Die Entstehungsgeschichte des Themas Hoffnung im Christentum speist sich aus verschiedenen Quellen. Dazu zählen biblisch-theologische Eschatologien, antike und mittelalterliche Tugendlehren wie auch Theorien der Zukunftserwartung in der Neuzeit. Die reine Ideengeschichte ist mit einer vielfältigen Phänomenbeschreibung zu verbinden. Eine umfangreiche Analyse der Hoffnung als Haltung müsste also sowohl Begriffe (wie elpis oder spes) wie auch Praxen (z. B. Gebete) oder Interaktionen (z. B. die ökologische Bewegung) der Zukunftserwartung berücksichtigen.1Vgl. Link, Hans-Georg, Art. Hoffnung, in: HWP 3 (1974), Sp. 1158–1166; Sass, Hartmut von, Außer sich sein. Hoffnung und ein neues Format der Theologie, Tübingen 2023. Im Folgenden wird Hoffnung deshalb an ihren Geschichten, ihrer Systematisierung und lebensweltlichen Relevanz festgemacht.
1. Geschichten der Hoffnung
Das Alte Testament bietet keinen einheitlichen Begriff der Hoffnung. Redaktions- und literargeschichtliche Untersuchungen zeigen vielmehr eine vielschichtige Interaktion zwischen verschiedenen theologischen Ansätzen der Hoffnung. Während sich in der Exodus-Narrative eine für Israel besondere Hoffnungsgeschichte der Befreiung aus Ägypten wie auch der Landnahme auftut, macht der Bund mit Noah eine für alle Bewohner*innen der Erde betreffende Hoffnung geltend (Gen 9[8] Und Gott sagte zu Noah und seinen Söhnen mit ihm: [9] Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit euren Nachkommen [10] und mit allem lebendigen Getier bei euch, an Vögeln, an Vieh und an allen Tieren auf Erden bei euch, von allem, was aus der Arche gegangen ist, was für Tiere es sind auf Erden. [11] Und ich richte meinen Bund so mit euch auf, dass hinfort nicht mehr alles Fleisch ausgerottet werden soll durch die Wasser der Sintflut und hinfort keine Sintflut mehr kommen soll, die die Erde verderbe.[12] Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig: [13] Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. [14] Und wenn es kommt, dass ich Wetterwolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken. [15] Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, dass hinfort keine Sintflut mehr komme, die alles Fleisch verderbe. [16] Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, dass ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, das auf Erden ist. [17] Und Gott sagte zu Noah: Das sei das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf Erden.Zur Bibelstelle). Es ist ferner auf verschiedene Hoffnungsperspektiven zu achten: die politische Realisierung von Hoffnung (z. B. der Exilanten auf ihre Rückkehr aus Babylon) neben existentiell-anthropologischen Erwartungen (z. B. als internalisiertes Gesetz in Jer 31,33sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und ich will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.Zur Bibelstelle) und apokalyptischen Szenarien (z. B. Dan 12[1] Zu jener Zeit wird Michael auftreten, der große Engelfürst, der für dein Volk einsteht. Denn es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem es Völker gibt, bis zu jener Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen. [2] Und viele, die im Staub der Erde schlafen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande. [3] Und die Verständigen werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich. [4] Und du, Daniel, verbirg diese Worte und versiegle dies Buch bis auf die letzte Zeit. Viele werden herumirren, und die Bosheit wird zunehmen. [5] Und ich, Daniel, sah, und siehe, es standen zwei andere da, einer an diesem Ufer des Stroms, der andere an jenem Ufer. [6] Und er sprach zu dem Mann in leinenen Kleidern, der über den Wassern des Stroms stand: Wann kommt das Ende dieser großen Wunder? [7] Und ich hörte den Mann in leinenen Kleidern, der über den Wassern des Stroms stand. Er hob seine rechte und linke Hand auf gen Himmel und schwor bei dem, der ewiglich lebt, dass es eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit währen soll; und wenn der ein Ende hat, der die Macht des heiligen Volks zerschlägt, soll dies alles geschehen.[8] Und ich hörte es, aber ich verstand’s nicht und sprach: Mein Herr, was wird das Letzte davon sein? [9] Er aber sprach: Geh hin, Daniel; denn es ist verborgen und versiegelt bis auf die letzte Zeit. [10] Viele werden gereinigt, geläutert und geprüft werden, aber die Gottlosen werden gottlos handeln; alle Gottlosen werden’s nicht verstehen, aber die Verständigen werden’s verstehen. [11] Und von der Zeit an, da das tägliche Opfer abgeschafft und das Gräuelbild der Verwüstung aufgestellt wird, sind 1290 Tage. [12] Wohl dem, der da wartet und erreicht 1335 Tage! [13] Du aber, Daniel, geh dem Ende entgegen, und ruhe, bis du aufstehst zu deinem Erbteil am Ende der Tage!Zur Bibelstelle).
