Stigmatisierung

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Psychatrie- und Psychotherapieethik(Autor*in )
Veröffentlicht29.10.2026
Exzerpt

Der Artikel erschließt die Ethik der Psychiatrie und Psychotherapie als bereichsethische Konkretion der Bio- und Medizinethik und zeigt das Desiderat systematisierender psychiatrieethischer Reflexionen auf. Ein historischer Durchgang von den Anfängen des Fachs bis in die Gegenwart macht deutlich, wie missbrauchsanfällig und zugleich interdisziplinär komplex die Psychiatrie, ihre Zugänge und Krankheitsbegriffe sind. Zu den gegenwärtigen Aufgaben einer Psychiatrieethik gehört die Generierung von Wertetransparenz und Wertediskussionen, was sich u. a. am Streit um einen psychiatrischen Krankheitsbegriff sowie an der Frage von Zwangsmaßnahmen und -behandlungen im Spannungsfeld von Autonomie, Fürsorge, Nichtschaden und Gerechtigkeit konkretisieren lässt. Ausgehend von schöpfungs-, inkarnations- und kreuzestheologischen Hintergrundüberzeugungen lassen sich theologisch-ethisch Relationalität, die Hochschätzung von Leiblichkeit und die bleibende Solidarität mit den Exkludierten als orientierende Prinzipien entfalten, die u. a. in zwangsvermeidender psychiatrischer und diakonischer Praxis ihren Ausdruck finden und als Impulse in den interdisziplinären Diskurs einzubringen sind.

SachschlagwortAutonomie, Bioethik, Diakonie, Ethik in der Psychatrie, Medizinethik, Psychatriegeschichte, Psychische Krankheit, Psychotherapie, Stigmatisierung, Zwangsbehandlung
Version1.0