Sakramente (katholisch)

Sakramente sind liturgische Zeichenhandlungen der Kirche, die das Wirken Jesu erinnernd vergegenwärtigen und aus einer Symbolhandlung und einem Deutewort bestehen. Sie vermitteln wirkungsvoll, was sie bezeichnen: Gottes Gnade. Die katholische Kirche kennt sieben solcher Zeichen: Taufe, Eucha-ristie, Firmung, Ehe, Weihe, Buße und Krankensalbung.

Inhaltsverzeichnis

    1. Wirkungsgeschichtlich bedeutsame historische Schlaglichter

    Der Begriff Sakrament geht auf das lateinische sacramentum zurück, womit von frühen lateinischen Theologen Nordafrikas der griechische Ausdruck mysterion übersetzt wird. Mysterion wird dort jedoch nicht für Zeichenhandlungen verwendet, sondern für den sogenannten Heilsratschluss, den verborgenen Heilswillen Gottes für die Welt, der in Jesus Christus verwirklicht und für alle Menschen zugänglich wurde (s. u. a. Mk 4,11Und er sprach zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes gegeben; denen draußen aber widerfährt es alles in Gleichnissen,Zur Bibelstelle; Röm 16,25Dem aber, der euch stärken kanngemäß meinem Evangelium und der Predigt von Jesus Christus,gemäß der Offenbarung des Geheimnisses,das seit ewigen Zeiten verschwiegen war,Zur Bibelstelle; 1Kor 2,7Sondern wir reden von der Weisheit Gottes, die im Geheimnis verborgen ist, die Gott vorherbestimmt hat vor aller Zeit zu unserer Herrlichkeit,Zur Bibelstelle; Kol 1,27Denen wollte Gott kundtun, was der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Völkern ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.Zur Bibelstelle; 2,2auf dass ihre Herzen gestärkt und verbunden werden in der Liebe und zu allem Reichtum an der Fülle der Einsicht, zu erkennen das Geheimnis Gottes, das Christus ist.Zur Bibelstelle). Ab dem zweiten Jahrhundert wird der Ausdruck auf liturgische Vollzüge übertragen. Die Übersetzung sacramentum ab dem 3. Jh. bringt eine Akzentverschiebung mit sich, da sacramentum im profanen Bereich den Eid in einem Gerichtsprozess oder den militärischen Fahneneid bezeichnet. Die damit verbundene persönliche Verpflichtung wurde als Gemeinsamkeit mit der Taufe gesehen, wodurch stärker der ethische Anspruch an die Gläubigen gegenüber dem Gnadenwirken Gottes akzentuiert wurde.

    Ein allgemeines Verständnis, was Sakramente sind, bildet sich im Lauf der Geschichte in der Auseinandersetzung mit einzelnen Sakramenten heraus. Einige theoretische Konzepte und lehramtliche Entscheidungen früherer Jahrhunderte sind trotz möglicher Einseitigkeiten bis heute prägend. Dazu gehört die platonische Zeichentheorie von Augustinus  oes-gnd-icon waiting... (354–430), wonach sichtbare Zeichen (signa) auf eine unsichtbare Wirklichkeit (res) – bei Sakramenten die göttliche Wirklichkeit – verweisen, sie erkennen und daran teilhaben lassen.

    Eine weitere weitreichende Entscheidung ist im Ketzertaufstreit (3./4. Jh.) und der donatistischen Krise (4./5. Jh.), dass auch von Häretikern und Schismatikern gespendete Taufen als gültig anerkannt werden. Das bedeutet, dass die Wirksamkeit des Sakraments nicht vom Spender abhängt, sondern aufgrund des Wirkens Gottes objektiv wirksam und verlässlich ist.

    Die objektive Wirksamkeit der Sakramente tritt im Mittelalter besonders in den Vordergrund, die mit der seither etablierten Formulierung des ex opere operato ausgedrückt wird. Demnach wirken die Sakramente kraft des vollzogenen Aktes. Einer der entscheidenden Theologen hierfür war Thomas von Aquin  oes-gnd-icon waiting... (1225–1274), der eine aristotelisch geprägte Deutung lieferte. Ihm zufolge wirken die Sakramente die Gnade, wenn der Spender die Absicht hat, zu tun, was die Kirche tun will, und der Empfänger die Gnade nicht ablehnt.1Vgl. Thomas von Aquin, Summa theologiae III 64,8–10, (Online-Edition, https://bkv.unifr.ch/de/works/sth/versions/summe-der-theologie/divisions/3457), abgerufen am 30.06.2026; lehramtlich bekräftigt im Konzil von Trient, vgl. DH 1608 [Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen (= Enchiridion symbolorum definitionum et declarationum de rebus fidei et morum), verbessert, erweitert, ins Deutsche übertragen und unter Mitarbeit von Helmut Hoping hrsg. von Peter Hünermann, Freiburg i. Br. 452017.].