Im Neuen Testament fokussiert Paulus ![]()
das Thema Hoffnung auf die Erfahrung Gottes in Jesus Christus. Dabei kann er die auf Israel bezogenen Aussagen der Befreiungshoffnung und der neuen Schöpfung auf die christliche Erwartung göttlichen Heils übertragen, die er mit der Auferstehungshoffnung verbindet (1Kor 15[12] Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferweckt ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? [13] Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferweckt worden. [14] Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. [15] Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. [16] Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. [17] Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden; [18] dann sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. [19] Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.Zur Bibelstelle). Paulus führt einen Hoffnungsdiskurs ein, der für den Neuansatz Luthers ![]()
wichtig wird. Dieser Diskurs lässt sich als eine Theologie der Hoffnung kennzeichnen, die sich über das Vertrauen in die unbedingte Annahme Gottes erschließt, aber keine unmittelbare politische Programmatik entfalten soll.2Vgl. Slenczka, Notger, Christliche Hoffnung, in: Beutel, Albrecht (Hrsg.), Luther-Handbuch, Tübingen 32010, 484–492.
Anders gelagert ist die Hoffnung beispielsweise im lukanischen Doppelwerk, in der eine Narrative sozialpolitischer Hoffnung entwickelt wird, die durch Maria im Magnifikat (Luk 1[46] Und Maria sprach:Meine Seele erhebt den Herrn,[47] und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes;[48] denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen.Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder.[49] Denn er hat große Dinge an mir getan,der da mächtig ist und dessen Name heilig ist.[50] Und seine Barmherzigkeit währet für und fürbei denen, die ihn fürchten.[51] Er übt Gewalt mit seinem Armund zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.[52] Er stößt die Gewaltigen vom Thronund erhebt die Niedrigen.[53] Die Hungrigen füllt er mit Güternund lässt die Reichen leer ausgehen.[54] Er gedenkt der Barmherzigkeitund hilft seinem Diener Israel auf,[55] wie er geredet hat zu unsern Vätern,Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit.Zur Bibelstelle) und Jesus bei seinem Antritt (Luk 4[18] »Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und die Zerschlagenen zu entlassen in die Freiheit [19] und zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.«Zur Bibelstelle) als radikale Gerechtigkeitserwartung zugespitzt wird. Diese Hoffnungen sollen im Horizont des kommenden Reich Gottes realisiert werden und sind eher mit konkreter politischer Gestaltung verbunden worden.
Nochmal anders formatiert ist ein tugendethischer Diskursstrang, bei dem beispielsweise von Thomas von Aquin ![]()
christliche Hoffnung auf eine theologisch gesättigte Charakterbildung bezogen wird.
Die neuzeitliche Wissenschaft löst eine Zäsur aus, die jenseitige Hoffnung zunehmend als illusionär zurückdrängt. Markant ist das Werk Immanuel Kants ![]()
, der einer himmlischen Erwartung keine Geltung einräumt, Hoffnung aber durchaus als Frage nach der praktischen Realisierbarkeit der Freiheit verarbeitet. Die liberale Theologie der Folgezeit wird sich an seinem Theoriegerüst abarbeiten, um eschatische Hoffnung in gegenwärtige Liebe zu übersetzen. Auch Kierkegaard ![]()
bleibt in seiner existenziellen Hoffnung an den Leitlinien Kants orientiert. Parallel dazu werden marxistische oder revolutionäre Hoffnungsdiskurse entwickelt, die sich in Teilen als säkulare Übersetzungen religiöser Heilsnarrative verstehen lassen.
