Friedrich Wilhelm Graf

Nachweise in SysLex

Öffentliche Theologie(Autor*in )
Veröffentlicht1. Mai 2025
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„CSU treibt Schindluder mit einem Glaubenssymbol“. Unter diesem Titel veröffentlichte der emeritierte Münchner Theologieprofessor Friedrich Wilhelm Graf oes-gnd-iconwaiting... im April 2018 einen Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung, in dem er zu der Entscheidung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder Stellung nimmt, in bayerischen Behörden Kreuze aufhängen zu lassen. Graf erzählt die Geschichte des Kreuzsymbols nach, erläutert dessen Bedeutungen in der christlichen Religionskultur und kommt zum Ergebnis: Die Staatsregierung missbrauche das Kreuz „für sehr vordergründige politische Zwecke“.

Das Beispiel von Grafs Gastbeitrag zeigt, wie Theologie verständlich, relevant und impulsgebend an einer gesellschaftlichen Debatte über eine aktuelle politische Frage teilnehmen kann. Genau das reflektiert Öffentliche Theologie; genau darauf drängt Öffentliche Theologie: die gesellschaftliche Relevanz von theologischen Diskursen und die Verhandlung gesellschaftlich drängender Fragen in der Theologie. Öffentliche Theologie denkt darüber nach, wie Theologie öffentlich ist.

Damit bezeichnet Öffentliche Theologie weder eine neue theologische Disziplin neben Kirchengeschichte, den biblischen Fächern, Praktischer und Systematischer Theologie. Noch lässt sie sich auf Ethik reduzieren. Vielmehr betont sie die Querschnittsaufgabe der Theologie, ihren öffentlichen Charakter zu bedenken. Öffentliche Theologie meint auch kein kirchenpolitisches Programm oder eine neue Schule theologischer Denkrichtung, sondern überschreibt einen Diskurs, in dem Fragen öffentlicher Relevanz in unterschiedlichen Perspektiven reflektiert werden.

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SachschlagwortDiskurs, Evangelium und Gesetz, Kommunikation, Königsherrschaft-Christi-Lehre, Naturrecht, Politische Theologie, Postkoloniale Studien, Verkörperung, Zivilgesellschaft, Zwei-Reiche-Lehre, Öffentliche Theologie, Öffentlicher Protestantismus, Öffentlichkeit, Übersetzung
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Würde(Autor*in )
Verwandte Artikel
Veröffentlicht1. Mai 2025
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Die Würde ist aufgrund ihrer Offenheit anschlussfähig für unterschiedliche Zeiten, Kontexte und Anwendungsfelder. Die damit einhergehende Unbestimmtheit und Vagheit macht auf die Klärungs- und Konkretisierungsbedürftigkeit der Würde aufmerksam. Es werden zwei Stränge von Würde unterschieden, nämlich eine bedingte Würde, die aufgrund von bestimmten Eigenschaften, Fähigkeiten oder Anerkennung zugesprochen wird, und eine unbedingte Würde, die voraussetzungslos und unbedingt gilt.

SachschlagwortAnerkennung, Autonomie, Biomedizin, Cyborg, Gnade, Gottebenbildlichkeit, Medizinethik, Menschenrechte, Person, Rechte, Tier
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Public Theology(Autor*in )
Veröffentlicht1. Mai 2026
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“CSU is playing tricks with a symbol of faith.” This is the title of a guest article published on April 2018 by the Munich emeritus professor of theology Friedrich Wilhelm Graf oes-gnd-iconwaiting... in the Süddeutsche Zeitung newspaper. Graf comments on the Bavarian Prime Minister Markus Söder’s decision to have crosses hung up in Bavarian government buildings. He recounts the history of the symbol of the cross, clarifies its meaning within Christian religious culture, and reaches the conclusion that the state government is misusing the cross “for very superficial political purposes.”

The example of Graf’s article shows how theology can participate in a public debate on a current political issue in a comprehensible, relevant, and stimulating manner. This is precisely what public theology reflects upon and strives for: the public relevance of theological discourse and the theological engagement with pressing issues in the public sphere. Public theology reflects on how theology is public.

As such, public theology is not a new theological discipline alongside church history, biblical studies, practical, and systematic theology. Nor can it be reduced to ethics. Rather, it emphasizes the cross-sectional (Querschnittsaufgabe) task of theology to reflect upon its public character. Public theology also does not offer a political agenda for the Church or represent a new school of theological thought. It is more so a discourse in which different perspectives are brought to bear on questions of public relevance.

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