    Im Mittelalter legt das Zweite Konzil von Lyon 1274 fest, dass es sieben Sakramente gibt und welche das sind; bis dahin variierte beides.2Vgl. DH 860. In der Bulle über die Union mit den Armeniern Exsultate Deo (1439) des Konzils von Florenz wird festgehalten, dass einige Sakramente nicht wiederholt werden können, da sie ein unauslöschliches Merkmal verleihen (character indelebilis).3Vgl. DH 1312.

    Das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) brachte eine Neubelebung der Sakramententheologie mit einem umfassenderen Sakramentenbegriff. Es kam zu einer Erneuerung des patristischen Verständnisses als Anteilgabe am Geschick Jesu Christi, einer stärkeren Einbindung in die liturgische Feier und die kirchliche Gemeinschaft sowie einer stärkeren Gewichtung der subjektiven Teilnahme der Gläubigen.

    2. Sakramentale Struktur von Welt, Geschichte und Kirche

    Der Sakramentenbegriff wird in der heutigen katholischen Theologie nicht nur für die sieben Einzelhandlungen verwendet, sondern in einem weiten, analogen Sinn. Dafür wurde die biblische und patristische Bedeutung von mysterion wiedergewonnen. Demnach kann es überall in der Welt und Geschichte Zeichen geben, die auf Gott verweisen, und in denen der göttliche Heilsplan für die Menschen zugänglich wird (z. B. in der Schöpfung oder in der Geschichte des Volkes Israel). Das Sakramentale ist somit deutlich weiter als die Sakramente.

    In der Person Jesus von Nazaret war Gott in der Welt selbst präsent und hat sein Heilswirken offenbar gemacht. Darum wird Jesus Christus als „Ursakrament“ bezeichnet, denn in ihm verwirklicht sich in höchster Weise, was ein Sakrament ausmacht. Durch ihn erhalten die Menschen Anteil an Gottes Gnadenwirken. Jesu Sendung wird in der Kirche fortgeführt, so dass die Menschen durch ihre Existenz und ihr Wirken Anteil an Jesu Geschick erhalten. Das rechtfertigt aus katholischer Sicht, den Begriff des Sakraments auch auf die Kirche anzuwenden;4Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium über die Kirche, 1964 (Online-Edition, https://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19641121_lumen-gentium_ge.html, abgerufen am 30.06.2026, 1. zur Unterscheidung als „Grund-“ oder „Wurzelsakrament“5Besonders einschlägig für diese Unterscheidungen ist Karl Rahner  oes-gnd-icon waiting... . Vgl. u. a. Rahner, Karl, Kirche und Sakramente, in: ders., Sämtliche Werke 18, Freiburg i. Br. 2003, 3–72, 5–45. bezeichnet. Anliegen dessen ist nicht, die Kirche zu sakralisieren, sondern ihre Funktion und Verbindung zu Christus auszudrücken sowie das wechselseitige Verhältnis, dass die Sakramente der Kirche zwar vorgegeben sind, aber die Kirche die Sakramente spendet und verwaltet.

    Die sieben Sakramente sind konkrete und verdichtete Zeichen der allgemeinen sakramentalen Struktur und vermitteln den Menschen Gottes Gnadenwirken in besonderen Situationen des Lebens, deuten sie vom Christusgeschehen und sollen es so verwandeln.

    Was sind Sakramente? (katholisch.de), 15.11.2012.

    3. Sakramente als wirksame Zeichen

    Die objektive Wirksamkeit der Sakramente, ausgedrückt in der Formel ex opere operato, wurde in der Reformation stark kritisiert (vgl. Art. Sakramente [evangelisch]), ist bis heute aber eine zentrale katholische Glaubensaussage über die Sakramente. Entscheidend dafür ist der inhaltliche Gehalt, der dadurch ausgedrückt wird: Es wird das Entgegenkommen Gottes im Sakrament und dessen wirkliches, bedingungsloses Gnadenangebot betont. Die wirksame Vermittlung von Gnade hängt nicht von Spender und Empfänger ab, sondern ist von Gott immer schon zugesagt und gegeben, darauf können sich die Menschen verlassen. Von daher kann auch der character indelebilis heute verständlich gemacht werden: Er drückt Gottes unverbrüchliche Treue aus, dessen Angebot an den Menschen stets bestehen bleibt. Das vorausgesetzte Wirken Gottes ist in den Vordergrund zu stellen, um die Formeln nicht misszuverstehen: z. B. mechanisch, als ob die Symbolhandlung und nicht Gott die Ursache der Gnadenwirkung wäre; formalistisch, indem der Schwerpunkt zu sehr auf den korrekten Vollzug gelegt wird; oder magisch, als ob Dinge wundersam verwandelt würden.

    Bei aller Betonung der objektiven Wirksamkeit der Sakramente ist darum auch die Mitwirkung des Menschen nicht zu vernachlässigen. Während das Gnadenangebot Gottes unabhängig vom Menschen besteht, ist der Glaube Voraussetzung für einen fruchtbaren Empfang. Zudem wirkt Gott nicht gegen den Willen des Menschen: Wo der dem Sakrament einen „inneren Riegel (obex)“ vorschiebt, kommt ein Sakrament nicht wirksam zustande.

