Nachhaltigkeit

Das normative Konzept der Nachhaltigkeit beinhaltet eine Wirtschaftsweise sowie Lebensformen, die sich über Zeit und Raum hinweg aufrechterhalten lassen, ohne die ökologischen Lebensgrundlagen zu zerstören. Ursprünglich religiös geprägt, hat es sich als Reaktion auf die dramatisch gewachsene menschliche Fähigkeit entwickelt, die natürliche Umwelt zu beherrschen und auszubeuten.
Der gesellschaftsübergreifende und interdisziplinäre Charakter des Nachhaltigkeitskonzepts bringt es mit sich, dass es aus ganz unterschiedlichen – oft gegensätzlichen – Perspektiven bearbeitet wird. Daraus ergeben sich verschiedene Deutungen, die wiederum eine Reihe normativer Probleme aufwerfen. Mit Blick auf die Gerechtigkeitsdimension stellt sich die Frage, wie sich Verteilungsprobleme innerhalb einer Generation zu den möglichen Ansprüchen künftiger Generationen verhalten.
Angesichts der unterschiedlichen Geschwindigkeiten, mit denen sich ökologischer und klimatischer Wandel einerseits und politisch-wirtschaftliche Koordinationsprozesse andererseits vollziehen, stellt sich die Frage, ob eine allmähliche Transformation gelingen kann oder ob eher mit einem disruptiven Umbruch zu rechnen ist.

Inhaltsverzeichnis

    1. Einleitung: Das Konzept der Nachhaltigkeit – Definition und Begriff

    Das normative Konzept der Nachhaltigkeit (engl. sustainability) zielt auf eine Wirtschafts- und Lebensweise, die in Raum und Zeit verallgemeinerbar ist.

    1.1 Nachhaltigkeit als normatives Konzept der Krisenbewältigung

    Es reagiert auf die Krisen, die durch die menschliche Zivilisation, insbesondere in ihrer industriellen Form, selbst verursacht wurden und werden, deren Einwirkungsmaß inzwischen zu Vorschlägen geführt hat, das gegenwärtige Erdzeitalter als Anthropozän zu bezeichnen.1Vgl. Crutzen, Paul J.: Geology of mankind. In: Nature 415, 23 (2002), https://doi.org/10.1038/415023a, abgerufen am 08.07.2026. Solche Krisen sind vielfältig, verflochten, und sind in ihren Konsequenzen in dieser Verflechtung problematischer als jede einzelne, sodass auch von einer Polykrise gesprochen wird.2Vgl. Tooze, Adam: Chartbook #130. Defining polycrisis – from crisis pictures to the crisis matrix, 24.06.2022, https://adamtooze.substack.com/p/chartbook-130-defining-polycrisis, abgerufen am 30.05.2026. Neben Krisen der Verteilung und des Verbrauchs von Ressourcen wie Wasser, Holz, Mineralien oder fossilen Energieträgern tritt die Verschmutzung von Boden, Luft und Wasser durch Emissionen und Überdüngung, die ihrerseits lebensnotwendige Ökosysteme zerstört und die Biodiversität verringert.3Vgl. Rockstrøm, Johan u. a.: A safe operating space for humanity. In: Nature 461 (2009), 472–475, https://doi.org/10.1038/461472a, abgerufen am 08.07.2026; Rockstrøm, Johan u. a.: Safe and just Earth system boundaries. In: Nature 619 (2023), 102–111, https://doi.org/10.1038/s41586-023-06083-8, abgerufen am 08.07.2026. Reale oder befürchtete Verteilungskonflikte führen wiederum zu kriegerischen Auseinandersetzungen, die Ressourcenverbrauch und Umweltverschmutzung explodieren lassen und Energie von notwendigen Nachhaltigkeitsmaßnahmen abziehen. In Verbindung mit diesen Entwicklungen steht der menschlich verursachte Klimawandel, der unter anderem durch die Beeinflussung der Meeresströmungen, der sogenannten thermohalinen Zirkulation, zunehmend zu Starkwetterereignissen, Dürren, aber auch Überflutungen führt und durch die längerfristige Verschiebung des Klimas auch Folgen für die regional angepassten Populationen von Menschen und Tieren zeitigt, wobei auch zunächst gering erscheinende Veränderungen – etwa eine Erhöhung der durchschnittlichen Temperatur um 1,5 oder 2 Grad Celsius – eine Kette von Folgereaktionen auslösen können (sog. Kippunkte), die ihrerseits die Verteilungskonflikte verschärfen.4Vgl. Armstrong McKay, David I./Staal, Arie/Abrams, Jesse F./Winkelmann, Ricarda/Sakschewski, Boris/Loriani, Sina/Fetzer, Ingo/Cornell, Sarah E./Rockstrøm, Johan/Lenton, Timothy M.: Exceeding 1.5 C global warming could trigger multiple climate tipping points. In: Science 377 (2022), eabn7950, https://www.science.org/doi/10.1126/science.abn7950, abgerufen am 08.07.2026.

