Römer 6,12–14

[12] So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, und leistet seinen Begierden keinen Gehorsam. [13] Auch gebt nicht der Sünde eure Glieder hin als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin als solche, die tot waren und nun lebendig sind, und eure Glieder Gott als Waffen der Gerechtigkeit. [14] Denn die Sünde wird nicht herrschen über euch, weil ihr ja nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade.

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Veröffentlicht27.10.2026
Exzerpt

Sünde – ein ebenso umstrittener wie unverzichtbarer Problemzusammenhang in der christlichen (und jüdischen und islamischen) Religion. Im Christentum markiert der Begriff das gesamte Gegenstandsfeld der Religion: Unheilsrealismus, Verantwortungsherausforderung, Differenz von Gott und Mensch. Wer von Sünde redet, sagt dreierlei: 1. dass die Welt, so wie sie ist, nicht in Ordnung ist; 2. dass Menschen in dieser Situation Verantwortung tragen; 3. dass sie sich in dieser spezifischen Situation vor Gott sehen und von diesem Hilfe erhoffen oder auch seine Verurteilung (vgl. Art. Gericht) fürchten. Vor allem um den letzten Aspekt hat es im Christentum in den vergangenen Jahrhunderten einige gravierende Dispute gegeben. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass gegenwärtig der Hilfsaspekt Gottes stärker betont wird als seine richtende Funktion. Dennoch ist letztere auch gegenwärtig immer noch nicht irrelevant. Beides, Hilfe wie Richten als Geltendmachen von Gerechtigkeit, wird umfangen gedacht von der Gnade als Form der grundsätzlichen Zuwendung Gottes.

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SachschlagwortErbsünde, Gericht, Gnade, Scham, Schuld, Sühne, Vergebung, Versöhnung
Version1.0