige Offenbarung. Ein theologisches Motiv in der Diskussion (QD 341), Freiburg i. Br. 2025.

    Nitsche, Bernhard/Reményi, Matthias (Hrsg.), Problemfall Offenbarung. Grund – Konzepte – Erkennbarkeit, Freiburg i. Br. 2022.

    Stosch, Klaus von, Offenbarung (Grundwissen Theologie), Paderborn et al. 2010.

     

    Einzelnachweise

    • 1
      Vgl. Wittgenstein, Ludwig, Philosophische Untersuchungen, in: Wittgenstein, Ludwig, Werkausgabe (Bd. 1), Frankfurt a. M. 2006, 225–580, 520.
    • 2
      Vgl. zu dieser Argumentation auch Stosch, Klaus von, Offenbarung (Grundwissen Theologie), Paderborn et al. 2010, 37–45. Zur Diskussion um den Erfahrungsbegriff im Horizont der Theologie der Offenbarung vgl. Lerch, Magnus/Stoll, Christian (Hrsg.), Religiöse Erfahrung. Bestandsaufnahmen und Perspektiven zu einer strittigen Kategorie (QD 333), Freiburg i. Br. 2023.
    • 3
      Ich beschränke mich in diesem Artikel auf die großen religiösen Traditionen, in denen Offenbarung begrifflich oder sachlich eine Rolle spielt.
    • 4
      Vgl. instruktiv etwa Ward, Keith, Religion and Revelation. A Theology of Revelation in the World’s Religions, Oxford 1994.
    • 5
      Vgl. zu diesen Überlegungen die noch immer richtungsweisende Arbeit Eicher, Peter, Offenbarung. Prinzip neuzeitlicher Theologie, München 1977.
    • 6
      Zur religionsphilosophischen Einführung in die genannten Akteure vgl. die jeweiligen Beiträge in Breul, Martin/Langenfeld, Aaron (Hrsg.), Der Glaube im Denken. Eine Philosophiegeschichte, Freiburg i. Br. 2023.
    • 7
      Vgl. Barth, Karl, Kirchliche Dogmatik, Zürich 1932–1976, Bde. I/1 und 2.
    • 8
      Vgl. von Balthasar, Hans Urs, Herrlichkeit. Eine theologische Ästhetik (Band 1), Schau der Gestalt, Einsiedeln 2019; Rahner, Karl, Grundkurs des Glaubens. Einführung in den Begriff des Christentums (SW 26), Freiburg i. Br. 1999, 1–445, Gänge 4, 5 u. 6; Ratzinger, Joseph, Offenbarungsverständnis und Geschichtstheologie Bonaventuras (GS 2), Freiburg i. Br. 2009.
    • 9
      Anders als im Falle des Ersten Vatikanischen Konzils sind die Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils in Deutscher Sprache online zu finden: https://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19651118_dei-verbum_ge.html, abgerufen am 09.12.2025).
    • 10
      Vgl. Pannenberg, Wolfhart, Offenbarung als Geschichte, Göttingen 51982.
    • 11
      Vgl. Metz, Johann Baptist, Glaube in Geschichte und Gesellschaft. Studien zu einer praktischen Fundamentaltheologie, Mainz 31980.
    • 12
      Im Blick sind die Konzilien von Nicäa bis zum Dritten Konstantinopolitanum.
    • 13
      Vgl. 1Joh 4,16. Maßgeblich für diese Interpretationslinie sind sodann die Kappadokischen Väter.
    • 14
      Neben dem bereits erwähnten Friedrich Nietzsche oes-gnd-iconwaiting... findet sich diese Kritik besonders bei Camus, Albert, Der Mensch in der Revolte, Reinbek 282011.
    • 15
      Zur ausführlichen Begründung vgl. Langenfeld, Aaron, „I am who I am“ (Ex 3,14). A Christian Examination of Divine Freedom, in: Sanders, John/Stosch, Klaus von (Hrsg.), Divine Action. Challenges for Muslim and Christian Theology (Beiträge zur Komparativen Theologie 35), Paderborn et al. 2021, 95–112.
    • 16
      Zur ausführlichen Darstellung meiner Position vgl. Langenfeld, Aaron, Offenbarung als Grund theologischer Erkenntnis. Versuch einer Verteidigung der Einheit von Offenbarung und Glaube im Rahmen einer trinitarischen Logik der Selbstmitteilung, in: Nitsche, Bernhard/Reményi, Matthias (Hrsg.), Problemfall Offenbarung. Grund – Konzepte – Erkennbarkeit, Freiburg i. Br. 2022, 181–221.
