Globalisierung

Die Globalisierungsschübe, die insbesondere in den 1990er Jahren Gestalt angenommen haben, zeichnen sich vor allem durch drei „Gesichter“ aus: durch einen verstärkten internationalen Handel, durch eine Liberalisierung des Kapitalverkehrs sowie durch eine enorme Digitalisierung des Datenverkehrs. Globalisierung ist eine Verdichtung und Beschleunigung grenzüberschreitender wirtschaftlicher, politischer und kultureller Transaktionen, die der Möglichkeit nach alle Individuen und Akteure der Weltgesellschaft miteinander in Beziehung setzen und eine globale Bereicherung in Gang bringen kann. Dass dies immer noch in einem unzureichenden Maße geschieht und eine „Globalisierung der Menschenrechte“ mehr denn je in eine Ferne gerückt ist, hängt auch damit zusammen, dass mit der Finanzkrise 2007/2008, der Corona-Pandemie sowie insbesondere durch die fünf um Vorherrschaft ringenden Mächte (China, USA, Europa, Indien, Russland) einer „Welt in Unordnung“ (Friedensdenkschrift der EKD, 2025) in den 2020er Jahren eine Neujustierung des aktuellen Globalisierungsmodells eingesetzt hat, die vor immensen sozialethischen Herausforderungen steht. Diese sind in der gegenwärtigen theologischen Debatte erst nur sehr anfänglich Thema des Diskurses geworden und bedürfen dringlich einer ethischen Reflexion.

Table of Contents

    1. Begriff und Definition 

    1.1 Entwicklung des Begriffs „Globalisierung“

    Seit Anfang der 1990er Jahre wurde das Phänomen Globalisierung zunächst journalistisch erschlossen1Martin, Hans-Peter/Schumann, Harald: Die Globalisierungsfalle. Der Angriff auf Demokratie und Wohlstand, Hamburg 1996. Die beiden Autoren arbeiteten in den 1990er Jahren beim „Spiegel“; 1998 wurde die 16. Auflage dieses Sachbuchs gedruckt. und danach auch intensiv wissenschaftlich erkundet.2Vgl. insbesondere Beck, Ulrich: Was ist Globalisierung? Berlin 1997. In einer späteren Auflage lautet der Titel: „Was ist Globalisierung? Irrtümer des Globalismus – Antworten auf die Globalisierung“ (1. Auflage 2007, 4. Auflage 2015). Seit dieser Zeit ist die Zahl der Untersuchungen zum Phänomen Globalisierung sowie zu den Auswirkungen inflationär angestiegen, wobei mittlerweile nach der Finanzkrise 2007/2008, der Corona-Pandemie (2020-2022) und dem Eroberungskrieg Russlands in der Ukraine (ab 2022) insbesondere das Phänomen der „De-Globalisierung“ die Runde macht (siehe dazu weiter unten).3Vgl. vor allem: Schirm, Stefan A. u. a. (Hg.): De-Globalisierung. Forschungsstand und Perspektiven, Baden-Baden 2022. Nachweisbar ist der Begriff „Globalisierung“ im deutschen Sprachraum zum ersten Mal in den 1960er Jahren: Rudi Dutschke  oes-gnd-icon waiting... nutzte den Begriff als Ausdruck des internationalen Kampfes für eine Solidarität mit den antikolonialen Bestrebungen in Afrika, Asien und Lateinamerika („Globalisierung der revolutionären Kräfte“). Nach dem Zerfall des Ostblocks und dem Ende des Kalten Krieges Ende der 1980er Jahre wurde dieser linksrevolutionär geprägte Begriff bezeichnenderweise zum Synonym für die weltweite Liberalisierung und Deregulierung aller wirtschaftlichen Kräfte in einer Welt, die zunehmend von transnationalen Unternehmen, Finanzmarktakteuren sowie von um wirtschaftliche Konkurrenz ringenden Staaten bzw. Wirtschaftsregionen bestimmt war. Zugleich wähnte sich diese „Weltgemeinschaft“ in den 1990er Jahren am „Ende der Geschichte“4Fukuyama, Francis: Das Ende der Geschichte. Wo stehen wir? München 1992.. In der Zwischenzeit ist durch die vielfältigen Krisen der 2000er Jahre und insbesondere durch die kriegerischen Auseinandersetzungen sowie den Zerfall der internationalen Ordnung in den 2020er Jahren („Welt in Unordnung“)5So der Titel der Friedensdenkschrift der EKD 2025: Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick. Evangelische Friedensethik angesichts neuer Herausforderungen. Hg. vom Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland, Leipzig 2025, https://www.ekd.de/friedensdenkschrift-2025-91393.htm, abgerufen am 01.04.2026. dieser Enthusiasmus der 1990er Jahre einer tiefen Ernüchterung gewichen: Vielfach wird mittlerweile das „Ende der Globalisierung“ ausgerufen.6Gehringer, Agnieszka: Ist die Globalisierung am Ende?, https://www.bpb.de/themen/wirtschaft/freihandel/geooekonomie/562287/ist-die-globalisierung-am-ende/, abgerufen am 01.04.2026. Es wird auch in der sozialwissenschaftlichen Debatte die Meinung vertreten, die Globalisierung befände sich im „Rückwärtsgang“7Becker, Martin: Globalisierung im Rückwärtsgang. Warum Unternehmen nach Deutschland zurückkehren. DLF Kultur vom 01.08.2022, https://www.deutschlandfunkkultur.de/globalisierung-im-rueckwaertsgang-warum-unternehmen-nach-deutschland-zurueckkehren-dlf-kultur-9a193bac-100.html, abgerufen am 01.04.2026.. „Re-Globalisierung“8Z. B. Benedikter, Roland: What is re-globalization?. In: New Global Studies 15 (2021), 73–84., „Slobalisation“9Pettinger, Teyvan: Slowbalisation – Is Globalisation slowing down?. In: Economist, 09.09.2021, https://www.economicshelp.org/blog/166776/economics/slowbalisation-is-globalisation-slowing-down/, abgerufen am 01.04.2026., „De-Globalisierung“10Z. B. Schmalz, Stefan: Soziologie der De-Globalisierung. In: Berliner Journal für Soziologie 32 (2022), 349–361., „Globalisierungs-Backlash“11Z. B. Walter, Stefanie: The Backlash against Globalization. In: Annual Review of Political Science 24 (2021), 421–442, https://www.annualreviews.org/content/journals/10.1146/annurev-polisci-041719-102405, abgerufen am 01.04.2026., „gefesselte Globalisierung“12Menzel, Ulrich: Corona und die gefesselte Globalisierung. In: Berliner Journal für Soziologie 32 (2022), 363–392. Schon Ende der 1990er Jahre hatte Ulrich Menzel eine kritische Studie zum Globalisierungsprozess veröffentlicht: Menzel, Ulrich: Globalisierung versus Fragmentierung, Frankfurt a.M. 1998. – die veränderte Ausgangslage der 2020er Jahre trägt viele Namen, wobei sich der Begriff der „De-Globalisierung“ mehrheitlich durchzusetzen scheint.  