    1.2 Dimensionen der Nachhaltigkeit

    Aufgrund des Zusammenwirkens ökologischer, sozialer, ökonomischer und kultureller Faktoren in der Genese der benannten Krisen impliziert auch das Konzept der Nachhaltigkeit entsprechende Dimensionen: ökologische Nachhaltigkeit zielt auf die Erhaltung zentraler globaler und lokaler Ökosysteme, der Biodiversität und eines lebensdienlichen Klimas. Soziale Nachhaltigkeit sucht intra- und intergenerationelle Verteilungsgerechtigkeit zu etablieren, die sowohl einen Zweck in sich selbst als auch eine wichtige Bedingung ökologischer Nachhaltigkeit darstellt, weil nur die gerechte Verteilung Grenzen der Ausbeutung der knappen Güter außermenschlicher Natur zu plausibilisieren vermag. Ökonomische Nachhaltigkeit wiederum impliziert eine Wirtschaftsweise, die ihre eigenen ökologischen und sozialen Grundlagen reproduziert, statt sie zu zerstören. Kulturelle Nachhaltigkeit schließlich, zu der auch die religiöse Dimension zählt, hat es mit der Entwicklung und Pflege kultureller Muster und Traditionen zu tun, die den Zusammenhang von ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit in der Form sozialer Imaginäre5Vgl. Castoriadis, Cornelius: Gesellschaft als imaginäre Institution. Entwurf einer politischen Philosophie, Frankfurt a.M. 1990; Taylor, Charles: Modern Social Imaginaries, London 2004., gesellschaftlich geteilter Vorstellungen und Sinnzusammenhänge artikulieren.

    Das Konzept, zu dessen Entwicklung der Kontext des Ökumenischen Rats der Kirchen maßgeblich beigetragen hat, steht im Kontext einer ökologischen Ethik, die auch in der Evangelischen Kirche in Deutschland, aber auch weiteren ökumenischen Kontexten schon früh bedeutsam wurde (z. B. schon EKD 1973 6EKD (Hg.): Der Entwicklungsdienst der Kirche – ein Beitrag für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt. In: Kirchenamt der EKD (Hg.): GR 1/1. Frieden, Versöhnung und Menschenrechte, Gütersloh 31988, 135–188. In: Die Denkschriften der Evangelischen Kirche in Deutschland 1962–2002, CD-Rom., DBK/EKD 19857EKD/DBK (Hg.): Verantwortung wahrnehmen für die Schöpfung. Gemeinsame Erklärung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz, Gütersloh 1985: In: Die Denkschriften der Evangelischen Kirche in Deutschland 1962–2002, CD-Rom., EKD 19958EKD (Hg.): EKD Texte 52: Gefährdetes Klima. Unsere Verantwortung für Gottes Schöpfung, Hannover 1995. In: Die Denkschriften der Evangelischen Kirche in Deutschland 1962–2002, CD-Rom., 20009EKD (Hg.): EKD Texte 67: Ernährungssicherung und nachhaltige Entwicklung, Hannover 2000. In: Die Denkschriften der Evangelischen Kirche in Deutschland 1962–2002, CD-Rom., 200910EKD (Hg.): Umkehr zum Leben. Nachhaltige Entwicklung im Zeichen des Klimawandels. Eine Denkschrift des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Gütersloh 2009., 201811EKD (Hg.): „Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben“. Die Agenda 2030 als Herausforderung für die Kirchen. Ein Impulspapier der Kammer der EKD für nachhaltige Entwicklung. EKD-Texte 130, Hannover 2018.), aber in jüngerer Zeit auch im römischen Katholizismus an Aufmerksamkeit gewonnen hat12Vgl. Lienkamp, Andreas: Klimawandel und Gerechtigkeit. Eine Ethik der Nachhaltigkeit in christlicher Perspektive, Paderborn 2009; Vogt, Markus: Prinzip Nachhaltigkeit. Ein Entwurf aus theologisch-ethischer Perspektive, München 2009; Franziskus: Enzyklika Laudato si. Über die Sorge für das gemeinsame Haus, Vatikan 2015. wird theologisch in der Regel im Zusammenhang der Schöpfung behandelt und oft in der Wendung einer ‚Bewahrung der Schöpfung‘ ausgedrückt, wobei sich besonders Fragen nach den menschlichen Verfügungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten und -pflichten, dem Umfang dieser Bewahrung sowie ihrem Maßstab stellen.

    2. Historische Entwicklung des Konzepts

    2.1 Von der schöpfungstheologisch inspirierten Forstwirtschaft zur Reflexion der Grenzen des Wachstums

    Begriff und Idee der Nachhaltigkeit stammen aus der Forstwirtschaft des 18. Jahrhunderts und zielen auf die Vermeidung von Raubbau durch die Begrenzung der Entnahme von Holz am Maßstab der Aufforstung. Das Konzept geht auf den sächsischen Bergbauminister (‚Berghauptmann‘) Hans Carl von Carlowitz  oes-gnd-icon waiting... (1645–1714) zurück, der u. a. mit schöpfungstheologischen Argumenten für eine Konstanthaltung des Naturkapitals plädierte, sofern er ein solches Vorgehen auf den biblischen Bebauungs- und Bewahrungsauftrag (Gen 2,5Und alle die Sträucher auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und all das Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen. Denn Gott der Herr hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und kein Mensch war da, der das Land bebaute;Zur Bibelstelle.15Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.Zur Bibelstelle) sowie die göttliche Vorsehung nach dem Sündenfall zurückführte.13Vgl. Carlowitz, Hans Carl von: Sylvicultura oeconomica oder Hausswirthliche Nachricht und naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht, Leipzig 1713. Das Konzept wurde dann in der Ökonomik aufgenommen14Vgl. Nutzinger, Hans G./Radke, Volker: Das Konzept der nachhaltigen Wirtschaftsweise. Historische, theoretische und politische Aspekte. In: Ders. (Hg.): Nachhaltige Wirtschaftsweise und Energieversorgung. Konzepte, Bedingungen, Ansatzpunkte, Marburg 1995, 13–49. und im 20. Jahrhundert auf die Ökologie angewandt. Unter dem Eindruck der umweltzerstörerischen Folgen industrieller Landwirtschaft, etwa des Singvogelsterbens aufgrund massiven DDT-Einsatzes, auf das Rachel Carson  oes-gnd-icon waiting... mit ihrem Buch Silent Spring15Carson, Rachel Louise: Silent Spring, Cambridge 1962. hingewiesen hatte und angesichts der möglichen Erschöpfung natürlicher Ressourcen, die in der vom Club of Rome initiierten Studie ‚Die Grenzen des Wachstums‘16Meadows, Dennis L. u. a.: Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit, Stuttgart 1972. aufgezeigt worden war, wurde die Umweltproblematik auch auf der weltpolitischen Bühne – etwa anlässlich der Versammlung der Vereinten Nationen in Stockholm (1972) – aufgenommen.