    Für die Deutung, wie Symbole wirksame Zeichen sein und als solche zustande kommen können, haben sich zwei Erklärungsansätze etabliert: Sakramente werden als Realsymbole verstanden oder das gesamte sakramentale Geschehen wird sprachphilosophisch als performatives Geschehen gedeutet.

    Mit dem Begriff des Realsymbols wird in den Vordergrund gerückt, dass Sakramente Symbole sind, bei denen im wörtlichen Sinn zwei Wirklichkeiten zusammentreten (griech. symballein: zusammenwerfen). Dabei kann zwischen Symbolen als informierenden Zeichen oder Vertretungszeichen einerseits und realisierenden Zeichen oder Realsymbolen andererseits unterschieden werden. Erstere verweisen auf etwas, das sie nicht sind, wie Piktogramme oder Verkehrszeichen, zweitere repräsentieren und verwirklichen das Bezeichnete. Wenn Sakramente als Realsymbole bezeichnet werden, bedeutet das, dass sie nicht nur ein äußerliches, hinweisendes Zeichen für die göttliche Gnade sind, sondern sie in ihnen zustande kommt und die Menschen dadurch an ihr Anteil bekommen. Zugleich verweist der Zeichenbegriff darauf, dass es eine bleibende Differenz zwischen dem Symbol und dem Symbolisierten gibt, also die Sakramente Gottes Gnade wirklich vermitteln, aber dabei die Unterschiedenheit Gottes von der Welt bestehen bleibt.

    Ein weiterer Erklärungsansatz für wirksame Zeichen, der zudem dem Wortcharakter der Sakramente gerecht wird, ist der der performativen Sprechakte. Die Redeweise, dass die Sakramente „bewirken, was sie besagen“, hat sich in der Theologie etabliert, die damit die Definition der Sprachphilosophie aufgegriffen und übertragen hat. Performative Sprechakte sind Sprachhandlungen, die nicht anders als durch Sprache vollzogen werden können, also durch das Sprechen Wirklichkeit setzen. Profane Beispiele sind „Die Sitzung ist hiermit eröffnet.“, „Ich erkläre Sie hiermit zu Mann und Frau.“ oder „Ich verspreche dir …“. Durch die Rezeption in der Sakramentenlehre wird dadurch auch deutlich, welche Bedeutung das religiöse Deutewort hat und es wird dessen konstitutiver Charakter begründet.

    4. Gestalt und liturgische Gestaltung der Sakramente

    Sakramente sind liturgische Vollzüge und haben als solche ihren Ort im Gottesdienst der Kirche. Darum stehen Sakramententheologie und liturgischer Vollzug in einem Wechselverhältnis: Sakramententheologie findet sich in der Liturgie der Kirche bzw. ist die Liturgie der Theologie entsprechend zu gestalten. Die Sakramente als Symbole haben folglich eine liturgische Form, sind liturgische Symbolhandlungen, die die Menschen ganzheitlich ansprechen und zeigen, dass der ganze Mensch von dem Heilsgeschehen umfangen ist. Im Unionsdekret mit den Armeniern Exsultate Deo (1439) des Konzils von Florenz wurde die alte Tradition festgehalten, woraus ein Sakrament besteht: „Sakramente werden durch dreierlei vollzogen, nämlich durch die Dinge als Materie, die Worte als Form und die Person des Spenders, der das Sakrament erteilt in der Absicht, zu tun, was die Kirche tut.“6DH 1312.

    Die sogenannten Dinge sind materielle Gegenstände wie Wasser, Brot, aber auch Handlungen wie die Handauflegung, die schon eine natürliche Symbolkraft haben. Durch den liturgischen Handlungskontext und die Spendeformel werden sie religiös gedeutet und in einen neuen Sinnzusammenhang gestellt. Das Wort – zumeist das Schriftwort – transformiert und vereindeutigt die Zeichenhandlung und nimmt sie für die Selbstzusage Jesu Christi in Dienst. Mit den Sakramenten ist folglich eine starke Worttheologie verbunden, die bereits auf Augustinus  oes-gnd-icon waiting... zurückgeht: Ihm zufolge konstituiert das Wort – bezogen auf das Wort Gottes, dass im Glauben angenommen wird – das Sakrament und er bezeichnet die Sakramente als sichtbare Worte (verba visibilia).

    Die etablierte Rede vom Sakramentenspender ist eine unglückliche Übersetzung und wäre zu korrigieren. Sie verschleiert, dass Gott der Spender der Sakramente ist, und die bevollmächtigte Person nur in dessen Namen und durch die Übertragung der Vollmacht durch die Kirche handelt. Dabei bringt der menschliche Mittler die Gnade nie hervor, sondern sagt sie nur zu. Im Lateinischen wird das besser deutlich, indem vom minister, der dienenden Person gesprochen wird. Sakramententheologisch ist jedoch wichtig, dass es sich um eine dritte Person handelt, die darauf verweist, dass die Gnade nicht aus dem:der Empfänger:in kommt oder man sie sich selbst zusagen kann, sondern dass es sich um die von außen, von Gott kommende durch Jesus Christus im Heiligen Geist zukommende Gnade handelt; als dazu bevollmächtigt gelten in erster Linie die kirchlichen Amtsträger, weswegen sie im Regelfall die Sakramentenassistenten oder -diener sind.