    1.2 Versuch einer Definition

    Eine allgemeingültige Definition des Begriffs „Globalisierung“ gibt es nicht; vielmehr handelt es sich beim Phänomen Globalisierung um ein Bündel von Wirkungszusammenhängen, die mittlerweile alle Bereiche des Lebens betrifft. Abzugrenzen ist er von dem Phänomen der Internationalisierung: Damit wird beschrieben, dass sich die Durchlässigkeit der nationalen Grenzen erhöht, ohne dass die bedeutsame Rolle des Nationalstaats in Frage gestellt wird. Daneben steht der Begriff der Transnationalisierung: Er bezieht sich auf Prozesse, durch die global agierende Institutionen wie WTO, Weltbank und IWF oder regional die Europäische Union bzw. Akteure wie transnationale Unternehmen entstehen, welche die nationalstaatlichen Ordnungen übergreifen. Im Unterschied dazu umschreibt Globalisierung eine Verdichtung und Beschleunigung grenzüberschreitender Transaktionen, die – bedingt durch die digitale Revolution sowie durch die Liberalisierung der Finanzmärkte – faktisch oder der Möglichkeit nach alle Individuen, Institutionen, Nicht-Regierungs-Organisationen und Staaten zu einem komplexen Gefüge wechselseitiger, häufig aber auch äußerst ungleichgewichtiger Abhängigkeiten miteinander vernetzen. Bezugspunkt dieser Globalisierungsprozesse in den späten 1990er Jahren waren nicht mehr die Nationalstaaten, deren Handlungsspielräume sich infolge dieser Entwicklungen entscheidend verändern, sondern die Welt als Ganzes.

    2. Drei fundamentale Dimensionen der Globalisierung

    Die Globalisierungsschübe sind in ihrer Gesamtheit zu einem komplexen Vorgang mit vielen Gesichtern („Dimensionen“) geworden, der mittlerweile alle Lebensbereiche durchdringt, seit Ende der 1990er Jahre zu einer auch im Alltag selbstverständlich erfahrbaren Wirklichkeit geworden ist und angesichts der Auswirkungen, Abläufe, Prozesse und Widerstände vor enorme Herausforderungen stellt, die nach einer sozialethischen Durchdringung und Orientierung verlangen.

    2.1 Internationale Arbeitsteilung und globaler Handel

    Unter ökonomischen Gesichtspunkten wird die Globalisierung auf Grund der gestiegenen Mobilität zumeist mit dem dynamischen Wachstum des grenzüberschreitenden Handels angesichts der internationalen Arbeitsteilung identifiziert: Unterschiedliche Staaten haben auf Grund der geringeren Arbeitskosten, der besseren Infrastruktur, der lokal vorhandenen Ressourcen oder der spezialisierten Expertise Kostenvorteile. Unternehmen verlagern ihre Produktionsstätten in diese Regionen bzw. bauen mit diesen Regionen Lieferketten und Handelsbeziehungen auf, um ihre Produktionskosten zu senken und effizienter wirtschaften zu können. Während dieser Prozess der internationalen Arbeitsteilung in den 1990er Jahren sowie in den frühen 2000er Jahren stetig zunahm, setzte nach der globalen Finanzkrise 2007/2008, nach dem EU-Austritt Großbritanniens, dem sich zuspitzenden Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie der Corona-Pandemie eine sich verstärkende geoökonomische Fragmentierung ein. Strategisch gewichtige Industriezweige (Halbleiter-Industrie, Digitalwirtschaft, Rohstofflieferketten) werden zunehmend mehr voneinander abgeschottet und regionalisiert („De-Risking-Strategien“)13Von großer Bedeutung ist die veränderte Strategie der EU, die China seit Beginn der 2020er Jahre als „systemischen Rivalen“ begreift, https://commission.europa.eu/system/files/2019-03/communication-eu-china-a-strategic-outlook.pdf (PDF), abgerufen am 01.04.2026.. Die Zollpolitik der USA sowie die sich daraus entwickelnden bilateralen Handelsabkommen mit einzelnen Staaten tragen erheblich zu dieser geoökonomischen Fragmentierung bei: Der globale Handel wächst zwar nicht weiter, nimmt aber auch hinsichtlich seines Umfangs nicht ab, konzentriert sich aber im steigenden Maße auf die sich schon zuvor entwickelten Triaden Nordamerika, Europa und Südostasien. 

    2.2 Liberalisierung des Kapitalverkehrs und Investitionsströme

    Von entscheidender Bedeutung für die Globalisierungsschübe der 1990er und 2000er Jahre ist die Liberalisierung des Kapitalverkehrs: Dieser hat in diesem Zeitraum zweifellos eine neue Qualität erreicht. Mehr noch: Der global liberalisierte Kapitalverkehr ist der „Motor“ der Globalisierung im ausgehenden 20. Jahrhundert. Bedingt durch den verstärkten Einsatz moderner Kommunikationstechnologien sowie durch die steigende Bedeutung der Anlagemöglichkeiten in vielfältigen Finanzderivaten kam es zu einer vollkommen neuartigen Dynamik: 1980 betrugen die grenzüberschreitenden Anleihe- und Aktientransaktionen in den Industrieländern durchschnittlich 10% der inländischen Wirtschaftsleistung; 1998 betrug der Anteil teilweise über 300% – mit steigender Tendenz. Geradezu explodiert ist in den 1990er Jahren der Handel mit Finanzderivaten wie Swaps, Optionen und Futures, die ihren Wert aus zugrundeliegenden Wertpapieren ableiten und sehr dynamisch, risikobehaftet am Weltmarkt agieren. Bis zur globalen Finanzkrise 2007/2008 stiegen in diesem Zusammenhang die ausländischen Direktinvestitionen in einem erheblichen Maße an: Gegenüber dem Jahr 1980 legten sie um 500 % zu. Seit der Finanzkrise, der Corona-Pandemie sowie dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine bewegen sich die globalen Investitionsströme jedoch in einem kaum mehr aufzuhaltenden Rückwärtsgang.14Nölke, Andreas: Nationale Kapitalismusmodelle und wirtschaftliche De-Globalisierung. In: Schirm, Stefan A. u. a. (Hg.): De-Globalisierung. Forschungsstand und Perspektiven, Baden-Baden 2022, 19–38. Von entscheidender Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die handels- und industriepolitischen Eingriffe zu bewerten, die die Absicht verfolgen, sich von wirtschaftlichen Rivalen abzugrenzen. Während im Jahr 2010 insgesamt 104 neue Eingriffe registriert worden sind, waren es im Jahr 2023 schon 1.1225 Einzelmaßnahmen. Diese protektionistischen Instrumente lassen ausländische Direktinvestitionen deutlich unattraktiver werden.