    • 17
      Vgl. exemplarisch die Diskussionsbeiträge Petzoldt, Matthias, Christusvertrauen. Eine Glaubenslehre in fundamentaltheologischer Perspektive, in: Beyer, Martin et al. (Hrsg.), Resonanzen des Vertrauens. Impulse für eine Glaubenslehre (Theologie – Kultur – Hermeneutik 38), Leipzig 2025, 13–88 und Langenfeld, Aaron, Offenbarung und Tradition. Katholische Anmerkungen zu einem komplexen Verhältnis, in: Beyer, Martin et al. (Hrsg.), Resonanzen des Vertrauens. Impulse für eine Glaubenslehre (Theologie – Kultur – Hermeneutik 38), Leipzig 2025, 89–121.
    • 18
      Vgl. exemplarisch Stosch, Klaus von, Die Einzigkeit Jesu Christi als Implikat der Einzigkeit Israels. Plädoyer für eine mutual-inklusive Lesart der Christologie in der Israeltheologie, in: Danz, Christian et al. (Hrsg.), Christologie zwischen Judentum und Christentum. Jesus, der Jude aus Galiläa, und der christliche Erlöser (Dogmatik in der Moderne 30), Tübingen 2020, 291–309.
    • 19
      Vgl. Dockter, Cornelia, Geist im Wort. Aktuelle christologische Debatten im Horizont koranischer Perspektiven (Beiträge zur Komparativen Theologie 32), Paderborn 2020.
    • 20
      Innerkatholisch sind diese Fragen insbesondere von Saskia Wendel oes-gnd-iconwaiting... neu entfacht worden. Zur Darstellung vgl. ihren Beitrag „Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!“ (Mk 15,39). Offenbarung – eine Deutungskategorie des Glaubens, in: Nitsche, Bernhard/Reményi, Matthias (Hrsg.), Problemfall Offenbarung. Grund – Konzepte – Erkennbarkeit, Freiburg i. Br. 2022, 89–119. Zur kritischen Auseinandersetzung mit ihrer Position im selben Band vgl. vor allem Lerch, Magnus, Vernunft und Offenbarung in geschichtlicher Kontingenz. Eine Erwiderung an Saskia Wendels Kritik an der Offenbarungstheologie, in: Nitsche, Bernhard/Reményi, Matthias (Hrsg.), Problemfall Offenbarung. Grund – Konzepte – Erkennbarkeit, Freiburg i. Br. 2022, 120–145. Zur neueren innerkatholischen Diskussion des Offenbarungsbegriffs vgl. außerdem Hoff, Gregor Maria/Knop, Julia (Hrsg.), Widerständige Offenbarung. Ein theologisches Motiv in der Diskussion (QD 341), Freiburg i. Br. 2025, besonders Reményi, Matthias, Lob des Zirkels. Über die ontologische Struktur von Offenbarungsereignissen und deren Erkennbarkeit, in: Hoff, Gregor Maria/Knop, Julia (Hrsg.), Widerständige Offenbarung. Ein theologisches Motiv in der Diskussion (QD 341), Freiburg i. Br. 2025, 196–214.
    • 21
      Zur Auseinandersetzung vgl. Spies, Franca, Das Materielle in Schöpfung und Inkarnation. Theologische Erkundungen im Dialog mit Karen Barads Agentiellem Realismus, Bielefeld 2025.
    • 22
      Vgl. Langenfeld, Aaron, Möglichkeit der Freiheit. Überlegungen zu einem freiheitsemphatischen Begriff des Geistes Gottes, in: Langenfeld, Aaron et al. (Hrsg.), Menschlicher Geist – Göttlicher Geist? Beiträge zur Philosophie und Theologie des Geistes (STEP 22), Münster 2020, 331–371. Zur Relevanz naturgeschichtlicher Forschung für die Theologie vgl. Breul, Martin/Helmus, Caroline (Hrsg.), The Philosophical and Theological Relevance of Evolutionary Anthropology. Engagements with Michael Tomasello, Abdingdon 2023.
    • 23
      Vgl. Žižek, Slavoj/Milbank, John, The Monstrosity of Christ. Paradox or Dialect? Cambridge, MA 2009.
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