    Die kurze eigentliche Sakramentenspendung ist in das Gesamt eines Gottesdienstes eingebunden, in dem das Sakrament weiter ausgedeutet und dessen Bedeutung erlebbar wird. Dazu gehört unter anderem, dass deutlich wird, dass in der Liturgie im Allgemeinen und in den Sakramenten im Speziellen verschiedene Zeitebenen zusammenfallen: Das vergangene Christusereignis wird erinnernd vergegenwärtigt (anamnesis), dessen Heilszusage wird für die Gegenwart und in der Gegenwart erfahrbar gemacht und dadurch das menschliche Leben verwandelt. Es wird symbolisch auf die ausstehende Erlösung vorausgegriffen und die Vollendung antizipiert.

    Für die Gestaltung des Gottesdienstes können aus der Sakramententheologie verschiedene Anforderungen abgeleitet werden: Zum einen richten sich Sakramente an Einzelpersonen, zum anderen sind sie Vollzüge der Kirche und in ihren Gottesdienst eingebunden. Darum sollte einerseits der Ansprachecharakter an die Sakramentenempfänger deutlich werden, andererseits versinnbildlichen die Sakramente den Glauben der Kirche und ihre liturgische Tradition, weswegen individuelle Elemente aufgenommen werden können, aber die Liturgie nicht vollständig individuellen Bedürfnissen angepasst werden kann. Des Weiteren erfordert ein Symbol und das Sakrament als Beziehungsangebot an den Menschen, dass das liturgische Geschehen für die Menschen verständlich ist, sie einbezieht und von ihnen angeeignet werden kann. Das Zweite Vaticanum hat darum für die Erneuerung der Liturgie vorgegeben, dass „die Gläubigen die sakramentalen Zeichen leicht verstehen“.7Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie Sacrosanctum Concilium, 1963 (Online-Edition, https://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19631204_sacrosanctum-concilium_ge.html, abgerufen am 30.06.2026, 59. Andererseits ist es theologisch gerechtfertigt, dass eine gewisse Fremdheit bestehen bleibt, die auf den Sinnüberschuss über den Alltag hinaus und die Begegnung mit dem ganz von der Welt verschiedenen Gott verweist. Um das Geschehen dennoch den Menschen verständlich zu machen, kann die Sakramentenkatechese genutzt werden. Hier sollte die Vorbereitung auf die Sakramente geschehen, die die Gottesdiensteinführung umfasst. Zugleich ist die Liturgie ein eigenes Geschehen, das auch für sich selbst sprechen sollte. Zwischen Befürwortern der Anpassung der Liturgie an die Welt und Bedürfnisse der Menschen und denen des Selbstwerts der Liturgie als Dienst für Gott werden zum Teil heftige Kämpfe ausgefochten. Letztlich ist zwischen beiden Polen immer wieder neu ein Gleichgewicht zu finden, so dass die Sakramente den Menschen etwas sagen, sie berühren und Ausdruck ihres Glaubens sind, ohne sie aber verfügbar zu machen.

    Weiterführende Infos WiReLex

    Eine religionspädagogische Vertiefung zur Sakramentenkatechese findet sich hier: Lutz, Bernd, Art. Sakramentenkatechese/-pastoral, in: WiReLex, 2026 (https://doi.org/10.23768/wirelex.100105), abgerufen am 30.06.2026.