    2.2 Vom ökumenischen Programm zur weltpolitisch relevanten Konzeption

    Im Kontext einer Konsultation des Ökumenischen Rates der Kirchen in Bukarest wurde das Nachhaltigkeitskonzept im Jahr 1974 zur Verbindung von globalen Umweltschutz- und Gerechtigkeitsanliegen in die internationale Diskussion eingebracht. Dazu wurde der Begriff einer ‚sustainable society‘, einer ‚nachhaltigen Gesellschaft‘ geprägt, mit dem die Verbindung einer gerechten Verteilung der globalen Güter mit ihrer umweltgerechten Nutzung gekennzeichnet werden sollte. Gleichzeitig fand eine intensive schöpfungstheologische Auseinandersetzung um das Verhältnis von menschlichem Bewahrungs- und Verwaltungsauftrag (Gen 1,26Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.Zur Bibelstelle) statt, die unter anderem auf den – weitgehend unhaltbaren – Vorwurf reagierte, die christlich tradierte Schöpfungsvorstellung sei für die Ausbeutung der Natur verantwortlich.17Vgl. White, Lynn: The Historical Roots of our Ecological Crisis. In: Science 155 (1967), 1203–1207. Das Konzept der sustainable society wurde anlässlich der Generalversammlung des ÖRK 1975 in Nairobi zu einem fünfjährigen Studienprogramm ausgebaut. Mit der Einsetzung und dem Arbeitsbeginn der World Commission on Environment and Development unter Leitung der norwegischen Politikerin Gro Harlem Brundtland  oes-gnd-icon waiting... 1983 wurde das Konzept dann auf die allgemeine weltpolitische Agenda gesetzt, während sich die Semantik im ÖRK in Richtung auf das theologisch nicht unproblematische Konzept der Schöpfungsbewahrung (engl: integrity of creation) verschob.18Vgl. Meireis, Torsten: Schöpfung und Transformation. Nachhaltigkeit in protestantischer Perspektive. In: Ders. u. a. (Hg.): Nachhaltigkeit. Jahrbuch Sozialer Protestantismus, Band 9, Gütersloh 2016, 15–50. Der Bericht der Brundtland-Kommission nahm dabei aber eine nicht unproblematische Verschiebung vor: An die Stelle der durch Umverteilung und Wachstumsbegrenzung gekennzeichneten sustainable society trat das Konzept der sustainable growth, des nachhaltigen Wachstums, das den Ausgleich von Naturschutz– und Gerechtigkeitsanliegen der Länder des globalen Nordens und Südens weniger durch Umverteilung als durch qualitatives Wachstum zu erreichen versprach.19Vgl. World Commission on Environment and Development (WCED): Report of the WECD. Our Common Future, 1987 Transmitted to the General Assembly as an Annex to document A/42/427 – Development and International Co-operation: Environment, www.un-documents.net/wced-ocf.htm, abgerufen am 15.10.2017; Meireis, Torsten: I’ve got to admit, it’s getting better. Das Wachstum der Gerechtigkeit und das Konzept der Nachhaltigkeit in sozialethischer Perspektive. In: Wustmans, Clemens u. a. (Hg.): Kontext und Dialog. Sozialethik regional – global – interdisziplinär, Stuttgart 2024, 243–251. Im Laufe verschiedener Umweltgipfel der Vereinten Nationen (u. a. Rio 1992) stieg das Ziel des nachhaltigen Wachstums zu einem zentralen Begriff globaler Politik auf und wurde in Entwicklungszielen wie den Millenium Development Goals (MDG) aus dem Jahr 2000 operationalisiert. Allerdings blieb das Konzept des nachhaltigen Wachstums nicht unumstritten: unter Verweis auf alternative Vorstellungen wie das der ‚sustainable livelihood‘ oder des ‚human flourishing‘ wurde die unterliegende Vorstellung eines Modernisierungs- und Industrialisierungspfades nach westlichem Muster kritisiert.20Vgl. Gottschlich, Daniela/Katz, Christine: Kritik als unabdingbare gesellschaftliche Dienstleistung. Der Beitrag feministischer Theorie und Praxis zur Nachhaltigkeitsforschung. In: Meireis, Torsten u. a. (Hg.): Nachhaltigkeit. Jahrbuch Sozialer Protestantismus, Band 9, Gütersloh 2016, 162–182; Zwitter, Andrej/Bloch, Carole/Ellis, George/Hecht, Richard/Hernandez, Ariel/Hoffman, Wakanyi/Rickles, Dean/Sukhomlinova, Victoria/Ura, Karma: Human flourishing. An integrated systems approach to development post 2030. In: Earth System Governance Volume 23 (2025), https://doi.org/10.1016/j.esg.2025.100236, abgerufen am 08.07.2026. Dies wurde in den 2016 in Kraft getretenen, von den Vereinten Nationen verabschiedeten Sustainable Development Goals (SDG) insofern aufgenommen, als nun auch den früh industrialisierten Ländern eine Entwicklungsnotwendigkeit hin zu nachhaltigeren Lebens- und Wirtschaftsweisen zugemutet wird, die etwa in den Pariser Selbstverpflichtungen der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf 1,5 Grad von 2015 Gestalt gewonnen hatten. Mit den geopolitischen Verschiebungen der letzten Dekaden hat das Konzept der Nachhaltigkeit zwar im chinesischen Kontext aus unterschiedlichen Gründen an Bedeutung gewonnen, ist aber in der öffentlichen Aufmerksamkeit Europas und der USA in den Hintergrund getreten. Damit ist eine Aufweichung der Nachhaltigkeitsziele beobachtbar, die angesichts der Dringlichkeit messbarer Überschreitungen der planetaren Grenzen und sozialer wie geopolitischer Folgewirkungen als problematisch gelten muss.21Vgl. World Metereological Organization (WMO): State of the Global Climate 2025, WMO 1391, Geneva, https://doi.org/10.59327/WMO/S/CRI/SOC/1, abgerufen am 01.06.2026; UN: Seizing the moment of opportunity. Supercharging the new energy era of renewables, efficiency, and electrification, New York 2025, https://www.un.org/en/climatechange/moment-opportunity-2025, abgerufen am 25.05.2026; UN: Scientific Advisory Board, Earth System Tipping Points. Brief #12, 23.06.2026, https://www.un.org/scientific-advisory-board/sites/default/files/2026-06/260619_%20Earth%20System%20Tipping%20Points.pdf (PDF), abgerufen am 02.07.2026. Sofern es sich um ein normatives Konzept handelt, hat sich auch ein ethischer Diskurs entwickelt.22Vgl. Kibert, Charles u. a.: Ethics of Sustainability, New Jersey 2011, http://rio20.net/wp-content/uploads/2012/01/Ethics-of-Sustainability-Textbook.pdf (PDF), abgerufen am 12.12.2018; Meireis, Torsten: Schöpfung und Transformation; Oermann, Nils Ole/Weinert, Annika: Nachhaltigkeitsethik. In: Heinrichs, Harald/Michelsen, Gerd (Hg.): Nachhaltigkeitswissenschaften. Berlin 2014, 63–85; Ott, Konrad/Döring, Ralf: Theorie und Praxis starker Nachhaltigkeit, Marburg 2011; Reis, Oliver:  Nachhaltigkeit – Ethik – Theologie. Eine theologische Beobachtung der Nachhaltigkeitsdebatte, Münster 2003; Vogt, Markus: Prinzip Nachhaltigkeit. Ein Entwurf aus theologisch-ethischer Perspektive, München 2009; Wulsdorf, Helge: Nachhaltigkeit. Ein christlicher Grundauftrag in einer globalisierten Welt, Regensburg 2005. Der insbesondere auch kulturelle und religiöse Fragen einschließt vgl. Meireis, Torsten/Rippl, Gabriele (Hg.): Cultural Sustainability. Perspectives from the Humanities and Social Sciences, Oxford 2019.