    2.3 Digitalisierung des Datenverkehrs und der Einsatz künstlicher Intelligenz

    Unlösbar mit den ökonomischen Dimensionen der Globalisierung verbunden ist die technologische Globalisierung, der rasante Fortschritt in der Kommunikationstechnologie. Die Entwicklung der Computertechnologie und der weltweite Einsatz von PCs stellen den entscheidenden Quantensprung zur weltweiten Verflechtung dar. Das Aufkommen von E-Mail und Internet haben ein völlig neues Verständnis der Wirklichkeit erzeugt und neue Geschäftsmodelle innerhalb oder zwischen Unternehmen entstehen lassen.15Vgl. Braunschweig, Björn/Nguyen, Phuong Nam/Nientiet, Laura: Globalisierung und Digitalisierung in innovationsorientierten Branchen. Working Paper der Hans-Böckler-Stiftung, 2023, https://www.boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008581, abgerufen am 01.04.2026. Künstliche Intelligenz wird als die nächste Stufe der digitalen Transformationsprozesse angesehen, die den aktuellen Globalisierungsschüben Schubkraft verleiht. Aber auch hier deuten sich Verschiebungen an: Der Huawei-Konflikt zwischen den USA und China zeigt, dass die Technologieführerschaft in der digitalen Globalisierung in den 2020er Jahren zunehmend umkämpft ist. Die Vorherrschaft der US-amerikanischen Unternehmen wird durch eine dezentralisierte Akteurs-Landschaft ersetzt.16Vgl. Busch, Andreas: Digitalisierung und Internationale Politische Ökonomie. In: Schirm, Stefan A. u. a. (Hg.): De-Globalisierung. Forschungsstand und Perspektiven, Baden-Baden 2022, 257–278. Unterschiedliche politische Vorstellungen von der Ausgestaltung der globalen digitalen Ordnung geraten miteinander in Konflikt; die bisher gelebte globale Harmonisierung von Internet-Standards scheint auf dem Spiel zu stehen.17Vgl. Pohle, Julia/Voelsen, Daniel: Das Netz und die Netze. Vom Wandel des Internets und der globalen digitalen Ordnung. In: Berliner Journal für Soziologie 32 (2022), 393–425. Insbesondere chinesische Digitalunternehmen, die mit Abstand über die meisten Patente Exklusivrechte an Standards für den 5G-Mobilfunk verfügen, könnten Anwender zwingen, für das Recht auf Nutzung dieser Technologie Lizenzen zu bezahlen. Ob Taxis, Stromzähler, Roboter oder Smartphones – der digitale Alltag wird gegebenenfalls dadurch auch von neuen, nicht-westlichen Standards und Einflussmöglichkeiten bestimmt. Das Projekt des liberalen Internets, ein Herzstück der Globalisierung in den 1990er Jahren, steht auf dem Spiel. Hinzu kommt die immense Macht der großen Tech-Unternehmen, die nicht nur in China, sondern besonders auch in den USA schon längst begonnen haben, den globalen Markt prägend umzuformen.

    2.4 Neujustierung der Globalisierung in den 2020er Jahren

    Das Koordinatensystem der Globalisierung verändert sich also in den 2020er Jahren fundamental, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich dieser Prozess, wenn er sich ungehindert unter dem Einfluss des russischen Eroberungskriegs in der Ukraine sowie der US-amerikanischen Wirtschaftspolitik fortsetzt, weiter beschleunigt. Aus den beschriebenen Veränderungen resultierende Unsicherheiten, Vertrauensverluste, Konflikte und Verschiebungen prägen den Globalisierungsdiskurs aktuell erheblich und werden insbesondere von rechtspopulistischen Parteien politisch ausgenutzt und verstärkt; genauso besteht die Möglichkeit, dass die Veränderungen in sicherheitsrelevanten Sektoren ein verändertes Globalisierungsmodell schaffen, das stärker auf Krisen-Resilienz, diversifizierte Wirtschaftsbeziehungen, technologische Unabhängigkeit und auf einen Handel in miteinander verbundenen Wirtschaftsräumen ausgerichtet ist. Von einem Ende der Globalisierung ist also angesichts der Vorteile einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit aus ökonomischen Gründen nicht auszugehen, wohl aber von einer Neuausrichtung des aktuell gelebten Modells. Auch aus wirtschaftsethischer Sicht ist ein Abgesang auf den Globalisierungsprozess nicht angesagt.

    3. Sozialethische Herausforderungen

    Seit den späten 1990er Jahren werden die aktuellen Globalisierungsprozesse in ihren Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum in den Weltregionen, auf die Situation der Arbeitnehmer*innen, auf das globale Klima, auf die internationale Ordnung oder auf die kulturelle Vielfalt sehr intensiv und kontrovers diskutiert: Elmar Altvater  oes-gnd-icon waiting... sowie Birgit Mahnkopf  oes-gnd-icon waiting... sprechen von den „Grenzen der Globalisierung“18Altvater, Elmar/Mahnkopf, Birgit: Grenzen der Globalisierung. Ökonomie, Ökologie und Politik der Weltgesellschaft, 4. Auflage, Münster 1999., Joseph Stiglitz  oes-gnd-icon waiting... von den „Schatten der Globalisierung“19Stiglitz, Joseph: Die Schatten der Globalisierung, Berlin 2022., Dani Rodrik  oes-gnd-icon waiting... vom „Globalisierungsparadox“20Rodrik, Dani: Das Globalisierungsparadox. Die Demokratie und die Zukunft der Weltwirtschaft, München 2011. oder Heiner Flassbeck  oes-gnd-icon waiting... sowie Paul Steinhardt  oes-gnd-icon waiting... von der „Gescheiterten Globalisierung“21Flassbeck, Heiner/Steinhardt, Paul: Gescheiterte Globalisierung. Ungleichheit, Geld und Renaissance des Staates, Berlin 2018.. Immer prägen dabei direkte oder indirekte sozialethische Perspektiven und Werte die jeweilige Bewertung der Globalisierungsprozesse. Unter Beachtung der in den 2020er Jahren sich vollziehenden Neuorientierung des Globalisierungsmodells sind es vor allem folgende sozialethische Fragestellungen und Herausforderungen, die in diesem Zusammenhang zur Sprache kommen:

    3.1 Freiheit und internationale Kooperation 

    Der internationale Handel und die Internationalisierung der Produktion, die auf der Ziellinie der Globalisierung im 20./21. Jahrhundert liegen, sind Ausdruck einer in wirtschaftlichen Zusammenhängen gelebten Freiheit, die sich über den Weg der globalen Arbeitsteilung geeignete Partner*innen sucht.22Vgl. Hübner, Jörg: Ethik der Freiheit. Grundlegung und Handlungsfelder einer globalen Ethik in christlicher Perspektive, Stuttgart 2014. Eine wie geartete zentrale und vorgegebene Steuerung der Wirtschaftsprozesse blockiert dagegen Innovationsimpulse, hemmt Weiterentwicklungen und demotiviert Handelnde. Zudem trägt gelebte Freiheit in wirtschaftlichen Kontexten dazu bei, internationale, lebendige und nicht aufgezwungene Kooperationen aufzubauen, die vom Grundsatz her einer Mehrheit von Menschen zugutekommen könnten. Dieser wirtschaftsliberale Zug, der sich mit dem Auflösen des Ost-West-Blocks für zwei Jahrzehnte entwickelte und der auch in den 2000er Jahren leider nicht alle Industrienationen einschloss, steht in den 2020er Jahren vor einem gravierenden Wandel: Handelshemmnisse blockieren zunehmend den Freihandel. Investitionsströme mit dem Ziel einer Internationalisierung der Produktion verlangsamen sich und werden teilweise nur noch unter befreundeten Staaten getätigt. Diese Entwicklung ist in ethischer Perspektive nur dort positiv zu beurteilen, wo diese Einschränkungen den Einsatz von Lieferketten als „Wirtschaftswaffe“ begrenzen hilft, lebbare Freiheit also zu schützen beabsichtigen.

