Genesis 11,1–9

[1] Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache. [2] Als sie nun von Osten aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten daselbst. [3] Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen! – und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel [4] und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, dass wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut über die ganze Erde.
[5] Da fuhr der Herr hernieder, dass er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten. [6] Und der Herr sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun. [7] Wohlauf, lasst uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des andern Sprache verstehe!
[8] So zerstreute sie der Herr von dort über die ganze Erde, dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen. [9] Daher heißt ihr Name Babel, weil der Herr daselbst verwirrt hat aller Welt Sprache und sie von dort zerstreut hat über die ganze Erde.

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Published27 Oct 2026
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Sünde – ein ebenso umstrittener wie unverzichtbarer Problemzusammenhang in der christlichen (und jüdischen und islamischen) Religion. Im Christentum markiert der Begriff das gesamte Gegenstandsfeld der Religion: Unheilsrealismus, Verantwortungsherausforderung, Differenz von Gott und Mensch. Wer von Sünde redet, sagt dreierlei: 1. dass die Welt, so wie sie ist, nicht in Ordnung ist; 2. dass Menschen in dieser Situation Verantwortung tragen; 3. dass sie sich in dieser spezifischen Situation vor Gott sehen und von diesem Hilfe erhoffen oder auch seine Verurteilung (vgl. Art. Gericht) fürchten. Vor allem um den letzten Aspekt hat es im Christentum in den vergangenen Jahrhunderten einige gravierende Dispute gegeben. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass gegenwärtig der Hilfsaspekt Gottes stärker betont wird als seine richtende Funktion. Dennoch ist letztere auch gegenwärtig immer noch nicht irrelevant. Beides, Hilfe wie Richten als Geltendmachen von Gerechtigkeit, wird umfangen gedacht von der Gnade als Form der grundsätzlichen Zuwendung Gottes.

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KeywordErbsünde, Gericht, Gnade, Scham, Schuld, Sühne, Vergebung, Versöhnung
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