    3. Systematische Problemzusammenhänge

    Die Tatsache, dass Nachhaltigkeit als übergreifende globale Wirtschafts- und Lebensweise, die auf gravierende Krisenphänomene reagiert, alle gesellschaftlichen Bereiche betrifft, hat eine Reihe von Konsequenzen, die sich als systematische Problemzusammenhänge beschreiben lassen. Zunächst impliziert der gesellschaftsübergreifende Charakter der Nachhaltigkeit eine Thematisierung aus sehr unterschiedlichen Perspektiven, die durch verschiedene gesellschaftliche Logiken und verteilungsbasierte Interessen bestimmt sind und so regelmäßig konfligieren (3.1). Damit verbinden sich unterschiedliche Ausprägungen des Nachhaltigkeitskonzepts, die als Alternative von ‚starker‘ und ‚schwacher‘ Nachhaltigkeit beschreibbar sind (3.2). Die weitere Unterscheidung von enger und weiter Nachhaltigkeit hat es mit der Frage zu tun, ob diese vorrangig als anthropozentrisches Konzept der menschlichen Nutzung verstanden wird oder auch andere Lebewesen oder Naturformationen als Träger moralischer Rechte einschließt (3.3). Hinsichtlich der Gerechtigkeitsdimension stellt sich dann die Frage, wie sich die Probleme intragenerationeller Verteilung zu den möglichen Ansprüchen künftiger Generationen verhalten (3.4). Schließlich stellt sich angesichts der unterschiedlichen Geschwindigkeit ökologischer und klimatischer Veränderungsprozesse einerseits, politisch-ökonomischer Koordinationsprozesse andererseits das Problem, ob eine graduelle Veränderung gelingen kann oder mit einer disruptiven Umstellung zur rechnen ist (3.5).