    3.2 Gerechtigkeit und solidarische Entwicklung 

    Globalisierungsindikatoren23Vgl. https://kof.ethz.ch/prognosen-indikatoren/indikatoren/kof-globalisierungsindex.html, abgerufen am 01.04.2026. zeigen, dass seit den 1990er Jahren – relativ gesehen – das Wachstum in den Ländern des Südens in einem größeren Maße erfolgt ist als in den industrialisierten Weltregionen. Kaufkraftbereinigt liegt der Anteil der Entwicklungs- und Schwellenländer am globalen Bruttosozialprodukt mittlerweile bei mehr als 60 Prozent.24Vgl. Betz, Joachim: Der globale Süden und die Globalisierung. In: Schirm, Stefan A. u. a. (Hg.): De-Globalisierung. Forschungsstand und Perspektiven, Baden-Baden 2022, 81–100, 81ff. Es hat also ein beachtlicher globaler Wandel seit den 1990er Jahren stattgefunden, wobei insbesondere die Staaten in Südostasien von dieser Entwicklung auf Grund der politischen Steuerung am stärksten profitieren. In Afrika dagegen konzentriert sich diese als gerecht zu bezeichnende Entwicklung auf einige ostafrikanische Staaten wie Tansania, Kenia oder Ruanda, die sich schon seit geraumer Zeit in einer eher politisch stabilen Lage befunden haben. Innerhalb der am globalen Reichtum partizipierenden Staaten lässt sich jedoch feststellen, dass durch die globalisierten Wirtschaftsprozesse die unteren Anteile der Mittelschicht sowie insbesondere die reichsten Anteile der Bevölkerung eher zu den Gewinner*innen der Globalisierung gehören, während die obere Mittelschicht oder die Unterschicht von den Vorzügen der globalisierten Wirtschaftsprozesse kaum profitieren. Diese sich vertiefende Ungleichverteilung nimmt mit der Neuausrichtung des Globalisierungsmodells in den 2020er Jahren deutlich zu: Es kommt vermehrt zu Konzentrationen in einigen, wenig erfolgreichen Wirtschaftsfeldern. Die daraus resultierenden Gewinne fließen im steigenden Maße den reichsten Anteilen der Bevölkerung zu; insbesondere die großen Tech-Konzerne erhöhen ihre exorbitante Macht-Position im globalen Handel und Wettbewerb – eine in sozialethischer Perspektive höchst problematische Entwicklung.25Vgl. auch Jähnichen, Traugott: Wirtschaftsethik. Konstellationen – Verantwortungsebenen – Handlungsfelder, Stuttgart 2008, 153ff.

    3.3 Menschenrechte und internationale Standards 

    Der steigende Wert gut qualifizierter Arbeit im Zuge der Globalisierung, aber auch die zunehmende Bedeutung von Erträgen aus profitablen Kapitalanlagen sowie die damit einhergehende Rolle unternehmerischer Tätigkeit gegenüber Löhnen und anderen Einkommensarten schwächt insbesondere die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte (WSK-Rechte) erheblich: Arbeitnehmerrechte, Gesundheitsdienste oder Bildungsoffensiven stehen unter einem erheblichen Finanzierungs- und Ökonomisierungsdruck. Hinzu kommt die Ausweitung der Wertschöpfungsketten und die damit einhergehende Ausnutzung von prekär Beschäftigten z.B. in den Unternehmen der ausgelagerten Bekleidungsindustrie in den wenig entwickelten Staaten. Die Standards der ILO, also der 1919 gegründeten internationalen Arbeitsorganisation, entfalten nur in Ansätzen Wirkung in den transnational tätigen Unternehmen – auch bedingt dadurch, dass der größte Zuschuss zur ILO aus Katar stammt, einem Land, das sich nicht als herausragendes Beispiel eines die WSK-Recht achtenden Staates hervorgetan hat. In den 2020er Jahren ist die zentrale Rolle dieser Menschenrechte infolge des zunehmenden Einflusses der aus China gesteuerten alternativen Globalisierung nicht gewachsen – im Gegenteil. Von einer „Globalisierung der Menschenrechte“26Hübner, Jörg: Globalisierung – Herausforderung für Theologie und Kirche, Stuttgart 2004. ist die Weltgemeinschaft mehr denn je entfernt.

    3.4 Klimagerechtigkeit und öko-soziale Transformation 

    Der internationale Handel mit seinen vielfältigen Transportmöglichkeiten, die gewachsene Mobilität innerhalb der Weltgemeinschaft, der gestiegene Verbrauch an Ressourcen durch einen erhöhten Lebensstandard in den Ländern des Südens, die damit im Zusammenhang stehende Massentierhaltung, der enorme Energie-Bedarf der KI-Technik oder der Einsatz von fossilen Energieträgern haben einen enorm negativen Einfluss auf eine klimagerechte Lebensweise. Zugleich begünstigt die weltweite Kooperation zwischen Staaten die Herausbildung von international gültigen Standards: Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, das Pariser Klima-Abkommen oder auch einzelne Nachhaltigkeits-Standards in der Bekleidungsindustrie sind Beispiele dafür, dass die Globalisierung des 20./21. Jahrhunderts auch einen positiven Einfluss auf eine klimagerechte Lebensweise haben kann. Zu einer derartigen öko-sozialen Transformation der Wirtschaft27WBGU (Hg.): Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation, Berlin 2012. wird es keine Alternative geben, weil ansonsten die ökonomischen, menschlichen und kulturellen Kosten für eine Bewältigung der massiven Umweltschäden ins Unermessliche wachsen würden. Es wird darauf ankommen, dass durch die aktuelle Neujustierung des Globalisierungsmodells die Suche nach klimagerechten Wirtschaftsmodellen nicht in den zunehmenden Rivalitäten zwischen den Mächten wie China, USA, Indien, Russland und Europa aufgerieben oder durch kriegerische Auseinandersetzungen verunmöglicht wird.28Vgl. Hermann, Ulrike: Geld als Waffe. Wie die Wirtschaft über Krieg und Frieden entscheidet, Köln 2026. Hinzu kommt als weitere Gefährdung der Nachhaltigkeitszeile der enorme und massiv ansteigende Energie-Bedarf der Digitalwirtschaft, die erst mit Hilfe von großen Rechenzentren die begehrten KI-Anwendungen bereitstellen kann.  