    Sakrament8Die folgenden Tabellen orientieren sich an Koch, Günter, Das Heil aus den Sakramenten. Sakramentenlehre, in: Beinert, Wolfgang (Hrsg.), Glaubenszugänge. Lehrbuch der Katholischen Dogmatik 3, Paderborn et al. 1995, 307–523, 365f.369f.Taufe
    BedeutungTeilhabe am Erlösungshandeln Jesu: löst aus Sünden- und Todeszusammenhang; Aufnahme in den mystischen Leib Christi und die Kirche als die sichtbare Gemeinschaft der Gläubigen.
    SymbolhandlungEintauchen in oder Übergießen mit Wasser.
    Deutewort/ Spendeformel„N., ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
    MinisterIm Normalfall Bischof, Priester oder Diakon. Immer mehr auch speziell geschulte Seelsorger:innen. Im Notfall jeder Mensch.
    Tabelle zu Bedeutung, Symbolhandlung, Deutewort und Assistent der Taufe
    Was bedeutet Taufe? (katholisch.de), 02.12.2013.
    SakramentEucharistie
    BedeutungFeier des gesamten Heilsgeschehens in Jesus Christus und Anteilgabe daran; schafft Gemeinschaft der Gläubigen mit Jesus Christus und untereinander.
    SymbolhandlungKonsekration und Teilen von Brot und Wein.
    Deutewort/ Spendeformel„Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. – Nehmet und trinket alle daraus: Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tue dies zu meinem Gedächtnis.“
    MinisterBischof oder Priester. Brot und Wein können von beauftragten Lai:innen ausgeteilt werden.
    Tabelle zu Bedeutung, Symbolhandlung, Deutewort und Assistent der Eucharistie
    Was bedeutet Eucharistie? (katholisch.de), 03.06.2013.
    SakramentFirmung
    BedeutungGilt als Sakrament der Geistgabe, Bekräftigung der Taufe und Anteilgabe an der Sendung der Kirche als Zusage und Aufgabe.
    SymbolhandlungHandauflegung und Salbung der Stirn mit Chrisam.
    Deutewort/ Spendeformel„N., sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“
    MinisterOriginär Bischof. Die Firmvollmacht kann auch an Priester übertragen werden.
    Tabelle zu Bedeutung, Symbolhandlung, Deutewort und Assistent der Firmung
    Was bedeutet die Firmung? (katholisch.de), 16.10.2013.
    SakramentBuße/ Sakrament der Versöhnung
    BedeutungZusage der Sündenvergebung angesichts von konkreten Verfehlungen und Schuld; setzt Reue und Sündenbekenntnis voraus.
    SymbolhandlungSündenbekenntnis des:der Gläubigen als Ausdruck der Reue und Buße. – Ausstrecken der Hände über das Haupt und Kreuzzeichen.
    Deutewort/ Spendeformel„Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich dich los von deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
    MinisterBischof oder Priester
    Tabelle zu Bedeutung, Symbolhandlung, Deutewort und Assistent der Buße
    Was bedeutet Beichten? (katholisch.de), 14.11.2012.
    SakramentKrankensalbung
    BedeutungHäufig fälschlicherweise als letzte Ölung bezeichnet. Bitte um Heilung und Zeichen der göttlichen Begleitung und seines Heilswillens, die in Krankheit stärken und Hoffnung geben sollen.
    SymbolhandlungSalbung von Stirn und Händen mit geweihtem Öl.
    Deutewort/ Spendeformel„Durch diese heilige Salbung mit geweihtem Öl helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes“ [Salbung der Stirn].–
    „Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf“ [Salbung
    der Hände].
    MinisterBischof oder Priester
    Tabelle zu Bedeutung, Symbolhandlung, Deutewort und Assistent der Krankensalbung
    Was ist Krankensalbung? (katholisch.de), 16.06.2016.
    SakramentEhe
    BedeutungZusage des Beistands, Schutz und Segen für das gemeinsame Leben; Ehe als Abbild der Liebe und Treue Gottes gegenüber den Menschen.
    SymbolhandlungErklärung des Ehewillens. Anstecken des Ringes an die Hand des:der Partners:in.
    Deutewort/ Spendeformel„N., ich nehme dich an als meine Frau/meinen Mann und verspreche dir die Treue in guten und in bösen Tagen, in Gesundheit und in Krankheit. Ich will dich lieben, achten und ehren, solange ich lebe.“
    MinisterNach überwiegender Auffassung die Eheleute gegenseitig. Der Priester oder Diakon bestätigt das Sakrament durch ein Segensgebet.
    Tabelle zu Bedeutung, Symbolhandlung, Deutewort und Assistent der Ehe
    Was bedeutet die Ehe? (katholisch.de), 12.10.2013.
    SakramentSakrament des Ordo/Weihe zum Diakon, Priester und Bischof
    BedeutungÜbertragung des Dienstamtes, d. h. der jeweils spezifischen Aufgaben und Vollmachten, auf spezifische Weise in der Nachfolge Jesu zu handeln.
    SymbolhandlungHandauflegung und stilles Gebet des Bischofs (nach der Handauflegung der anderen Priester folgt das Weihegebet)
    Deutewort/ SpendeformelEin längeres Gebet, das auf biblischem Hintergrund die Aufgaben der jeweiligen Weihestufe zum Inhalt hat.
    MinisterBischof. Bei einer Bischofsweihe normalerweise mit zwei mitweihenden Bischöfen.
    Tabelle zu Bedeutung, Symbolhandlung, Deutewort und Assistent der Weihe
    Priesterweihe im Kiliansdom am 27. Mai 2023, 09.30 Uhr (Bistum Würzburg), 27.05.2023, 1:03:53 bis 1:17:55.

    5. Ökumenische Kontroversen und Klärungen

    Verschiedene ökumenische Kontroversen hatten und haben mit den Sakramenten zu tun, sowohl dem allgemeinen Sakramentenverständnis als auch konkreten Einzelsakramenten. Auf allgemeiner Ebene bedurfte es vor allem der Klärung, was mit der Wirksamkeit ex opere operato und der Sakramentalität der Kirche gemeint ist. Zudem unterscheidet sich die Anzahl der Sakramente zwischen den Kirchen und damit auch, was damit gemeint ist, wenn gesagt wird, Jesus habe die Sakramente eingesetzt. Katholischerseits ist heute bewusst, dass sich weder die einzelnen Sakramente – außer der Eucharistie – noch ihre Siebenzahl auf einen expliziten Stiftungsakt Jesu zurückführen lassen, sondern sich im Laufe der Zeit herausgebildet haben. Wenn dennoch von der Einsetzung durch Jesus Christus gesprochen wird, wird damit die Rückbindung an ihn betont und ausgedrückt, dass sich die Sakramente am Wirken Jesu orientieren und es fortführen. Eine ökumenische Brücke kann die Tatsache darstellen, dass es von alters her eine Gewichtung der Sakramente von Taufe und Eucharistie als sacramenta maiora und den anderen Sakramenten als sacramenta minora gibt.