    3.1 Epistemische Ausdifferenzierung der Perspektiven und Interessen

    Weil moderne Gesellschaften durch erhebliche soziale Ungleichheit sowie funktionale Differenzierung in Bereiche gekennzeichnet sind, die – trotz vieler Verbindungen – nach unterschiedlichen Logiken arbeiten, steht die Formulierung eines übergreifenden Prinzips, das von Wirtschaft, Politik, Recht, Bildung, Kultur etc. mit gleicher Intensität berücksichtigt werden soll, vor vielen zu überwindenden Hürden. Dazu gehört zunächst, dass das Nachhaltigkeitskonzept in der Regel in der Logik des jeweiligen Teilbereichs rezipiert wird, damit aber gerade der übergreifende Charakter verloren zu gehen droht: Wird Nachhaltigkeit im ökonomischen Kontext dann oft im Sinne der Sicherung betrieblichen oder volkswirtschaftlichen Wachstums aufgefasst, geht es politisch um die konsensuelle Durchsetzbarkeit von Umweltauflagen unter Bedingungen unterschiedlicher Vermögens- und Einkommensverteilung sowie des internationalen Staatenwettbewerbs, rechtlich um die Frage, ob ‚Nachhaltigkeit‘ als zwingende Rechtsregel oder nur als allgemeines Orientierungsprinzip gelten soll und kulturell um das Problem, wie eine Nachhaltigkeitsorientierung begründet, vermittelt und in unterschiedlichen soziokulturellen Milieus lebensweltlich operationalisiert werden kann.23Vgl. Wachter, Daniel: Kompaktwissen Nachhaltige Entwicklung, 3. Auflage, Zürich 2012. Ökonomische Wachstums- oder militärische Sicherheitsorientierung kann dann mit einer ökologisch, sozial oder kulturell betonten Nachhaltigkeitsperspektive kollidieren und politische Verwerfungen auslösen. Dies gilt besonders unter den Bedingungen sozialer Ungleichheit im globalen wie im nationalen Maßstab, weil das auf der Ausbeutung von natürlichen Ressourcen und Lebensräumen basierende Wachstumsparadigma, das in der globalen Entwicklung soziale Spannungen durch die gleichsinnige Aussicht auf Verbesserungen der Lebensumstände der Ungleichen befriedet hatte, mit der Einsicht in die planetaren Grenzen an sein Ende gekommen ist.24Vgl. Meireis, Torsten: I’ve got to admit, it’s getting better. Das Wachstum der Gerechtigkeit und das Konzept der Nachhaltigkeit in sozialethischer Perspektive. In: Wustmans, Clemens u. a. (Hg.): Kontext und Dialog. Sozialethik regional – global – interdisziplinär, Stuttgart 2024, 243–251. Während aber etwa kleine, einflussreiche Minderheiten mit hohen Einkommen und Vermögen und entsprechend hoher sozialer Gestaltungsmacht für einen hoch überproportionalen Anteil der CO2-Belastung verantwortlich sind, tragen die ärmeren Mehrheiten in weit geringerem Maßstab zur ökologischen Degradation bei, sodass Einschränkungsimperative für sie unplausibel sind, leiden aber weit mehr unter den Folgen der Klimakrise.25Vgl. Diefenbacher, Hans: Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Zum Verhältnis von Ethik und Ökonomie, Darmstadt 2001.

    3.2 Starke und schwache Nachhaltigkeit

    Ein Versuch der Bearbeitung dieser Konflikte ist die durch die Weltbank propagierte Auffassung der ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimension der Nachhaltigkeit als Kapitalien, deren Verbindung nach dem Prinzip kommunizierender Röhren modelliert wird (Weltbank 1997). Eine solche Sicht impliziert eine Substitutionslogik, die unter dem Begriff schwacher Nachhaltigkeit bekannt geworden ist: leitend ist dabei der Gedanke, dass sich Verluste in einem Bereich durch Gewinne in anderen ausgleichen lassen. Ökologische Verluste, so die Annahme – etwa ein Schwund der Biodiversität – können dann durch soziale oder ökonomische Gewinne ausgeglichen oder rechtfertigt werden. Für Entwürfe, die einen hohen Substitutionsgrad des ökologischen Kapitals ansetzen, hat sich die Bezeichnung ‚schwache Nachhaltigkeit‘ eingebürgert, solche, die das Naturkapital möglichst konstant zu halten suchen, werden als Ansätze starker Nachhaltigkeit bezeichnet.26Vgl. Ott, Konrad/Döring, Ralf: Theorie und Praxis starker Nachhaltigkeit, Marburg 2011.

    3.3 Enge und weite Nachhaltigkeit

    Ein weiteres Problem stellt sich mit der Frage nach der Reichweite des Nachhaltigkeitskonzepts und der Frage nach den Adressat*innen moralischer Berückichtigung bzw. den Träger*innen moralischer Rechte, die ethisch unter den Begriffen der Anthropozentrik, Pathozentrik, Biozentrik und Physiozentrik verhandelt wird. Versteht man ‚Nachhaltigkeit‘ nur als ein Konzept gerechter Ressourcennutzung unter Menschen, müssen andere Lebewesen und natürliche Formationen wie Flüsse oder Landschaften lediglich nach Maßgabe ihrer unmittelbaren Bedeutung für menschliche Interessen berücksichtigt werden.27Vgl. Ostheimer, Jochen: Zum moralischen Gehalt eines Naturnutzungskonzepts. In: Ostheimer, Jochen u. a. (Hg.): Wo steht die Umweltethik? Argumentationsmuster im Wandel, Marburg 2013, 397–414. Werden aber etwa andere Lebewesen als Träger intrinsischen Wertes konzipiert,28Vgl. Ott, Konrad/Döring, Ralf: Theorie und Praxis starker Nachhaltigkeit, Marburg 2011. wie es im christlichen Konzept der Mitgeschöpflichkeit der Fall ist, reduziert sich der Kreis derjenigen Entitäten, die menschlicher Nutzungsverteilung zur Verfügung stehen, erheblich. Dies ist in noch höherem Maße dann der Fall, wenn auch nichtlebendige Formationen wie etwa Flüsse oder Wälder als Träger moralischer Rechte konzipiert werden, wie dies in religiösen Traditionen etwa indigener Amerikaner*innen oder der Māori betont wird. Damit einher geht die Frage nach dem Maßstab der Erhaltung, da ja auch natürliche Formationen in ständiger Veränderung begriffen sind.