Mit und nach den Zivilisationsbrüchen des 20. Jahrhunderts setzen sich neue Fragen durch. Ernst Bloch ![]()
wird in seinem Werk Prinzip Hoffnung die biblische Reich-Gottes-Erwartung auf eine ökologische Erwartung umarbeiten.3Vgl. Bloch, Ernst, Das Prinzip Hoffnung (3 Bände), Frankfurt a. M. 1954–1959. Daran schließen sich weitreichende Überlegungen bei Jürgen Moltmann ![]()
und Wolfhart Pannenberg ![]()
an, die von einer Theologie der Hoffnung bis hin zur kosmischen Geschichte christlicher Hoffnung reichen.
Im Übergang ins neue Jahrtausend wird Hoffnung ironisch kommentiert (durch Richard Rorty ![]()
), programmatischer Optimismus dezidiert kritisiert (durch Lauren Berlant ![]()
) und utopischer Fortschrittsglauben radikal neujustiert (durch Rahel Jaeggi ![]()
).
Weiterführende Infos
Zu einer Diskussion zwischen Theologien der Hoffnung und der Hoffnungslosigkeit sei auf die Zeitschrift Cursor_ verwiesen: https://cursor.pubpub.org/hopeless, abgerufen am 12.12.2025.
2. Elemente einer Systematischen Theologie der Hoffnung
- Die Fundamentaltheologie fragt nach den Möglichkeitsbedingungen christlicher Hoffnung. Dabei ist die Auswahl der Quellen ebenso von Bedeutung wie deren Bewertung. Zu den Quellen christlicher Hoffnung zählen individuelle Erfahrungen, biblische Bezeugungen (vgl. Art. Zeugnis), ihre kanonische Verarbeitung (vgl. Art. Kanon), Bekenntnisschriften (vgl. Art. Bekenntnisse) wie auch Reflexionen in Literatur und Wissenschaft. Die Systematische Theologie bezieht sich nach wie vor in besonderem Maße auf die biblischen Textwelten, die eine göttliche Geschichte der Hoffnung skizzieren. Dass diese Geschichte im Nachhinein erzählt worden ist, macht den Konstruktionscharakter religiöser Hoffnung deutlich. Insofern ist die Hoffnung auf Gottes Geschichte eine jeweils neu zu findende gegenwärtige Zukunftserwartung (vgl. Art. Zukunft). Die Bewertung christlicher Hoffnungen wird diesen kontinuierlichen Konstruktionsprozess mit zu denken haben. Genesis und Geltung der Hoffnung lassen sich nicht voneinander trennen: Die Geschichte christlicher Hoffnung ist auch gegenwärtig wirkmächtig; ihre kognitive, emotive und voluntative Verarbeitung generiert neue Zukunftserwartungen.
- Die Dogmatik stellt die christliche Hoffnung in einen interdependenten Zusammenhang von Schöpfung, Erlösung und Versöhnung. Deshalb ist Hoffnung keineswegs an der Eschatologie alleine festzumachen. Vielmehr fragt die Dogmatik nach der Hoffnung in allen ihren Topoi (Lehren). In der Schöpfungstheologie lässt sich der Grund der Hoffnung in der guten Bewertung von allem Gegebenen festmachen und mit der bereits erwähnten Zusage der Verlässlichkeit Gottes an Noah verbinden. Dabei stellen Anthropologie und Sündenlehre eine realistische Perspektive des humanen Scheiterns vor. Christologie und Rechtfertigungslehre thematisieren diese Entfremdungen wie auch ihre Erlösung. In der unbedingten Anerkennung Gottes wird freiheitliche Annahme möglich, so dass Gestaltungsperspektiven aufgetan werden. In der Pneumatologie (vgl. Art. Geist Gottes), Ekklesiologie und Eschatologie werden diese Gestaltungsperspektiven als Verwirklichung der Hoffnung konkretisiert.
