Philipp Melanchthon

Nachweise in SysLex

Bekenntnisse(Autor*in )
Veröffentlicht4. November 2025
Exzerpt

Bekenntnisse sind gemeinschaftliche Ausdrucksgestalten des für eine Kirche charakteristischen Glaubens. Sie definieren die Zugehörigkeit und beanspruchen als solche Verbindlichkeit. (Glaubens-)Bekenntnisse in diesem allgemeinen Sinn gibt es in allen christlich-kirchlichen Gemeinschaften. Grundlegende Bedeutung für das kirchliche Selbstverständnis haben sie aber besonders in den reformatorischen Kirchen gewonnen, da diese ihre Identität dezidiert auf einen lehrförmig in „Bekenntnisschriften“ ausformulierten und öffentlich bezeugten „Konsens über die Verkündigung des Evangeliums (doctrina evangelii) und die Darreichung der Sakramente“ (so das lutherische „Augsburgische Bekenntnis“, Confessio Augustana, Art. 7) gründeten. Obwohl dies für andere Kirchen nicht im selben Maße gilt, hat sich im deutschen Sprachraum seit dem 19. Jahrhundert „Konfession“ als beschreibender Oberbegriff für die unterschiedlichen kirchlichen Realisierungsformen gemeinschaftlich gelebten christlichen Glaubens durchgesetzt, deren vergleichender wissenschaftlicher Darstellung sich die „Konfessionskunde“ widmet.

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SachschlagwortEvangelium, Glauben, Kirche, Konfession, Konzil, Konzilien, Martin Luther, Reformation, Sakrament, Ökumene
Version1.0
Dogmatik(Autor*innen )
Veröffentlicht1. Mai 2025
Exzerpt

Dogmatik ist ein Teilbereich der (Systematischen) Theologie, der sich mit der Entfaltung der Inhalte christlichen Glaubens und deren Verantwortung in der Gegenwart befasst. Vor dem Hintergrund der historischen Entwicklungen des Faches wird gefragt, was Dogmatik als wissenschaftliche Disziplin kennzeichnet (etwa Systematizität, Positionalität, Kontextualität, Interdisziplinarität), welche Aufgaben und Ziele Dogmatik verfolgt, auf welche Quellen (Bibel, Glaubenspraxis, Erfahrung) und Normen sie sich bezieht und welche Gegenstände sie behandelt. Angesichts der inneren Pluralität von Dogmatik wird zum einen die Verortung der Dogmatik im Kontext der Systematischen Theologie diskutiert und zum anderen die Rede von Dogmatik als Fach thematisiert. Abschließend wird das eigene Verständnis von Dogmatik im Kontext des SysLex vorgestellt und erläutert: „Dogmatik bedeutet Theologisieren im Angesicht der Gegenwart und ist als reflexiver Grundmodus bezogen auf den christlichen Glauben und seine Praktiken. Dieser Prozess entwickelt einen Gesprächszusammenhang, der im Kontext wissenschaftlicher Dogmatik auf zunehmende Kohärenz und methodisch grundierten Streit um und zwischen Deutungskategorien abzielt. Dogmatik findet einen zentralen – aber nicht den einzigen Ort – in der wissenschaftlichen Theologie.“

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SachschlagwortErfahrung, Glauben, Prolegomena, Schrift, Systematische Theologie, Theologie, Wissenschaft, Wissenschaftstheorie
Version1.0
Freier Wille(Autor*in )
Veröffentlicht6. Januar 2026
Exzerpt

Die Frage nach dem freien Willen ist ein bereits in der Antike erörtertes Thema, das auch in der Reformation eine zentrale Stellung besaß. Nicht zu verwechseln ist die Willensfreiheit (Vermögen seinen Willen bestimmen zu können) mit der Handlungsfreiheit (Vermögen seinem Willen entsprechend handeln zu können). Die Rede von dem freien Willen ist als Alternative zum Determinismus zu begreifen.