    3.4 Intra- und intergenerationelle Perspektive

    Doch auch die Fokussierung der bereits im Brundtland  oes-gnd-icon waiting... -Bericht festgehaltenen Problematik, „to meet the needs and aspirations of the present without compromising the ability to meet those of the future“29World Commission on Environment and Development (WCED): Report of the WECD. Our Common Future, 1987 Transmitted to the General Assembly as an Annex to document A/42/427 – Development and International Co-operation: Environment, www.un-documents.net/wced-ocf.htm, abgerufen am 15.10.2017., also der gerechten Abwägung der Bedürfnisse gegenwärtiger und zukünftiger Generationen stellt vor weitere Klärungsnotwendigkeiten. Denn angesichts der Dynamik des technologischen, ökonomischen und politischen Wandels ist es deskriptiv kaum möglich, die Bedürfnisformen und Bedürfnisbefriedigungsmechanismen der übernächsten Generationen zu prognostizieren. Auch der Versuch der Feststellung von Grundbedürfnissen bietet hier kaum einen Ausweg, weil etwa die Grundversorgung mit Nahrung sehr unterschiedlich organisiert werden kann und muss: Unter den Bedingungen einer komplexen, hocharbeitsteiligen und global vernetzten Wirtschaft kann und muss sie durch Erwerbsmöglichkeiten und monetäre Transfers gewährleistet werden, unter agrarisch-subsistenzwirtschaftlichen Bedingungen aber durch den Zugriff auf Land, Wasser und Saatgut. Unter normativen Gesichtspunkten andererseits ist es problematisch, Verpflichtungen gegenüber nicht existierenden Personen festzustellen – die übliche Veranschaulichung über direkte eigene Nachkommen impliziert letztlich eine Erweiterung der eigenen Person, die den Differenzen zwischen temporären, geographischen und sozialen Lagen kaum gerecht werden dürfte.30Vgl. Meyer, Lukas: Art. Intergenerational Justice. Stanford Encyclopedia of Philosophy Archive, http://plato.stanford.edu/archives/sum2016/entries/justice-intergenerational, abgerufen am 20.11.2016. Daher scheint es diesbezüglich plausibel, zunächst intragenerationelle Gerechtigkeitsfragen zu bearbeiten, da so der Umgang mit den Interessen fremder Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnislagen plausibilisiert werden kann.

    3.5 Disruptive oder graduelle Umsetzung

    Wie sich in den mittlerweile fünf Dekaden der Entwicklung des Nachhaltigkeitsparadigmas gezeigt hat, droht seine graduelle Umsetzung durch die Komplexität der Herausforderungen sowie die widerstreitenden, mit unterschiedlicher Durchsetzungsmacht verbundenen Interessen mit den durch die planetaren Grenzen gegebenen Herausforderungen nicht Schritt zu halten. Versuche, eine ‚große Transformation‘ von Wirtschafts- und Lebensweisen kontrolliert und konsensuell herbeizuführen,31Vgl. Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen (WBGU): Hauptgutachten: Welt im Wandel Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation, Berlin 2011. sind zwar nicht ohne Erfolge geblieben, am Maßstab der Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad jedoch bisher gescheitert. Damit wächst die Gefahr, dass eine Veränderung von Wirtschafts- und Lebensweisen disruptiv geschieht, weil Starkwetterereignisse und Umweltkatastrophen in Verbindung mit Ressourcenkriegen um Wasser, Land oder Energie zu Einbrüchen hinsichtlich der Prosperitätsniveaus und politischen Organisation führen.

    4. Ausblick

    In theologischer Perspektive gehört die Bemühung um Nachhaltigkeit zu der auch postlapsarisch nicht aufgehobenen menschlichen Verantwortung für die den Menschen verfügbare Natur, auch wenn die Bewahrung des Gesamts der Schöpfung – zu der die Menschen und das Universum gehören – Gottes eigene Aufgabe bleibt. In diesem Sinn gehört sowohl die Auseinandersetzung mit theologischen Auffassungen, die einer schrankenlosen Ausbeutung der Welt das Wort reden, als auch die Bemühung um eine durch die Vorstellung der Mitgeschöpflichkeit geprägte Nachhaltigkeit zu den Aufgaben christlicher Theologie.

    Weiterführende Literatur

    Evangelische Kirche in Deutschland (Hg.): „Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben“. Die Agenda 2030 als Herausforderung für die Kirchen. Ein Impulspapier der Kammer der EKD für nachhaltige Entwicklung. EKD-Texte 130, Hannover 2018.

    Franziskus: Enzyklika Laudato si. Über die Sorge für das gemeinsame Haus, Vatikan 2015.