    Die verschiedenen theoretischen Fragen konnten im ökumenischen Dialog so weit geklärt werden, dass die Unterschiede nicht kirchentrennend sein müssen, wenn von allen Seiten das jeweils eigentliche theologische Anliegen gesehen und gewahrt wird.

    Größere praktische Relevanz haben einzelne Sakramente und hier Themen wie die gegenseitige Taufanerkennung, das Verständnis von Eucharistie/Abendmahl und die Sakramentengemeinschaft sowie die Frage ökumenischer Trauungen. Besonders virulent sind diese Themen für konfessionsverbindende Paare, die ihren Glauben gemeinsam leben und ggf. ihre Kinder ökumenisch-religiös erziehen wollen. Sie treiben einerseits das Thema mit voran, leiden zugleich aber am meisten unter dem, was nicht gemeinsam möglich bzw. zulässig ist.

    6. Pastorale Herausforderungen und aktuelle Entwicklungen

    Auch innerkatholisch liegt der Schwerpunkt auf den Einzelsakramenten und folgt die Entwicklung der allgemeinen Sakramentenlehre aus deren theologischem Verständnis. Gesellschaftliche und sozio-kulturelle Entwicklungen wirken sich auf die Nachfrage der Menschen nach Sakramenten und deren Verständnis aus. Das kann zu Spannungen mit dem Verständnis der Kirche führen. In den letzten Jahren und Jahrzehnten hat das zu ausgiebigen theologischen Reflexionen und Veränderungen geführt, aber auch zu anhaltenden Konflikten mit dem kirchlichen Lehramt. Strittig ist dabei nicht der theologische Kern des jeweiligen Sakraments, sondern beispielsweise, ob die Sakramentenempfänger weiter gefasst oder das Verständnis geweitet und weniger rigoristisch differenziert werden kann. Solche Entwicklungen sind von dem Anliegen geleitet, dass die Sakramente als Zusagen des göttlichen Beistands in verschiedenen Lebenssituationen und als Gnadenwirken erfahren werden können statt als Formen des Ausschlusses und des gnadenlosen Gerichts.

    Besonders auf die Taufe wirkt sich die säkularer werdende Gesellschaft aus. Zum einen gehen die Taufzahlen zurück, zum anderen stimmen die Motive der Eltern für das Taufinteresse nicht unbedingt mit dem Verständnis der Kirche als persönliches Glaubensbekenntnis und Aufnahme in die Kirche überein. Für die Kirche ergibt sich daraus das Dilemma, Menschen entweder abzuweisen und ihnen die Gnade Gottes zu verweigern, die um ein Sakrament bitten, oder in Kauf zu nehmen, dadurch eine nicht unerhebliche Zahl an getauften Ungläubigen unter ihren Mitgliedern zu haben. Besonders leiden darunter pastorale Mitarbeitende, die die Sakramente spenden und katechetisch begleiten sollen.9Solche Schilderungen finden sich in Frings, Thomas, Aus, Amen, Ende? So kann ich nicht mehr Priester sein, Freiburg i. Br. 2017.

    Bei der Ehe sind gleich zwei traditionell grundlegende Aspekte angefragt: ihre Unauflöslichkeit und dass das Sakrament nur einem Paar aus einem Mann und einer Frau gespendet werden kann. Die Unauflöslichkeit der Ehe scheint als Ideal und Ziel weniger diskutiert als die Tatsache, dass sich Menschen aufgrund ihrer Unvollkommenheit täuschen oder scheitern können und es in der traditionellen Lehre im Fall des Scheiterns eines Paares keine Möglichkeit der Anerkennung der Scheidung und späteren erneuten Heirat gibt. Mit der Ehenichtigkeitserklärung gibt es theoretisch eine Hilfsform, die die Wiederheirat ermöglicht. Sie kommt für viele Gläubige jedoch nicht infrage, da sie sich dafür einem kirchlichen Gerichtsverfahren unterziehen müssen, in dem sehr persönliche und intime Details offengelegt werden müssen. Zudem entspricht es häufig nicht ihrem Erleben, eine Ehe für in Wirklichkeit nie bestehend erklären zu lassen, die real existiert hat und von ihnen ernst gemeint war.

