Menschenrechte

Nachweise in SysLex

Gleichheit(Autor*in )
Veröffentlicht01.05.2025
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Wachsende Ungleichheit ist zu einem nicht mehr zu verdrängenden sozialen, gesellschaftlichen wie politischen Phänomen geworden, deren ökonomische und soziologische Hintergründe in den globalisierten Zusammenhängen spätmoderner Gesellschaften zunehmend ins Bewusstsein treten. Dabei werden diese Debatten um Gleichheit und Gerechtigkeit durch Diversity- und Identitätsdebatten noch angeschärft, wie sie in den Kulturwissenschaften sowie in den Gender-, Migrations- und Inklusionsdiskursen vorangetrieben werden. Kann es sein, dass gerade im Bestreben Gleichheit herzustellen, Identitäten verletzt oder missachtet werden? Offensichtlich muss Gleichheit nicht allein gerechtigkeitstheoretisch, sie muss auch identitäts- und differenztheoretisch reflektiert werden.[i] Doch welche Denkkategorien bieten sich dafür an?

[i] Grümme, Bernhard, Öffentliche Politische Theologie. Ein Plädoyer, Freiburg i. Br. 2023, 122–185.

Artikelsammlung
SachschlagwortGerechtigkeit, Gesellschaft, Gottebenbildlichkeit, Identität, Menschenrechte, Menschenwürde
Version1.0
Globalisierung(Autor*in )
Veröffentlicht29.10.2026
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Die Globalisierungsschübe, die insbesondere in den 1990er Jahren Gestalt angenommen haben, zeichnen sich vor allem durch drei „Gesichter“ aus: durch einen verstärkten internationalen Handel, durch eine Liberalisierung des Kapitalverkehrs sowie durch eine enorme Digitalisierung des Datenverkehrs. Globalisierung ist eine Verdichtung und Beschleunigung grenzüberschreitender wirtschaftlicher, politischer und kultureller Transaktionen, die der Möglichkeit nach alle Individuen und Akteure der Weltgesellschaft miteinander in Beziehung setzen und eine globale Bereicherung in Gang bringen kann. Dass dies immer noch in einem unzureichenden Maße geschieht und eine „Globalisierung der Menschenrechte“ mehr denn je in eine Ferne gerückt ist, hängt auch damit zusammen, dass mit der Finanzkrise 2007/2008, der Corona-Pandemie sowie insbesondere durch die fünf um Vorherrschaft ringenden Mächte (China, USA, Europa, Indien, Russland) einer „Welt in Unordnung“ (Friedensdenkschrift der EKD, 2025) in den 2020er Jahren eine Neujustierung des aktuellen Globalisierungsmodells eingesetzt hat, die vor immensen sozialethischen Herausforderungen steht. Diese sind in der gegenwärtigen theologischen Debatte erst nur sehr anfänglich Thema des Diskurses geworden und bedürfen dringlich einer ethischen Reflexion.

SachschlagwortFinanzmarkt, Handel, Internet, Kapital, Liberalisierung, Menschenrechte, Nachhaltigkeit, Transformation
Version1.0
Mensch (ethisch)(Autor*in )
Veröffentlicht01.05.2025
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Theologische Anthropologie markiert eine Schnittstelle zwischen Dogmatik und Ethik. Als Disziplin, die sich auch selbst so bezeichnet, ist sie eine relativ junge Entwicklung des 20. Jahrhunderts. Bereits die biblischen Texte stecken jedoch voller impliziter Anthropologie. Neuere Entwürfe thematisieren neben Menschenwürde und Menschenrechten vor allem die Körperlichkeit des Menschen. Fragen nach dem sozialen Leben und der Verantwortung des Menschen und solche nach dem Umgang mit Diversität, Fragmentarität und Vulnerabilität rücken in den Mittelpunkt.

Artikelsammlung
SachschlagwortFreiheit, Gender, Gerechtigkeit, Intersektionalität, Mensch, Menschenrechte, Sexualität, Teilhabe, Tier, Vielfalt, Vulnerabilität, Würde
Version1.0
Tourismus(Autor*in )
Veröffentlicht29.10.2026
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Der Tourismus ist ein gerade in den letzten beiden Jahrzehnten enorm bedeutsamer Wirtschaftsfaktor geworden: 10 Prozent der Wirtschaftsleistung eines jeden Staates werden in diesem Dienstleistungssektor erzielt. Dabei wirft der moderne Massentourismus eine Menge an ökologischen, sozialen und kulturellen Fragen auf, die einer sozialethischen Durchdringung bedürften. Die internationale Tourismuswirtschaft hat dies mit der Etablierung eines „Global Code for Ethics in Tourism“ erkannt, jedoch ist dieser Kodex nur eingeschränkt wirksam. Die gewaltigen Herausforderungen eines Overtourism oder die sozialen Folgen eines Tourismus in den Ländern des globalen Südens lassen sich damit nicht steuern. Hier bedarf es weitergehender Konzepte durch individuelle Verzichtsleistungen, durch ökonomische Anreize oder durch alternative Narrative eines „sanften“ Reisens. Kirchliche Akteure haben auf diesen Umstand seit den 1970er Jahren aufmerksam gemacht, wobei die Auseinandersetzung mit einer Ethik des Tourismus in der theologischen Sozialethik wie auch in den Kirchen nur ein Nischendasein pflegt– ganz im Gegensatz zur wirtschaftlichen Bedeutung dieses Zweigs der Dienstleistungswirtschaft mit globalen Folgen. Dazu passt, dass im gesamtgesellschaftlichen Diskurs es durchaus Anzeichen dafür gibt, dass die Auseinandersetzung mit den ökologischen und sozialen Folgen des globalen Tourismus zunimmt, jedoch kommt es bisher noch zu keiner durchgehenden Veränderung des Verhaltens der Reisenden. Auch nach mehr als 50 Jahren des Diskurses über den Tourismus ist es bisher nur in Ansätzen zu einer nachhaltigen Steuerung der Tourismuswirtschaft gekommen.

SachschlagwortBildung, Energie, Gerechtigkeit, Klimawandel, Kultur, Menschenrechte, Mobilität, Nachhaltigkeit, Sport
Version1.0
Würde(Autor*in )
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Veröffentlicht01.05.2025
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Die Würde ist aufgrund ihrer Offenheit anschlussfähig für unterschiedliche Zeiten, Kontexte und Anwendungsfelder. Die damit einhergehende Unbestimmtheit und Vagheit macht auf die Klärungs- und Konkretisierungsbedürftigkeit der Würde aufmerksam. Es werden zwei Stränge von Würde unterschieden, nämlich eine bedingte Würde, die aufgrund von bestimmten Eigenschaften, Fähigkeiten oder Anerkennung zugesprochen wird, und eine unbedingte Würde, die voraussetzungslos und unbedingt gilt.

SachschlagwortAnerkennung, Autonomie, Biomedizin, Cyborg, Gnade, Gottebenbildlichkeit, Medizinethik, Menschenrechte, Person, Rechte, Tier
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