    3.5 Sicherheit und Versorgung

    Die krisenhaft bedingte Neu-Konfiguration der Globalisierungsprozesse in den 2020er Jahren offenbart einen Wertebegriff, der gesellschaftlich gesehen immer zentraler zu werden scheint: Sicherheit nämlich. Die globalisierungshemmenden Faktoren, die ökologische Neubewertung der Transportkosten im Handel, die Schaffung von überregionalen Parallelorganisationen zu den Instrumenten des Washington-Konsenses, aber auch das Ringen um Einfluss auf Internet-Standards zeigen, dass die regionale oder nationale Sicherheit der Lieferketten, der Finanzpolitik, der Energie- und Gesundheitsversorgung, der Digitalität oder auch der Versorgung allgemein im Fokus der Aufmerksamkeit von politischen Entscheidungsprozessen stehen. „Heute ist ‚Sicherheit‘ der Goldstandard nationaler und internationaler Politik, und vom Frieden wird fast nur noch in politischen Sonntagsreden gesprochen. Darin zeigt sich eine veränderte Wahrnehmung politischer Probleme und das, was man den Wandel der Sicherheitskultur nennen kann.“29Daase, Christopher: Wandel der Sicherheitskultur. In: APuZ 50 (2010), 9–16, 9. Das Finden der Balance zwischen einer zukunftsfähigen und verantwortlichen De-Risking-Strategie auf der einen Seite und einer die globalen Wohlfahrtsgewinne abwürgenden „Versicherheitlichung“ aller Lebensbereiche auf der anderen Seite stellt die sozialethische Herausforderung der Gegenwart dar.

    3.6 Demokratie und Teilhabe

    Der wirtschaftliche Aufstieg Chinas und anderer BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) geht seit mehreren Jahren mit einer expansiven Wirtschaftspolitik einher, die die bestehenden Institutionen und Ordnungen einer globalen Weltgemeinschaft in Frage stellt. Neben der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds IWF sind unter der Führung Chinas zwei Entwicklungsbanken entstanden: die Neue Entwicklungsbank (NDB) und die Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB).30Vgl. dazu ten Brink, Tobias: Chinas Aufstieg, Konflikte um Technologieführerschaft und „weaponized interdependence“. In: Schirm, Stefan A. u. a. (Hg.): De-Globalisierung, 161–179; Schmalz, Stefan/Gräf, Helena/Köncke, Philipp/Schneidemesser, Lea: Umkämpfte Globalisierung. Amerikanische und europäische Reaktion auf Chinas Aufstieg im Hochtechnologiebereich. In: Berliner Journal für Soziologie 32 (2022), 427–454; Lütz, Susanne: Stabilität des Bretton-Woods Systems IWF und Weltbank. In: Schirm Stefan A. u. a. (Hg.): De-Globalisierung. Forschungsstand und Perspektiven, Baden-Baden 2022, 139–157. Mit Hilfe dieser Banken ist China inzwischen der weltweit größte Kreditgeber für Länder des Südens. In Verbindung mit dem Ausbau der „Neuen Seidenstraße“31Vgl. dazu Menzel, Ulrich: Corona und die die gefesselte Globalisierung. In: Berliner Journal für Soziologie 32 (2022), 363–392. Er weist darauf hin, dass durch den Bau von Eisenbahnen, Straßen, Pipelines, Stromtrassen und Nachrichtendiensten bzw. durch eine damit verbundene günstige Kreditvergabe Entwicklungen in Staaten wie Kasachstan, Usbekistan oder dem Iran befördert werden, wobei diese jedoch an eine Angleichung der Vorschriften für Verkehr, Handel und Kommunikation nach chinesischem Muster gebunden werden. führen diese Instrumente dazu, die kooperierenden Staaten an die autoritären Vorgaben der chinesischen Regierung zu binden. Das eher, wenn auch bezüglich der Länder im globalen Süden teilweise nun in Ansätzen gelebte liberale und demokratische Austarieren verschiedener nationaler Interessen innerhalb der multilateralen Institutionen wie IWF, WTO oder Weltbank wird auf diese Weise unterminiert. Es ist davon auszugehen, dass China zusammen mit anderen autoritären Staaten die liberale Weltordnung, nicht akzeptiert und sich für eine nicht-westliche, staatsgetriebene Form der Globalisierung stark macht. Autoritäre Wertesysteme, Autokratien und machtzentrierte Staaten sind in den 2020er Jahren auf dem Vormarsch – auch innerhalb der USA; demokratische und auf Teilhabe ausgerichtete Strukturen befinden sich im Niedergang. Autoritäre Werte, Normen, Standards und Ziele versuchen die internationalen Wirtschaftsbeziehungen zu bestimmen. „Inzwischen ist auch die Rede von einem ‚Peking-Konsens‘ als Alternativmodell zum neoliberalen Washington Konsens.“32Heldt, Eugenia C.: China und die BRICS in globalen ökonomischen Institutionen. In: Schirm, Stefan A. u. a. (Hg.): De-Globalisierung. Forschungsstand und Perspektiven, Baden-Baden 2022, 123–137, 134. Die sozialethischen Herausforderungen, die sich daraus für den zentralen Wert gelebter demokratische Teilhabe ergeben, sind in den 2020er Jahren immens gestiegen.33Vgl. Applebaum, Anne: Die Achse der Autokraten, München 2024.

    3.7 Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten 

    Die sozialethischen Perspektiven zeigen, dass der Globalisierungsprozess insbesondere in den 2020er Jahren vor enormen Herausforderungen steht, wenn es um eine zukunftsfähige, menschengerechte und nachhaltige Lebensweise geht, die das Leben in Freiheit und Wohlstand einer wachsenden Zahl von Menschen ermöglichen soll. Daraus allerdings die Schlussfolgerung zu ziehen, dass die Globalisierung insgesamt in Frage zu stellen sei, legt sich aus sozialethischer Perspektive in keiner Weise nahe: Die internationale Arbeitsteilung, der freie Kapitalverkehr und die globale Kooperation haben das Zeug dazu, ein Zusammenleben auf diesem Globus mit acht Milliarden Menschen erst zu ermöglichen. Die angedeuteten Gestaltungsmöglichkeiten des Globalisierungsprozesses sind deswegen sehr ernst zu nehmen und in wirtschaftliche, kulturelle und politische Transformationsschritte zu übersetzen, wobei den Staaten, den internationalen Organisationen, den transnationalen Unternehmen und auch der Zivilgesellschaft einschließlich den Kirchen eine gemeinsame Verantwortung zukommt.