    Den restriktiven Ausschluss von den Sakramenten von wiederverheiratet Geschiedenen, da sie „in dauerhafter Sünde“ leben, erleben viele Gläubige nicht als konsequente Sakramententheologie, sondern als ihrem eigentlichen Gehalt der Gnadenvermittlung und der göttlichen Nähe gerade in schweren Zeiten widersprechend. Papst Franziskus  oes-gnd-icon waiting... nahm das im nachapostolischen Schreiben Amoris laetitia (2016) ernst und skizzierte Leitlinien für die Unterscheidung; dabei stärkt er auch die Gewissensentscheidungen der Gläubigen.10Vgl. Papst Franziskus, Nachsynodales Apostolisches Schreiben Amoris laetitia, 2016 (Online-Edition, https://www.vatican.va/content/francesco/de/apost_exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20160319_amoris-laetitia.html) abgerufen am 30.06.2026, Kap. 8. Das erlaubt einen differenzierteren Umgang, es ist aber fraglich, ob damit die grundlegend negative Bewertung solcher Paare bereits ausreichend überwunden ist.

    Mit der zunehmenden Akzeptanz von Homosexualität ist auch die Frage in den Vordergrund gerückt, ob die Ehe als Sakrament nur einem zweigeschlechtlichen Paar gespendet werden kann. Eine diesbezügliche Veränderung der Sakramententheologie ist in der katholischen Kirche aktuell nicht in Sicht. Darum wird intensiv über die Möglichkeit diskutiert, homosexuelle Paare und ihre Partnerschaft zu segnen. In der Praxis gibt es hier schon manche Form, bei denen es sich aber um Einzelfalllösungen handelt, die auf individuellen Entscheidungen des Priesters und Absprachen mit dem Paar beruhen. Die anhaltende Debatte hat zu einer minimalen offiziellen Lockerung geführt: Mit der Erklärung „Fiducia supplicans über die pastorale Sinngebung von Segnungen“ (2023) hat das Dikasterium für die Glaubenslehre, approbiert durch Papst Franziskus  oes-gnd-icon waiting... , „Segnungen von Paaren in irregulären Situationen und gleichgeschlechtlichen Paaren“ (Überschrift Kap. III) zugelassen – allerdings nicht im Rahmen eines Gottesdienstes und ohne rituelle Form, damit es nicht zur Verwechslung mit dem Sakrament der Ehe kommen könne.11Vgl. Dikasterium für Glaubenslehre, Erklärung Fiducia supplicans. Über die pastorale Sinngebung von Segnungen, 2023 (Online-Edition, https://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_ddf_doc_20231218_fiducia-supplicans_ge.html), abgerufen am 30.06.2026. Das wurde von den einen als viel zu weit und von den anderen als nicht weit genug gehend kritisiert; von letzteren, da damit keine Anerkennung homosexueller Paare und ihrer Partnerschaft einhergeht. Teil dieser Entwicklung ist auch, dass gegenwärtig auf der Grundlage der Handreichung „Segen gibt der Liebe Kraft“ der Gemeinsamen Konferenz aus Deutscher Bischofskonferenz (DBK) und Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) in zahlreichen Diözesen in Deutschland Leitlinien oder Formulare für solche Segnungsfeiern entwickelt werden bzw. bereits veröffentlicht sind, während in anderen Diözesen kein Bedarf hierfür gesehen wird.12Vgl. Deutsche Bischofskonferenz (DBK)/ Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), Segen gibt der Liebe Kraft, 04.04.2025 (PDF-Dokument, https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2025/2025-065a-Gemeinsame-Konferenz-SW-Anlage-Segnung-fuer-Paare.pdf), abgerufen am 30.06.2026.

    An der Frage nach dem Umgang mit homosexuellen Paaren ist gut zu sehen, wie die Entwicklung eines Einzelsakraments die allgemeine Sakramententheologie prägt. Die Debatte um die Segnung homosexueller Paare hat die Auseinandersetzung mit der Bedeutung des Segnens befördert. Segnungen gehören zu den Sakramentalien, den Sakramenten ähnliche Zeichenhandlungen, die vielfältiger sind, den Glauben im alltäglichen Leben stärken und traditionell auf den Empfang von Sakramenten vorbereiten sollen. Durch die Stärkung des Segens zeichnet sich eine Neubewertung des Verhältnisses von Sakramenten und Sakramentalien auf theologischer Ebene ab: Die Grenzen scheinen sich zu nur nuancierten Unterschieden zu verwischen und das sakramentale Prinzip gegenüber den Einzelsakramenten an Relevanz zu gewinnen.

