Karl Jaspers

Referred to in [Deutsch]

Referred to in

Existenz(Author )
Published18 Aug 2026
Excerpt

Den Begriff „Existenz“ findet man in philosophischen und theologischen Schriften mit zwei Grundbedeutungen: als ontologischer Ausdruck – eng verbunden mit dem Seinsbegriff und theologisch relevant für das Denken über Gottes Verhältnis zur Welt – und als anthropologischer Ausdruck, also als Wort, das das menschliche Leben mit seinen Grenzen, seiner Freiheit und Sterblichkeit meint, geprägt vom Existentialismus des 20. Jahrhunderts. Während die ontologische Fassung aus antiker und scholastischer Tradition stammt, entstand die anthropologische mit Impulsen von modernen Denkern wie Schelling  oes-gnd-icon waiting... und Kierkegaard  oes-gnd-icon waiting... , stets von ontologischen Interessen begleitet. In diesem Artikel wird eine Geschichte des Existenzbegriffes entfaltet. Er zeigt hauptsächlich in welchen Kontexten beide Grundbedeutungen entstanden sind, wie sie miteinander verknüpft waren, und auch die Verwandtschaft mit dem Seinsbegriff. Es folgt eine Beschreibung der modernen theologischen Rezeption der Begriffe Existenz und Sein und eine Würdigung der theologischen Relevanz der Begriffe.

KeywordGott, Hermeneutik, Leben, Mensch, Religionsphilosophie, Schöpfung, Sein, Sprache, Subjekt, Welt, Wirklichkeit
Version1.0
Psychatrie- und Psychotherapieethik(Author )
Published29 Oct 2026
Excerpt

Der Artikel erschließt die Ethik der Psychiatrie und Psychotherapie als bereichsethische Konkretion der Bio- und Medizinethik und zeigt das Desiderat systematisierender psychiatrieethischer Reflexionen auf. Ein historischer Durchgang von den Anfängen des Fachs bis in die Gegenwart macht deutlich, wie missbrauchsanfällig und zugleich interdisziplinär komplex die Psychiatrie, ihre Zugänge und Krankheitsbegriffe sind. Zu den gegenwärtigen Aufgaben einer Psychiatrieethik gehört die Generierung von Wertetransparenz und Wertediskussionen, was sich u. a. am Streit um einen psychiatrischen Krankheitsbegriff sowie an der Frage von Zwangsmaßnahmen und -behandlungen im Spannungsfeld von Autonomie, Fürsorge, Nichtschaden und Gerechtigkeit konkretisieren lässt. Ausgehend von schöpfungs-, inkarnations- und kreuzestheologischen Hintergrundüberzeugungen lassen sich theologisch-ethisch Relationalität, die Hochschätzung von Leiblichkeit und die bleibende Solidarität mit den Exkludierten als orientierende Prinzipien entfalten, die u. a. in zwangsvermeidender psychiatrischer und diakonischer Praxis ihren Ausdruck finden und als Impulse in den interdisziplinären Diskurs einzubringen sind.

KeywordAutonomie, Bioethik, Diakonie, Ethik in der Psychatrie, Medizinethik, Psychatriegeschichte, Psychische Krankheit, Psychotherapie, Stigmatisierung, Zwangsbehandlung
Version1.0