    4. Kirchliche und theologische Stellungnahmen

    Die Transformationsprozesse stießen innerhalb der Kirchen schon Ende der 1990er Jahre34Z. B. Altvater, Elmar/Mahnkopf, Birgit: Grenzen der Globalisierung. Ökonomie, Ökologie und Politik in der Weltgesellschaft, 4. Auflage, Münster 1999; Stiglitz, Joseph E.: Die Schatten der Globalisierung, Berlin 2002; Boxberger, Gerald/Klimeta, Harald: Die 10 Globalisierungslügen. Alternativen zur Allmacht des Marktes, 3. Auflage, München 1998; Safranski, Rüdiger: Wieviel Globalisierung verträgt der Mensch?, München 2003. und dann – durch die Finanzkrise 2007/2008 verstärkt – in den 2010er Jahren auf eine vehemente Globalisierungskritik.35Z. B. Rodrik, Dani: Das Globalisierungsparadox. Die Demokratie und die Zukunft der Weltwirtschaft, München 2011; Flassbeck, Heiner/Steinhardt, Paul: Gescheiterte Globalisierung. Ungleichheit, Geld und die Renaissance des Staates, Berlin 2018; Hüther, Michael/Diermeier, Matthias/Goecke, Henry: Die erschöpfte Globalisierung. Zwischen transatlantischer Orientierung und chinesischem Weg, Wiesbaden 2018; Crouch, Colin: The Globalization Backlash, Cambridge 2019; O‘Sullivan, Michael: The Levelling. What’s Next After Globalization, New York 2019. Insbesondere wurde diese Globalisierungsskepsis aus theologischer Perspektive in ökumenischen Stellungnahmen36Vgl. dazu als Überblick: Stierle, Wolfram: Chancen einer ökumenischen Wirtschaftsethik. Kirche und Ökumene vor den Herausforderungen der Globalisierung, Frankfurt a.M./Lembeck 2001; Dietschy, Annette u. a. (Hg.): Kein Raum für Gnade? Weltwirtschaft und christlicher Glaube. Impulse aus vier Kontinenten, Münster 2002; Duchrow, Ulrich: Wie können Kirchen an der Überwindung der kapitalistischen Globalisierung mitwirken?. In: Colloqium 81 (2000), Glaubensgemeinschaften und soziale Bewegungen im Streit mit der Globalisierung. Hg. von der Missionszentrale der Franziskaner, Bonn 2000, 58–62; Glaube und Globalität, Jahrbuch Mission 1999, Hamburg 1999; Evangelisches Missionswerk in Deutschland (Hg.): Gott und die Götter der Globalisierung – Die Bibel als Orientierung für eine andere Globalisierung, Hamburg 2002; van Drimmelen, Rob: Faith in a Global Economy, Genf 1998; de Santa Ana, Julio (Hg.): Sustainability and Globalization, Genf 1998 u. a. m. geteilt: „Die Globalisierung stellt eine seelsorgerliche, ethische, theologische und geistliche Herausforderung für die Kirchen und die ökumenische Bewegung im Besonderen dar […] Die Logik der Globalisierung muss durch ein alternatives Lebenskonzept der Gemeinschaft in Vielfalt in Frage gestellt werden,“37Wilkens, Klaus (Hg.): Gemeinsam auf dem Weg. Offizieller Bericht der Achten Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen Harare 1998, Frankfurt a.M. 1998, 348. hieß es beispielsweise 1998 in Harare. In der Zwischenzeit ist insbesondere nach der EKD-Synode 2001 diese ablehnende Haltung mehrheitlich einer differenzierten Wahrnehmung gewichen: Die Vorteile der Globalisierung werden beachtet, auf eine menschengerechte, soziale, umweltverträgliche und gerechte Gestaltung der Globalisierung wird gedrängt.38Vgl. z. B. den Prozess der Evangelischen Kirche von Westfalen mit dem Titel „Globalisierung gestalten!“, https://kircheundmigration.ekvw.de/wp-content/uploads/2019/03/hauptvorlage-globalisierung-gestalten.pdf (PDF), abgerufen am 01.04.2026; „Globalisierung – Wirtschaft im Dienst des Lebens.“ Stellungnahme der EKvW zum Soesterberg-Brief. Materialien für den kirchlichen Dienst 1 (2005), Bielefeld 2005. Im Rahmen der Corona-Pandemie wurde 2020 z.B. in einer gemeinsamen „Botschaft von ÖRK, WGRK, LWB und CWM“ betont: „COVID-19 bietet der Menschheit eine neue Bescheidenheit, die eine neue Verpflichtung mit sich bringt, auf eine Weise zu leben, die nicht zu Lasten der Erde oder anderer Menschen geht.“ Es wird zur öko-sozialen Umgestaltung der globalisierten Systeme eine progressive Vermögenssteuer, eine Finanztransaktionssteuer und eine CO2-Steuer („Zachäus-Steuer“) gefordert.39Forderung nach einer Ökonomie des Lebens in einer Zeit der Pandemie. Eine gemeinsame Botschaft von ÖRK, WGRK, LWB und CWM, 15.05.2020, https://oikoumene.org/de/resources/documents/calling-for-an-economy-of-life-in-a-time-of-pandemic-a-joint-message-from-the-wcc-wcrc-lwf-and-cwm, abgerufen am 01.04.2026. Insbesondere die ökologischen Folgen der Globalisierungsprozesse stehen im Fokus der kirchlichen Aufmerksamkeit40Vgl. den EKD-Text 117: Auf dem Weg der Gerechtigkeit ist Leben, Hannover 2014.; darüber hinaus macht sich die kirchliche Entwicklungsorganisation „Brot für die Welt“ im Sinne einer „Option für die Armen“ stark für die Wahrnehmung der Länder des globalen Südens. Aktionen wie „Oikocredit“, ethisch-nachhaltige Geldanlagen, die Förderung von Mikrokrediten oder der „Faire Handel“41Vgl. die Übersicht zu verschiedenen Themen dieser Art unter https://www.brot-fuer-die-welt.de/themen/, abgerufen am 01.04.2026. haben sich mittlerweile erfolgreich aus dem Nischen-Dasein in die Mitte des Globalisierungs-Diskurses kämpfen und anregend auf generell verfügbare Handels- und Finanzpraktiken am globalen Markt auswirken können. Dagegen werden die veränderten Rahmenbedingungen einer Neujustierung der Globalisierung in den 2020er Jahren bisher in kirchlichen und theologischen Kontexten nur am Rande wahrgenommen und diskutiert, obwohl sich gerade in der aktuellen Konstellation die sozialethischen Herausforderungen vervielfältigt haben und neue Antworten ausstehen.42Vgl. dazu Hübner, Jörg: Sicherheit theologisch neu denken. Ethische Erwägungen zum De-Globalisierungs-Diskurs in Krisenzeiten. In: ZEE 67 (2023), 198–212.

    Bibliographical Entries

    Bedford-Strohm, Heinrich/Jähnichen, Traugott u. a. (Hg.): Globalisierung. Jahrbuch Sozialer Protestantismus, Band 3, Gütersloh 2009.

    Evangelische Kirche in Deutschland (Hg.): Auf dem Weg der Gerechtigkeit ist Leben. Nachhaltige Entwicklung braucht Global Governance. Eine Studie der Kammer für nachhaltige Entwicklung. EKD-Texte 117, Hannover 2014.

    Flassbeck, Heiner/Steinhardt, Paul: Gescheiterte Globalisierung. Ungleichheit, Geld und Renaissance des Staates, Berlin 2018.

    Hübner, Jörg: Globalisierung. Herausforderung für Theologie und Kirche, Stuttgart 2004.

    Hübner, Jörg: Ethik der Freiheit. Grundlegung und Handlungsfelder einer globalen Ethik in christlicher Perspektive, Stuttgart 2014.