    Die Möglichkeit der Ordination oder Weihe von Frauen wird global und ökumenisch immer drängender. Der Zugang von Frauen zu allen Weiheämtern wird vom katholischen Lehramt abgelehnt, aber von vielen Gläubigen und Theolog:innen in Deutschland schon seit Jahrzehnten gefordert, weswegen die Argumente dafür und dagegen gut ausgearbeitet sind.13Die lehramtliche Haltung ist dargelegt in Hl. Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung zur Frage der Zulassung der Frauen zum Priesteramt, 1976 (Online-Edition, http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_19761015_inter-insigniores_ge.html), abgerufen am 30.06.2026 und Papst Johannes Paul II, Apostolisches Schreiben Ordinatio Sacerdotalis, 1994 (Online-Edition, https://www.vatican.va/content/john-paul-ii/de/apost_letters/1994/documents/hf_jp-ii_apl_19940522_ordinatio-sacerdotalis.html), abgerufen am 30.06.2026. Für die Fülle theologischer Publikationen zum Thema s. exemplarisch die Sammelbände Eckholt, Margit et al. (Hrsg.), Frauen in kirchlichen Ämtern. Reformbewegungen in der Ökumene, Freiburg i. Br./Göttingen 2018; Groß, Walter (Hrsg.), Frauenordination. Stand der Diskussion in der katholischen Kirche, München 1996; Müller, Gerhard Ludwig (Hrsg.), Von „Inter Insigniores“ bis „Ordinatio Sacerdotalis“. Dokumente und Studien der Glaubenskongregation, Würzburg 2006. Realistischer als die Öffnung der Priester- und Bischofsweihe scheint aktuell die Öffnung des Diakonats für Frauen. Das findet auch auf der Südhalbkugel Zustimmung, wird in der Orthodoxie verstärkt diskutiert oder wie im orthodoxen Patriarchat von Alexandrien wiedereingeführt; auch in der Armenischen Apostolischen Kirche, einer altorientalischen Kirche, wurde 2017 eine Frau zur Diakonin geweiht.14Vgl. Nachrichtendienst Östliche Kirchen, 25.01.2018 (https://noek.info/nachrichten/osteuropa/38-armenien/419-armenien-erste-diakonin-fuer-armenische-apostolische-kirche), abgerufen am 30.06.2026. In der katholischen Kirche wird der Diakonat der Frau seit Jahrzehnten von immer wieder neuen Studienkommissionen mit unterschiedlichen Ergebnissen untersucht,15Vgl. Trifunovic, Mario, Warum Papst Franziskus die Diakoninnen-Debatte bremst, 15.06.2024 (https://www.katholisch.de/artikel/53660-warum-papst-franziskus-die-diakoninnen-debatte-bremst), abgerufen am 30.06.2026. abgeschlossen ist die Diskussion darum nicht.

    Weiterführende Literatur

    Katholischer Erwachsenenkatechismus. Erster Band: Das Glaubensbekenntnis der Kirche (1985), herausgegeben von der Deutschen Bischofskonferenz, 3. Die Sakramente als sichtbares Wort, auf: http://www.alt.dbk.de/katechismus/index.php S. 317–327 – Eine immer noch lesenswerte, gut verständliche Darstellung des katholischen Sakramentenverständnisses. Nicht zu verwechseln mit dem vom Vatikan herausgegebenen Katechismus der Katholischen Kirche.

    Boff, Leonardo, Kleine Sakramentenlehre, Ostfildern 2021. – Ausdrücklich keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern eine schon ältere Einführung für jedermann, darum kurz und mit vielen Beispielen und veranschaulichenden Anekdoten.

    Dirscherl, Erwin/Weißer, Markus (Hrsg.), Wirksame Zeichen und Werkzeuge des Heils? Aktuelle Anfragen an die traditionelle Sakramententheologie (QD 321), Freiburg i. Br. 2022. – Aktuellste katholische theologische Perspektiven auf das allgemeine Sakramentenverständnis sowie zu den sieben Einzelsakramenten.

    Faber, Eva-Maria, Einführung in die katholische Sakramentenlehre, Darmstadt 32011. – Eine grundlegende und die aktuellste Einführung in die Sakramentenlehre.

    Fuchs, Ottmar, Sakramente. Immer gratis, nie umsonst, Würzburg 2015. – Eine nachdrückliche katholische Stimme dafür, auf die eigene Wirkkraft von Gottes Gnade in den Sakramenten zu vertrauen und sie darum großzügig zu verteilen. Aus pastoraltheologischer Perspektive. Ein spannender Kontrast zu Frings.

    Jilek, August, Eintauchen – Handauflegen – Brotbrechen. Eine Einführung in die Feiern von Taufe, Firmung und Erstkommunion (Kleine Liturgische Bibliothek 3), Regensburg 1996. – Entstehungsgeschichte der genannten Liturgien und eine knapp und gut verständlich erklärte Kommentierung der heutigen Liturgien.

    Knop, Julia/Kranemann, Benedikt (Hrsg.), Segensfeiern in der offenen Kirche. Neue Gottesdienstformen in theologischer Reflexion (QD 305), Freiburg i. Br. 2020. – Ein Beispiel dafür, dass die Bedeutung der Sakramentalien zunimmt und sich der Sakramentenbegriff etwas verflüssigt.

    Koch, Günter, Das Heil aus den Sakramenten. Sakramentenlehre, in: Beinert, Wolfgang (Hrsg.), Glaubenszugänge. Lehrbuch der Katholischen Dogmatik 3, Paderborn et al. 1995, 307–523.

    Nocke, Franz-Josef, Allgemeine Sakramentenlehre; Spezielle Sakramentenlehre, in: Schneider, Theodor (Hrsg.), Handbuch der Dogmatik 2, Düsseldorf 1992, 188–225; 226–376.

    Schneider, Theodor, Zeichen der Nähe Gottes. Grundriss der Sakramententheologie, Mainz 71998. – Ein schon etwas älteres Grundlagenwerk. Der Titel wird als Kurzbeschreibung für das, was Sakramente sind, häufig zitiert.

    Einzelnachweise

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