    Meireis, Torsten: I’ve got to admit, it’s getting better. Das Wachstum der Gerechtigkeit und das Konzept der Nachhaltigkeit in sozialethischer Perspektive. In: Wustmans, Clemens u. a. (Hg.): Kontext und Dialog. Sozialethik regional – global – interdisziplinär, Stuttgart 2024, 243–251.

    Ott, Konrad/Döring, Ralf: Theorie und Praxis starker Nachhaltigkeit, Marburg 2011.

    Einzelnachweise

    • 1
      Vgl. Crutzen, Paul J.: Geology of mankind. In: Nature 415, 23 (2002), https://doi.org/10.1038/415023a, abgerufen am 08.07.2026.
    • 2
      Vgl. Tooze, Adam: Chartbook #130. Defining polycrisis – from crisis pictures to the crisis matrix, 24.06.2022, https://adamtooze.substack.com/p/chartbook-130-defining-polycrisis, abgerufen am 30.05.2026.
    • 3
      Vgl. Rockstrøm, Johan u. a.: A safe operating space for humanity. In: Nature 461 (2009), 472–475, https://doi.org/10.1038/461472a, abgerufen am 08.07.2026; Rockstrøm, Johan u. a.: Safe and just Earth system boundaries. In: Nature 619 (2023), 102–111, https://doi.org/10.1038/s41586-023-06083-8, abgerufen am 08.07.2026.
    • 4
      Vgl. Armstrong McKay, David I./Staal, Arie/Abrams, Jesse F./Winkelmann, Ricarda/Sakschewski, Boris/Loriani, Sina/Fetzer, Ingo/Cornell, Sarah E./Rockstrøm, Johan/Lenton, Timothy M.: Exceeding 1.5 C global warming could trigger multiple climate tipping points. In: Science 377 (2022), eabn7950, https://www.science.org/doi/10.1126/science.abn7950, abgerufen am 08.07.2026.
    • 5
      Vgl. Castoriadis, Cornelius: Gesellschaft als imaginäre Institution. Entwurf einer politischen Philosophie, Frankfurt a.M. 1990; Taylor, Charles: Modern Social Imaginaries, London 2004.
    • 6
      EKD (Hg.): Der Entwicklungsdienst der Kirche – ein Beitrag für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt. In: Kirchenamt der EKD (Hg.): GR 1/1. Frieden, Versöhnung und Menschenrechte, Gütersloh 31988, 135–188. In: Die Denkschriften der Evangelischen Kirche in Deutschland 1962–2002, CD-Rom.
    • 7
      EKD/DBK (Hg.): Verantwortung wahrnehmen für die Schöpfung. Gemeinsame Erklärung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz, Gütersloh 1985: In: Die Denkschriften der Evangelischen Kirche in Deutschland 1962–2002, CD-Rom.
    • 8
      EKD (Hg.): EKD Texte 52: Gefährdetes Klima. Unsere Verantwortung für Gottes Schöpfung, Hannover 1995. In: Die Denkschriften der Evangelischen Kirche in Deutschland 1962–2002, CD-Rom.
    • 9
      EKD (Hg.): EKD Texte 67: Ernährungssicherung und nachhaltige Entwicklung, Hannover 2000. In: Die Denkschriften der Evangelischen Kirche in Deutschland 1962–2002, CD-Rom.
    • 10
      EKD (Hg.): Umkehr zum Leben. Nachhaltige Entwicklung im Zeichen des Klimawandels. Eine Denkschrift des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Gütersloh 2009.
    • 11
      EKD (Hg.): „Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben“. Die Agenda 2030 als Herausforderung für die Kirchen. Ein Impulspapier der Kammer der EKD für nachhaltige Entwicklung. EKD-Texte 130, Hannover 2018.
    • 12
      Vgl. Lienkamp, Andreas: Klimawandel und Gerechtigkeit. Eine Ethik der Nachhaltigkeit in christlicher Perspektive, Paderborn 2009; Vogt, Markus: Prinzip Nachhaltigkeit. Ein Entwurf aus theologisch-ethischer Perspektive, München 2009; Franziskus: Enzyklika Laudato si. Über die Sorge für das gemeinsame Haus, Vatikan 2015.
    • 13
      Vgl. Carlowitz, Hans Carl von: Sylvicultura oeconomica oder Hausswirthliche Nachricht und naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht, Leipzig 1713.
    • 14
      Vgl. Nutzinger, Hans G./Radke, Volker: Das Konzept der nachhaltigen Wirtschaftsweise. Historische, theoretische und politische Aspekte. In: Ders. (Hg.): Nachhaltige Wirtschaftsweise und Energieversorgung. Konzepte, Bedingungen, Ansatzpunkte, Marburg 1995, 13–49.
    • 15
      Carson, Rachel Louise: Silent Spring, Cambridge 1962.
    • 16
      Meadows, Dennis L. u. a.: Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit, Stuttgart 1972.
    • 17
      Vgl. White, Lynn: The Historical Roots of our Ecological Crisis. In: Science 155 (1967), 1203–1207.
    • 18
      Vgl. Meireis, Torsten: Schöpfung und Transformation. Nachhaltigkeit in protestantischer Perspektive. In: Ders. u. a. (Hg.): Nachhaltigkeit. Jahrbuch Sozialer Protestantismus, Band 9, Gütersloh 2016, 15–50.
    • 19