    Martin, Hans-Peter/Schumann, Harald: Die Globalisierungsfalle. Der Angriff auf Demokratie und Wohlstand, Hamburg 1996.

    Peter, Hans-Balz (Hg.): Globalisierung, Ethik und Entwicklung, Bern/Stuttgart/Wien 1999.

    Schirm, Stefan A.  u. a. (Hg.): De-Globalisierung. Forschungsstand und Perspektiven, Baden-Baden 2022.

    WBGU (Hg.): Welt im Wandel. Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation, Berlin 2011.

    Recommended Literature

    Evangelische Kirche in Deutschland (Hg.): Auf dem Weg der Gerechtigkeit ist Leben. Nachhaltige Entwicklung braucht Global Governance. Eine Studie der Kammer für nachhaltige Entwicklung. EKD-Texte 117, Hannover 2014.

    Bedford-Strohm, Heinrich/Jähnichen, Traugott u. a. (Hg.): Globalisierung. Jahrbuch Sozialer Protestantismus, Band 3, Gütersloh 2009.

    Flassbeck, Heiner/Steinhardt, Paul: Gescheiterte Globalisierung. Ungleichheit, Geld und Renaissance des Staates, Berlin 2018.

    Hübner, Jörg: Globalisierung. Herausforderung für Theologie und Kirche, Stuttgart 2004.

    Hübner, Jörg: Ethik der Freiheit. Grundlegung und Handlungsfelder einer globalen Ethik in christlicher Perspektive, Stuttgart 2014.

    Martin, Hans-Peter/Schumann, Harald: Die Globalisierungsfalle. Der Angriff auf Demokratie und Wohlstand, Hamburg 1996.

    Peter. Hans-Balz (Hg.), Globalisierung, Ethik und Entwicklung, Bern u.a. 1999
    Schirm, Stefan A. u. a. (Hg.): De-Globalisierung. Forschungsstand und Perspektiven, Baden-Baden 2022.

    WBGU (Hg.): Welt im Wandel. Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation, Berlin 2011.