- Damit ist der Übergang von der Dogmatik zur Ethik markiert. Inwiefern christliche Hoffnungen unmittelbar auf politische Programmatiken übertragen werden sollen, bleibt hoch umstritten. Zwischen Revolution und Quietismus ist deshalb nach einer Ethik zu fragen, die den polarisierten Streit um Hoffnungsnarrative diskursiv verarbeitet. Denn zur Gestaltung von Zukunft bedarf es der Ausbildung von Fähigkeiten und Pflichten wie auch deren soziale Realisierung an freiheitlich ausgerichtete Institutionen gebunden ist. Hoffnung ist in dieser Lesart die Bedingung der Möglichkeit für Entwicklung, aber sie ist selbst wiederum von substantiellen Bildungsprozessen abhängig.4Vgl. zur Vertiefung Munzinger, André, Soziale Nachhaltigkeit. Eine theologische Skizze, in: Ders., Harbeck-Pingel, Bernd (Hrsg.), Christentum im Werden. Theologische Theoriebildungen (MThSt 139), Leipzig 2021, 67–83. Die Hoffnungsimpulse des Christentums lassen sich dabei als wirkmächtige Beiträge im Streit der Stimmen um eine nachhaltige, friedliche Gesellschaft einführen.
3. Lebensweltliche Relevanzen
Hoffnung kann sich positiv und negativ auswirken. Deshalb bedarf sie der Kritik. Christliche Hoffnung ist nicht blinder Optimismus. Sie wird als kontrafaktische Haltung dargestellt, die als Gabe erfahren und eingeübt werden kann. Für die ökologische Krise und gesellschaftliche Transformation der Gegenwart kann diese Hoffnung eine fundamentale Ressource sein. Insofern sie Scheitern und Entfremdung nicht verdrängt, lässt sie Züge der Resilienz erkennen. Thomas Schlag ![]()
macht geltend, wie sich diese Haltung auf die Ängste der Gegenwart (vor allem, aber nicht nur der Jugendlichen) beziehen lässt.5Vgl. Schlag, Thomas, Art. Hoffnung, in: WiReLex (https://bibelwissenschaft.de/stichwort/201103/), abgerufen am 12.12.2025. Aber auch umgekehrt kann die Systematische Theologie stärker als bisher nach der lebensweltlichen Verletzlichkeit wie auch nach dem konkreten Schutz von Hoffnung befragt werden. Insofern sind wechselseitige Bezüge zwischen wissenschaftlicher Theologie und religiöser Praxis zu erkunden.
Weiterführende Infos WiReLex
Zur Bedeutung von Hoffnung in religionspädagogischer Perspektive: Schlag, Thomas, Art. Hoffnung, in: WiReLex, 2023 (https://bibelwissenschaft.de/stichwort/201103/), abgerufen am 12.12.2025.
4. Forschungsfragen
Die Theologie der Religionen stellt christliche Hoffnung vor neue Herausforderungen. Christliche Hoffnungen werden als positionell, aber pluralitätsfähig reflektiert. Ob sich jüdische, islamische, buddhistische, agnostische oder esoterische Hoffnungen als vergleichbar mit christlichen Hoffnungen zeigen lassen, ist dabei nicht nur dogmatisch interessant, sondern auch ethisch für die gemeinsame Gestaltung von Hoffnungsszenarien relevant.
Zugleich ist genauer zu klären, wie (religiöse) Hoffnung verfasst ist. Zum einen stellt sich die Frage, wer von der Hoffnung spricht und wer davon profitiert. Insofern macht die postkoloniale Kritik zurecht auf Machtgefälle aufmerksam, die oftmals mit Fortschrittsnarrativen verbunden sind. Zum anderen ist die Einheitlichkeit religiöser Selbstverständnisse nicht mehr durchweg gegeben. So müssten hybride Hoffnungsverständnisse, die sich aus multiplen weltanschaulichen Hintergründen speisen, erforscht werden.
Schließlich stellt sich weiterhin die grundlegende, aber hochgradig aufschlussreiche Frage, wie der Begriff Gott zu verstehen ist. In der gegenwärtigen Systematischen Theologie erfassen einige den Begriff als Marker der Selbstreflexion und andere als transzendente, personale Realität. An dieser Frage wird sich auch der Status letzter Hoffnung entscheiden – ob als existenzielle oder ontologische Größe. In Auseinandersetzung mit Moltmann können beide Zugänge möglicherweise kritisch aufeinander bezogen werden, indem Hoffnung als Möglichkeitsraum profiliert wird – „als Welt des Möglichen“.6Moltmann, Jürgen, Theologie der Hoffnung. Untersuchungen zur Begründung und zu den Konsequenzen einer christlichen Eschatologie, Göttingen 1964, 312.