      Vgl. World Commission on Environment and Development (WCED): Report of the WECD. Our Common Future, 1987 Transmitted to the General Assembly as an Annex to document A/42/427 – Development and International Co-operation: Environment, www.un-documents.net/wced-ocf.htm, abgerufen am 15.10.2017; Meireis, Torsten: I’ve got to admit, it’s getting better. Das Wachstum der Gerechtigkeit und das Konzept der Nachhaltigkeit in sozialethischer Perspektive. In: Wustmans, Clemens u. a. (Hg.): Kontext und Dialog. Sozialethik regional – global – interdisziplinär, Stuttgart 2024, 243–251.
    • 20
      Vgl. Gottschlich, Daniela/Katz, Christine: Kritik als unabdingbare gesellschaftliche Dienstleistung. Der Beitrag feministischer Theorie und Praxis zur Nachhaltigkeitsforschung. In: Meireis, Torsten u. a. (Hg.): Nachhaltigkeit. Jahrbuch Sozialer Protestantismus, Band 9, Gütersloh 2016, 162–182; Zwitter, Andrej/Bloch, Carole/Ellis, George/Hecht, Richard/Hernandez, Ariel/Hoffman, Wakanyi/Rickles, Dean/Sukhomlinova, Victoria/Ura, Karma: Human flourishing. An integrated systems approach to development post 2030. In: Earth System Governance Volume 23 (2025), https://doi.org/10.1016/j.esg.2025.100236, abgerufen am 08.07.2026.
    • 21
      Vgl. World Metereological Organization (WMO): State of the Global Climate 2025, WMO 1391, Geneva, https://doi.org/10.59327/WMO/S/CRI/SOC/1, abgerufen am 01.06.2026; UN: Seizing the moment of opportunity. Supercharging the new energy era of renewables, efficiency, and electrification, New York 2025, https://www.un.org/en/climatechange/moment-opportunity-2025, abgerufen am 25.05.2026; UN: Scientific Advisory Board, Earth System Tipping Points. Brief #12, 23.06.2026, https://www.un.org/scientific-advisory-board/sites/default/files/2026-06/260619_%20Earth%20System%20Tipping%20Points.pdf (PDF), abgerufen am 02.07.2026.
    • 22
      Vgl. Kibert, Charles u. a.: Ethics of Sustainability, New Jersey 2011, http://rio20.net/wp-content/uploads/2012/01/Ethics-of-Sustainability-Textbook.pdf (PDF), abgerufen am 12.12.2018; Meireis, Torsten: Schöpfung und Transformation; Oermann, Nils Ole/Weinert, Annika: Nachhaltigkeitsethik. In: Heinrichs, Harald/Michelsen, Gerd (Hg.): Nachhaltigkeitswissenschaften. Berlin 2014, 63–85; Ott, Konrad/Döring, Ralf: Theorie und Praxis starker Nachhaltigkeit, Marburg 2011; Reis, Oliver:  Nachhaltigkeit – Ethik – Theologie. Eine theologische Beobachtung der Nachhaltigkeitsdebatte, Münster 2003; Vogt, Markus: Prinzip Nachhaltigkeit. Ein Entwurf aus theologisch-ethischer Perspektive, München 2009; Wulsdorf, Helge: Nachhaltigkeit. Ein christlicher Grundauftrag in einer globalisierten Welt, Regensburg 2005. Der insbesondere auch kulturelle und religiöse Fragen einschließt vgl. Meireis, Torsten/Rippl, Gabriele (Hg.): Cultural Sustainability. Perspectives from the Humanities and Social Sciences, Oxford 2019.
    • 23
      Vgl. Wachter, Daniel: Kompaktwissen Nachhaltige Entwicklung, 3. Auflage, Zürich 2012.
    • 24
      Vgl. Meireis, Torsten: I’ve got to admit, it’s getting better. Das Wachstum der Gerechtigkeit und das Konzept der Nachhaltigkeit in sozialethischer Perspektive. In: Wustmans, Clemens u. a. (Hg.): Kontext und Dialog. Sozialethik regional – global – interdisziplinär, Stuttgart 2024, 243–251.
    • 25
      Vgl. Diefenbacher, Hans: Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Zum Verhältnis von Ethik und Ökonomie, Darmstadt 2001.
    • 26
      Vgl. Ott, Konrad/Döring, Ralf: Theorie und Praxis starker Nachhaltigkeit, Marburg 2011.
    • 27
      Vgl. Ostheimer, Jochen: Zum moralischen Gehalt eines Naturnutzungskonzepts. In: Ostheimer, Jochen u. a. (Hg.): Wo steht die Umweltethik? Argumentationsmuster im Wandel, Marburg 2013, 397–414.
    • 28
      Vgl. Ott, Konrad/Döring, Ralf: Theorie und Praxis starker Nachhaltigkeit, Marburg 2011.
    • 29
      World Commission on Environment and Development (WCED): Report of the WECD. Our Common Future, 1987 Transmitted to the General Assembly as an Annex to document A/42/427 – Development and International Co-operation: Environment, www.un-documents.net/wced-ocf.htm, abgerufen am 15.10.2017.
    • 30
      Vgl. Meyer, Lukas: Art. Intergenerational Justice. Stanford Encyclopedia of Philosophy Archive, http://plato.stanford.edu/archives/sum2016/entries/justice-intergenerational, abgerufen am 20.11.2016.
    • 31
      Vgl. Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen (WBGU): Hauptgutachten: Welt im Wandel Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation, Berlin 2011.
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