SachschlagwortDeterminismus, Handlungsfreiheit, Inkompatibilismus, Kompatibilismus, Willensfreiheit
Version1.0
Gesetz(Autor*in )
Verwandte Artikel
Veröffentlicht1. Mai 2025
Exzerpt

In der Theologie des Gesetzes treffen dogmatische, ethische und exegetische Fragen aufeinander. Neben der Frage nach einer ethischen Orientierung am Willen Gottes stehen hier auch die Heilsbedeutung des Gesetzes vor allem in seiner Unterscheidung und Zuordnung zum Evangelium in der Diskussion. Daneben ist aber auch immer zu fragen, wie und woran der sich im Gesetz ausdrückende Wille Gottes erkennbar ist.

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SachschlagwortDekalog/ Zehn Gebote, Dialektische Theologie, Ethik, Evangelium, Fundamentalethik, Gesetz, Kirchenkampf, Naturrecht, Neuluthertum, Ordnungstheologie, Queere Theologie, Reformation, Schöpfungsordnung, Situationsethik, Tora, Wort Gottes
Version1.0
Rechtfertigung(Autor*in )
Veröffentlicht1. Mai 2025
Exzerpt

Der Begriff der Rechtfertigung ist ein Zentralbegriff evangelischer Theologie. In seinem theologischen Sinn unterscheidet er sich grundlegend vom außertheologischen Sprachgebrauch. Im alltagssprachlichen Verständnis wird von Rechtfertigung gesprochen, wenn Menschen sich für ein bestimmtes Verhalten oder eine Handlung vor einer anderen Instanz rechtfertigen bzw. verantworten. Theologisch bezieht sich Rechtfertigung auf das Verhältnis des Menschen zu Gott und bezeichnet ein Handeln Gottes, durch das Gott dem Menschen von der Ungerechtigkeit seiner Sünde befreit und ihm Gerechtigkeit zuerkennt. Die Fragen, wie Gott den Menschen rechtfertigt, inwiefern es sich bei der Rechtfertigung um einen Akt der göttlichen Gnade handelt, ob und in welcher Weise der Mensch zu seiner Rechtfertigung beitragen kann und worin das Heilsame der Gerechtigkeit besteht, sind in der theologischen Diskussion seit der Antike Gegenstand theologischer Reflexion und Debatten.

SachschlagwortErlösung, Gerechtigkeit, Heil, Jesus Christus, Schuld, Soteriologie, Sünde, Vergebung
Version1.0

Nachweise in SysLex [English]

Dogmatics(Autor*innen )
Veröffentlicht1. Mai 2026
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Dogmatics is a field within (systematic) theology that deals with the development of the content of Christian faith and its responsibility to the present. Against the background of dogmatics’ historical developments, we focus on what characterizes dogmatics as an academic (wissenschaftliche) discipline (such as systematicity, positionality, contextuality, interdisciplinarity), the tasks and goals it pursues, the sources (Bible, practice of faith, experience) and norms it refers to, and the subjects that it deals with. In light of the plurality internal to dogmatics, we discuss the position of dogmatics in the context of systematic theology and also thematize the status of dogmatics as an academic discipline. Finally, our own understanding of dogmatics in the context of the SysLex project is presented and explained as followed: “Dogmatics means theologizing in the face of the present as a reflective endeavor related to the Christian faith and its practices. This process gives rise to a dialogical context that, within academic dogmatics at least, aims at increasing coherence and at methodologically grounded dispute around and between categories of interpretation. Dogmatics finds a central – but not the only – place in academic theology (wissenschaftliche Theologie).”

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Justification(Autor*in )
Veröffentlicht1. Mai 2026
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The concept of justification is central in Protestant theology. Its theological meaning differs fundamentally from its meaning in non-theological language. In everyday language, the term refers to the act of explaining, or accounting for, a particular behavior or action before another entity. Within theology, it designates the relationship between human beings and God. It designates a divine act through which God frees human beings from the injustice of their sins and bestows righteousness on them. Questions about how God justifies, to what extent justification is an act of divine grace, whether and in what way human beings can contribute to their justification, and what constitutes the healing power of righteousness have been the subject of theological reflection and debate since ancient times.

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Law(Autor*in )
Veröffentlicht1. Mai 2026
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Dogmatic, ethical, and exegetical questions intertwine with each other in the theology of law. Along with the question regarding an ethical orientation towards God’s will, what is also under discussion in the theology of the law is the law’s significance for salvation, especially in its distinction from, and relationship to, the Gospel. In addition, we must also always ask how, and by what means, the will of God is expressed in the law.

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