    Citations

    • 1
      Martin, Hans-Peter/Schumann, Harald: Die Globalisierungsfalle. Der Angriff auf Demokratie und Wohlstand, Hamburg 1996. Die beiden Autoren arbeiteten in den 1990er Jahren beim „Spiegel“; 1998 wurde die 16. Auflage dieses Sachbuchs gedruckt.
    • 2
      Vgl. insbesondere Beck, Ulrich: Was ist Globalisierung? Berlin 1997. In einer späteren Auflage lautet der Titel: „Was ist Globalisierung? Irrtümer des Globalismus – Antworten auf die Globalisierung“ (1. Auflage 2007, 4. Auflage 2015).
    • 3
      Vgl. vor allem: Schirm, Stefan A. u. a. (Hg.): De-Globalisierung. Forschungsstand und Perspektiven, Baden-Baden 2022.
    • 4
      Fukuyama, Francis: Das Ende der Geschichte. Wo stehen wir? München 1992.
    • 5
      So der Titel der Friedensdenkschrift der EKD 2025: Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick. Evangelische Friedensethik angesichts neuer Herausforderungen. Hg. vom Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland, Leipzig 2025, https://www.ekd.de/friedensdenkschrift-2025-91393.htm, abgerufen am 01.04.2026.
    • 6
    • 7
      Becker, Martin: Globalisierung im Rückwärtsgang. Warum Unternehmen nach Deutschland zurückkehren. DLF Kultur vom 01.08.2022, https://www.deutschlandfunkkultur.de/globalisierung-im-rueckwaertsgang-warum-unternehmen-nach-deutschland-zurueckkehren-dlf-kultur-9a193bac-100.html, abgerufen am 01.04.2026.
    • 8
      Z. B. Benedikter, Roland: What is re-globalization?. In: New Global Studies 15 (2021), 73–84.
    • 9
      Pettinger, Teyvan: Slowbalisation – Is Globalisation slowing down?. In: Economist, 09.09.2021, https://www.economicshelp.org/blog/166776/economics/slowbalisation-is-globalisation-slowing-down/, abgerufen am 01.04.2026.
    • 10
      Z. B. Schmalz, Stefan: Soziologie der De-Globalisierung. In: Berliner Journal für Soziologie 32 (2022), 349–361.
    • 11
      Z. B. Walter, Stefanie: The Backlash against Globalization. In: Annual Review of Political Science 24 (2021), 421–442, https://www.annualreviews.org/content/journals/10.1146/annurev-polisci-041719-102405, abgerufen am 01.04.2026.
    • 12
      Menzel, Ulrich: Corona und die gefesselte Globalisierung. In: Berliner Journal für Soziologie 32 (2022), 363–392. Schon Ende der 1990er Jahre hatte Ulrich Menzel eine kritische Studie zum Globalisierungsprozess veröffentlicht: Menzel, Ulrich: Globalisierung versus Fragmentierung, Frankfurt a.M. 1998.
    • 13
      Von großer Bedeutung ist die veränderte Strategie der EU, die China seit Beginn der 2020er Jahre als „systemischen Rivalen“ begreift, https://commission.europa.eu/system/files/2019-03/communication-eu-china-a-strategic-outlook.pdf (PDF), abgerufen am 01.04.2026.
    • 14
      Nölke, Andreas: Nationale Kapitalismusmodelle und wirtschaftliche De-Globalisierung. In: Schirm, Stefan A. u. a. (Hg.): De-Globalisierung. Forschungsstand und Perspektiven, Baden-Baden 2022, 19–38.
    • 15
      Vgl. Braunschweig, Björn/Nguyen, Phuong Nam/Nientiet, Laura: Globalisierung und Digitalisierung in innovationsorientierten Branchen. Working Paper der Hans-Böckler-Stiftung, 2023, https://www.boeckler.de/de/faust-detail.htm?sync_id=HBS-008581, abgerufen am 01.04.2026.
    • 16
      Vgl. Busch, Andreas: Digitalisierung und Internationale Politische Ökonomie. In: Schirm, Stefan A. u. a. (Hg.): De-Globalisierung. Forschungsstand und Perspektiven, Baden-Baden 2022, 257–278.
    • 17
      Vgl. Pohle, Julia/Voelsen, Daniel: Das Netz und die Netze. Vom Wandel des Internets und der globalen digitalen Ordnung. In: Berliner Journal für Soziologie 32 (2022), 393–425.
    • 18
      Altvater, Elmar/Mahnkopf, Birgit: Grenzen der Globalisierung. Ökonomie, Ökologie und Politik der Weltgesellschaft, 4. Auflage, Münster 1999.
    • 19
      Stiglitz, Joseph: Die Schatten der Globalisierung, Berlin 2022.
    • 20
      Rodrik, Dani: Das Globalisierungsparadox. Die Demokratie und die Zukunft der Weltwirtschaft, München 2011.
    • 21
      Flassbeck, Heiner/Steinhardt, Paul: Gescheiterte Globalisierung. Ungleichheit, Geld und Renaissance des Staates, Berlin 2018.
    • 22
      Vgl. Hübner, Jörg: Ethik der Freiheit. Grundlegung und Handlungsfelder einer globalen Ethik in christlicher Perspektive, Stuttgart 2014.
    • 23
    • 24
      Vgl. Betz, Joachim: Der globale Süden und die Globalisierung. In: Schirm, Stefan A. u. a. (Hg.): De-Globalisierung. Forschungsstand und Perspektiven, Baden-Baden 2022, 81–100, 81ff.
    • 25
      Vgl. auch Jähnichen, Traugott: Wirtschaftsethik. Konstellationen – Verantwortungsebenen – Handlungsfelder, Stuttgart 2008, 153ff.
    • 26
      Hübner, Jörg: Globalisierung – Herausforderung für Theologie und Kirche, Stuttgart 2004.
    • 27
      WBGU (Hg.): Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation, Berlin 2012.
    • 28
      Vgl. Hermann, Ulrike: Geld als Waffe. Wie die Wirtschaft über Krieg und Frieden entscheidet, Köln 2026.
    • 29
      Daase, Christopher: Wandel der Sicherheitskultur. In: APuZ 50 (2010), 9–16, 9.
    • 30
      Vgl. dazu ten Brink, Tobias: Chinas Aufstieg, Konflikte um Technologieführerschaft und „weaponized interdependence“. In: Schirm, Stefan A. u. a. (Hg.): De-Globalisierung, 161–179; Schmalz, Stefan/Gräf, Helena/Köncke, Philipp/Schneidemesser, Lea: Umkämpfte Globalisierung. Amerikanische und europäische Reaktion auf Chinas Aufstieg im Hochtechnologiebereich. In: Berliner Journal für Soziologie 32 (2022), 427–454; Lütz, Susanne: Stabilität des Bretton-Woods Systems IWF und Weltbank. In: Schirm Stefan A. u. a. (Hg.): De-Globalisierung. Forschungsstand und Perspektiven, Baden-Baden 2022, 139–157
    • 31
      Vgl. dazu Menzel, Ulrich: Corona und die die gefesselte Globalisierung. In: Berliner Journal für Soziologie 32 (2022), 363–392. Er weist darauf hin, dass durch den Bau von Eisenbahnen, Straßen, Pipelines, Stromtrassen und Nachrichtendiensten bzw. durch eine damit verbundene günstige Kreditvergabe Entwicklungen in Staaten wie Kasachstan, Usbekistan oder dem Iran befördert werden, wobei diese jedoch an eine Angleichung der Vorschriften für Verkehr, Handel und Kommunikation nach chinesischem Muster gebunden werden.
    • 32
      Heldt, Eugenia C.: China und die BRICS in globalen ökonomischen Institutionen. In: Schirm, Stefan A. u. a. (Hg.): De-Globalisierung. Forschungsstand und Perspektiven, Baden-Baden 2022, 123–137, 134.
    • 33
      Vgl. Applebaum, Anne: Die Achse der Autokraten, München 2024.
    • 34
      Z. B. Altvater, Elmar/Mahnkopf, Birgit: Grenzen der Globalisierung. Ökonomie, Ökologie und Politik in der Weltgesellschaft, 4. Auflage, Münster 1999; Stiglitz, Joseph E.: Die Schatten der Globalisierung, Berlin 2002; Boxberger, Gerald/Klimeta, Harald: Die 10 Globalisierungslügen. Alternativen zur Allmacht des Marktes, 3. Auflage, München 1998; Safranski, Rüdiger: Wieviel Globalisierung verträgt der Mensch?, München 2003.
    • 35
      Z. B. Rodrik, Dani: Das Globalisierungsparadox. Die Demokratie und die Zukunft der Weltwirtschaft, München 2011; Flassbeck, Heiner/Steinhardt, Paul: Gescheiterte Globalisierung. Ungleichheit, Geld und die Renaissance des Staates, Berlin 2018; Hüther, Michael/Diermeier, Matthias/Goecke, Henry: Die erschöpfte Globalisierung. Zwischen transatlantischer Orientierung und chinesischem Weg, Wiesbaden 2018; Crouch, Colin: The Globalization Backlash, Cambridge 2019; O‘Sullivan, Michael: The Levelling. What’s Next After Globalization, New York 2019
    • 36
      Vgl. dazu als Überblick: Stierle, Wolfram: Chancen einer ökumenischen Wirtschaftsethik. Kirche und Ökumene vor den Herausforderungen der Globalisierung, Frankfurt a.M./Lembeck 2001; Dietschy, Annette u. a. (Hg.): Kein Raum für Gnade? Weltwirtschaft und christlicher Glaube. Impulse aus vier Kontinenten, Münster 2002; Duchrow, Ulrich: Wie können Kirchen an der Überwindung der kapitalistischen Globalisierung mitwirken?. In: Colloqium 81 (2000), Glaubensgemeinschaften und soziale Bewegungen im Streit mit der Globalisierung. Hg. von der Missionszentrale der Franziskaner, Bonn 2000, 58–62; Glaube und Globalität, Jahrbuch Mission 1999, Hamburg 1999; Evangelisches Missionswerk in Deutschland (Hg.): Gott und die Götter der Globalisierung – Die Bibel als Orientierung für eine andere Globalisierung, Hamburg 2002; van Drimmelen, Rob: Faith in a Global Economy, Genf 1998; de Santa Ana, Julio (Hg.): Sustainability and Globalization, Genf 1998 u. a. m.
    • 37
      Wilkens, Klaus (Hg.): Gemeinsam auf dem Weg. Offizieller Bericht der Achten Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen Harare 1998, Frankfurt a.M. 1998, 348.
    • 38
      Vgl. z. B. den Prozess der Evangelischen Kirche von Westfalen mit dem Titel „Globalisierung gestalten!“, https://kircheundmigration.ekvw.de/wp-content/uploads/2019/03/hauptvorlage-globalisierung-gestalten.pdf (PDF), abgerufen am 01.04.2026; „Globalisierung – Wirtschaft im Dienst des Lebens.“ Stellungnahme der EKvW zum Soesterberg-Brief. Materialien für den kirchlichen Dienst 1 (2005), Bielefeld 2005.
    • 39
      Forderung nach einer Ökonomie des Lebens in einer Zeit der Pandemie. Eine gemeinsame Botschaft von ÖRK, WGRK, LWB und CWM, 15.05.2020, https://oikoumene.org/de/resources/documents/calling-for-an-economy-of-life-in-a-time-of-pandemic-a-joint-message-from-the-wcc-wcrc-lwf-and-cwm, abgerufen am 01.04.2026.
    • 40
      Vgl. den EKD-Text 117: Auf dem Weg der Gerechtigkeit ist Leben, Hannover 2014.
    • 41
      Vgl. die Übersicht zu verschiedenen Themen dieser Art unter https://www.brot-fuer-die-welt.de/themen/, abgerufen am 01.04.2026.
    • 42
      Vgl. dazu Hübner, Jörg: Sicherheit theologisch neu denken. Ethische Erwägungen zum De-Globalisierungs-Diskurs in Krisenzeiten. In: ZEE 67 (2023), 198–212.
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